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28 Stunden Hackathon auf dem Bodensee

08. Mai 2018 | 07:04 Autor: Bodensee Standort Marketing Startseite, Deutschland, Liechtenstein, Vorarlberg

Bregenz (A) Auch wenn das Wetter zu Anfang noch etwas wackelig schien – die rund 200 Hacker des ersten „Hackerschiffs“ MS Vorarlberg in der Vierländerregion Bodensee waren hartnäckig und ließen sich in ihrer ganz eigenen Mission nicht beirren: In 28 Stunden auf einem Schiff mit außergewöhnlichen Projekten einmal rund um den See schippern: von Bregenz nach Konstanz, Romanshorn und wieder zurück. Von Schlaf? – konnte da vor lauter (An-)Spannung kaum eine Rede sein…

Im Rahmen des interreg-geförderten Projektes „Bodenseemittelstand 4.0“ fand am 4. und 5. Mai 2018 der erste Hackathon auf dem Bodensee – „Umma Hüsla 2018“ – statt. Dabei packten alle Projektpartner (aus Deutschland, Österreich und der Schweiz) gemeinsam mit den Digitalen Initiativen Vorarlberg – als Initiator der Veranstaltung – an. Das Ergebnis: International gemischte, funktionsübergreifende Gruppen erarbeiteten beeindruckende, innovative Konzepte mit prototypischen, digitalen Anwendungen.

Ergebnisse und Beispiele
Kaum fuhr das Schiff aus dem Bregenzer Hafen aus, da wurde geplaudert, gebastelt und gehackt – mit durchaus bemerkenswerten Ergebnissen. Beim großen Abschluss-Pitch an der HTL Bregenz konnte jede Gruppe in rund 30 Sekunden ihre Projektresultate präsentieren. Insgesamt 25 Projektgruppen zeigten Einblicke in ihre Arbeit. Von der Kaffeemaschine, die den Becher des Trinkers erkennt und das braune Getränk automatisch individuell nach dessen persönlichem Geschmack zubereitet – über einen Sudoku-Roboter – bis hin zur Musik, die rein übers Gehirn durch Neuronensteuerung zum Klingen gebracht wird.

Es waren tatsächlich einige Dinge dabei, die im Lebensalltag Anwendung finden. Beeindruckend war die Präsentation (passend zum Motto „ShipIT!“) eines Prototyps für einen Unterwasser-Roboter mit integrierter Kamera. Aber auch ein Lichtexperiment fand Anwendung, indem man mittels mehrerer „Freundschafts-Lampen“ auf Entfernung durch die Einstellung einer bestimmten Lichtfarbe miteinander kommunizieren und Stimmungen übermitteln kann. Und auch ein Projekt für die Stadtwerke Konstanz wurde in Angriff genommen: mittels eines Bildanalyse-Tools wurden Webcam-Daten der Stadtwerke am Fährsteg Meersburg-Staad ausgewertet und Warteschlangen bzw. Wartezeiten an diesem Fährsteg aufgezeigt; so könnte möglicherweise die Logistik und Fährplanung zukünftig besser im Blick behalten werden. Beim parallel auf dem Schiff laufenden Kinderhackathon haben übrigens 15 Kids fleißig an einer Lösung gearbeitet, wie Boote aus Müll den Müll auf dem Wasser beseitigen können. Wer glaubt, dass es bei so einem Event nur „fachfremd“ zugeht, wenn die „Nerds“ sich zu einem Hackathon verabreden, der irrt sich also gewaltig.

Hintergründe zur Veranstaltung
Das Ziel des Bodenseehackathons: die Digitalisierung in der Vierländerregion Bodensee – besonders für kleinere und mittlere Unternehmen – greifbar machen, damit die Bodenseeregion international wettbewerbsfähig bleibt. Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammenführen und das „Potenzial 4.0“ in der Bodenseeregion aufzeigen. Und das ist mehr als gelungen. Immerhin gibt es einige Unternehmen, die Projekte für den Hackathon eingereicht haben oder selbst Mitarbeiter zur „Kreativarbeit“ auf das Schiff entsendet haben.

Schiff ahoi! – und was auf See und an Land passierte
Das Schiff war übrigens bereits kurz nach der Veranstaltungsankündigung Anfang April 2018 mit 198 Hackern ausgebucht. Doch damit nicht genug: Durch den außergewöhnlichen Charakter der Veranstaltung wurden in die Anlaufhäfen Konstanz, Romanshorn und Bregenz zahlreiche Besucher gelockt, die den „Techies“ bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut und in die einzelnen Projekte hineingeschnuppert haben. Dabei gab es in den Häfen neben den Einblicken in die digitale Welt einiges an Spektakel zu erleben. Mit dem ersten Stopp in Konstanz gab es ein herzliches Willkommen von den Fahnenschwingern mit Fanfarenzug der Niederburg Konstanz, gefolgt von der Willkommensrede von Stadtrat Dr. Matthias Schäfer. Die Besucher sammelten sich im Hafen – die Hacker/Teilnehmer auf der MS Vorarlberg waren ob dieses Willkommensprogramms sichtlich überrascht und posteten begeistert über Ihre Ankunft. Anschließend wurden die Pressevertreter und rund 60 Besucher über das Schiff geführt, so dass auch face-to-face-Interviews geführt werden konnten. Die ersten 25 Besucher an Bord erhielten ein regionales Schlemmer-Package mit Überraschungen von Knödelkult, HEINZELMANNS Soßen und Hopfengut No20 und konnten sich umso mehr über eine persönliche Führung durch die „Innovationswelt“ freuen. So hat der ein oder andere ganz individuell Einblicke in einen Hackathon gewinnen und das persönliche Digital-Netzwerk aufbauen können. „Faszinierend, was da so entsteht.

Ich hatte bisher gar keine Vorstellung, wie man sich so einen Hackathon vorstellen muss, was da abläuft und wie die Leute arbeiten. Und das sind alles Themen zum Anfassen. Das ist wirklich beeindruckend“, reflektierte Besucherin Tabea Schwarz, die bei der Bodensee Standort Marketing GmbH arbeitet und „mal reinschauen wollte“, woran die Kollegen im Bodenseemittelstand 4.0 die ganze Zeit gearbeitet haben.

Die MS Vorarlberg lag die ganze Nacht am Konstanzer Hafen. Teilnehmer, die vor Ermüdung eine Pause brauchten, wurden mit Shuttle-Bussen der Stadtwerke Konstanz zur Halle Petershausen gebracht und konnten dort ein paar Stunden Schlaf tanken. Tatsächlich nahmen rund 100 Teilnehmer diese Möglichkeit in Anspruch, um am nächsten Morgen fit weiter an ihren Projekten zu arbeiten. Dann ging es 9.00 Uhr mit dem Schiff bei strahlendem Sonnenschein weiter in Richtung Romanshorn, wo die Teilnehmer das nächste Hafentspektakel erwartete: Lounge-Atmosphäre, kühle Drinks und ein Buffet für das leibliche Wohl – und ein DJ zur musikalischen Unterhaltung. Pause, durchatmen, Sonne genießen. Bis es schließlich weiterging, damit die MS Vorarlberg gegen 16.00 Uhr in Bregenz einläuft, wo dann an der HTL Bregenz final die Pitches mit abschließender Umma-Hüsla-Party stattfanden.

„Das Event hat war ein voller Erfolg mit viel Aufmerksamkeitswirkung“, teilt Alexandra Boger (HTWG Konstanz, Bodenseezentrum Innovation 4.0, Projektleitung KMU Digital, Projektleitung Bodenseemittelstand 4.0) mit, die speziell für den Hafentreff Konstanz im Einsatz war und im Konstanzer Hafen auch offiziell einen der Teilnehmer, Marcus-Aurelius Stavrakakis, interviewte. Die Idee mit dem Schiff sei etwas ganz Neues, die die Teilnehmer und Unternehmen sofort begeistert habe, so Boger. In dieser Größenordnung und mit dieser Location, dem Schiff, sei es sogar für die DI Digitalen Initiativen Vorarlberg eine ganz neue Hausnummer gewesen. Daran wolle man möglicherweise in der weiteren Projektarbeit anknüpfen, um den Mittelstand in der Vierländerregion Bodensee auf das Projekt Bodenseemittelstand 4.0 aufmerksam – und für die Digitalisierung fit – zu machen.

Hintergrundinformationen
Das Projekt Bodenseemittelstand 4.0

Die industrielle Digitalisierung führt zu radikalen Umwälzungen von Geschäftsmodellen und Prozessketten, die besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor große Herausforderungen stellen. Eine Gruppe aus acht internationalen Projektpartnern der Vierländerregion Bodensee hat es sich bis Ende 2020 zur Aufgabe gemacht, dass KMU die Digitalisierung zukünftig nicht mehr als Bedrohung sondern vielmehr als Chance wahrnehmen. Dafür wird die um den See herum vorhandene Expertise von Unternehmen der Digitalwirtschaft, Hochschulen sowie Wirtschaftsförderern und relevanten Initiativen gebündelt und KMU zugänglich gemacht. Digitalgründungen, die insbesondere KMU auf ihrem Digitalisierungsweg behilflich sind, werden gezielt unterstützt.

Bodenseemittelstand 4.0 fördert mit seinen Aktivitäten die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in Deutschland, Österreich, der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein, um die Vierländerregion Bodensee als „digitale Region“ zu positionieren und den Fachkräftemangel abzubauen. Ziel ist, den Bodenseeraum auch weiterhin als einen der wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsräume Europas zu erhalten.
Mit einem Projektvolumen von rund 1,3 Millionen Euro wird Bodenseemittelstand 4.0 von 2017 bis einschließlich 2020 durch das Programm Interreg V «Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein» (ABH) gefördert, dessen Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und aus Bundesmitteln der Schweiz zur Verfügung gestellt werden.

Die Partner:
Deutschland

- BSM Innovationsfonds GmbH
- cyberLAGO e. V. digital competence network
- Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG)
- Wirtschaftsförderung Bodenseekreis
Österreich
- Wirtschafts-Standort Vorarlberg Betriebsansiedlungs GmbH
- Plattform für digitale Initiativen
Schweiz
- Hochschule für Technik Rapperswil/Schweiz
 Startfeld

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Bodensee Standort Marketing GmbH

Max-Stromeyer-Str. 116, D-78467 Konstanz
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