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Medienexperte Kai Diekmann und Florian Klenk (CR FALTER) erörterten die Zukunft der Medien beim 12. Europäischen Mediengipfel. (Foto: pro media kommunikation gmbH/APA-Fotoservice/Lechner)

Von Datenflut bis Fake News beim 12. Europäischen Mediengipfel

30. November 2018 | 15:56 Autor: ProMedia Startseite, Vorarlberg

Lech am Arlberg (A) Gleich zu Beginn stand die Entwicklung der traditionellen Medienlandschaft am Prüfstand. Peter Kropsch (Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Presseagentur - dpa) eröffnete den Vormittag mit einer Keynote zu den Aufgaben und Herausforderungen der modernen Presseagentur „zwischen Fake News und Public Value“. 

Er spricht von einer Ökonomisierung der Medien: „Der Bedarf an Nachrichten und Public Value wird sich verändern. Dieses Spannungsfeld geht nicht nur Nachrichtenagenturen etwas an, sondern uns alle“, und führte zum Thema „Fake News“ weiter aus: „Oft ist es gar nicht so einfach, festzustellen, was ‚fake‘ ist. Man darf nicht alles glauben, was man sieht und muss immer versuchen, sich eine qualifizierte Meinung einzuholen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir unseren Kindern erklären, wie Nachrichten in der digitalen Welt funktionieren.“

Das APA Medienforum widmete sich dem Thema „Daten in den Medien: Profit oder Glaubwürdigkeit?“ – dazu leitete Astrid Zimmermann (Generalsekretärin des Presseclub Concordia) ein Podium mit Karin Thiller (Geschäftsführerin der APA – Austria Presse Agentur), Ingrid Schneider (Institut für Politikwissenschaft der Universität Hamburg, beschäftigt sich mit Fragen der „Ethik in der Informationstechnologie“), Ingrid Müller (leitende Redakteurin des Berliner Tagesspiegels und verantwortliche Redakteurin beim datengetriebenen Projekt „Check your Government“) und Stefan Ströbitzer (selbständiger Digitalisierungsberater, ehemals Leiter der TV-Entwicklung im ORF). „Wir sitzen auf ungeheuren Datenmengen, die wir derzeit in Silos versteckt haben. Wir werten sie nicht aus, wir verknüpfen sie nicht. Das ist sicher ein Projekt der nächsten Jahre“, so Thiller. Schneider ergänzte dazu: „Daten scheinen eine Aura von höherer Weisheit zu haben – sie müssen aber unbedingt übersetzt werden mit der Rücksicht darauf, dass eine Datenbasis meist aber nicht die gesamte Bevölkerung erfasst.“

Abgeschlossen wurde der Themenschwerpunkt mit einem Dialog zwischen Medienexperte Kai Diekmann (ehemaliger Herausgeber und Chefredakteur der BILD Zeitung) und Florian Klenk (Chefredakteur der österreichischen Wochenzeitung "Falter") über die Macht einzelner in den sozialen Medien, die Bedeutung der Digitalisierung für den Print und den wachsenden Bedarf an gutem Journalismus. „In einer Welt, in der sich jeder selbst inszenieren kann, ist es wichtig, dass es unabhängigen Journalismus gibt, der diese Inszenierung überprüft. Nicht jeder, der über soziale Medien publiziert, ist auch gut darin. Publizieren ist ein Handwerk und der Bedarf an gutem Journalismus ist größer geworden. Wir Journalisten sind die Augen und Ohren für alle.“ Mit der Digitalisierung hätte sich das Geschäftsmodell der meisten Zeitungen in Luft aufgelöst – der Medienkonsum verändere sich. „Man muss begreifen, dass man einen großen Teil der Bevölkerung nur noch über Social Media erreicht. Die Abonnenten der klassischen Papiermedien sterben“, so Diekmann. Was das Modell von Facebook bisher so erfolgreich gemacht hätte, war die Koppelung von Technologie mit Emotionen. Facebook würde süchtig machen. Dazu konstatierte Diekmann: „Süchtig machen heißt Emotionen auslösen. Wir Menschen interessieren uns für nichts so sehr wie für andere Menschen. Medien müssen süchtig machen.“

Über den Europäischen Mediengipfel
Seit dem Gründungsjahr 2007 bildet der Europäische Mediengipfel in Lech am Arlberg einen außergewöhnlichen Rahmen für Diskussionen, in denen ungefilterte Einblicke und fundierte Ausblicke in die anhaltend turbulente Welt der Medien, die europäische Politik und die wirtschaftlichen wie gesellschaftspolitischen Zusammenhänge der europäischen Lebensrealität geboten werden. Der unter der Schirmherrschaft des österreichischen Außenministeriums stehende Europäische Mediengipfel – von der Kommunikationsagentur ProMedia Kommunikation initiiert und seither federführend mit Lech Zürs Tourismus GmbH und dem Verband der Auslandspresse in Wien organisiert - wird von der Gemeinde Lech und dem Land Vorarlberg, dem Presseclub Concordia sowie von der D. Swarovski Tourism Services GmbH, der BTV – Bank für Tirol und Vorarlberg und BMW unterstützt. Weitere Partner sind das Land Tirol, das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Österreich und die Tirol Werbung. Als Medienpartner der Veranstaltung fungieren Der Standard, die APA - Austria Presse Agentur, das Handelsblatt, die Tiroler Tageszeitung sowie die Vorarlberger Nachrichten.

  • Der Freitagvormittag stand beim 12. Europäischen Mediengipfel ganz im Zeichen der Digitalisierung von Nachrichten. (Foto: pro media kommunikation gmbH/APA-Fotoservice/Lechner)
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  • Peter Kropsch (Vorsitzender der Geschäftsführung der DPA) hielt eine Keynote über "Fake News und Public Value" (Foto: pro media kommunikation gmbH/APA-Fotoservice/Lechner)
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  • Das APA Medienforum widmete sich dem Thema „Daten in den Medien: Profit oder Glaubwürdigkeit?“ – dazu leitete Astrid Zimmermann (Generalsekretärin des Presseclub Concordia, Mitte) ein Podium mit Karin Thiller (Geschäftsführerin der APA - Austria Presse Agentur, re.), Ingrid Schneider (Professorin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Hamburg, beschäftigt sich mit Fragen der „Ethik in der Informationstechnologie“, 2.v.re.), Ingrid Müller (leitende Redakteurin des Berliner Tagesspiegels und verantwortliche Redakteurin beim datengetriebenen Projekt „Check your Government“, 2.v.l.), Stefan Ströbitzer (selbständiger Digitalisierungsberater, ehemals Leiter der TV-Entwicklung im ORF, li.). (Foto: pro media kommunikation gmbH/APA-Fotoservice/Lechner)
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  • Karin Thiller (GF APA), Hermann Petzt (Vorstand der Moser Holding) und Astrid Zimmermann (Generalsekretärin des Presseclub Concordia) (Foto: pro media kommunikation gmbH/APA-Fotoservice/Lechner)
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