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Unfallstatistik zu oberflächlich betrachtet

02. September 2004 | 13:30 Autor: WKV Vorarlberg
Arbeitsunfälle im Gastgewerbe weit unter dem Durchschnitt. Vor wenigen Tagen wurde in den Medien das Gastgewerbe wegen des laut Statistik langen durchschnittlichen Krankenstandes von 26 Tagen pro Arbeitsunfall verunglimpft.

„Leider wurde damit einmal mehr durch eine viel zu oberflächliche Betrachtung einer Statistik eine Branche völlig zu Unrecht in ein falsches Licht gestellt“, ärgert sich der Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer, Rudi Morscher. „Die zitierte Statistik zeigt nämlich auch, dass die Unfallrate pro 1000 Versicherten in der Gastronomie und Hotellerie mit 14 unter der Hälfte des Durchschnitts aller Wirtschaftsklassen unseres Landes liegt. Auch die Krankenstandstage pro Versichertem mit 0,37 Tagen im Jahr 2003 betragen um 16 Prozent weniger als der Durchschnitt.

 

Wenn darüber hinaus die zwei schwersten Arbeitsunfälle mit jeweils mehr als 600 Krankenstandstagen berücksichtigt worden wären, die in dieser Branche glücklicherweise absolute Ausnahmen darstellen, dann läge die durchschnittliche Krankenstandsdauer nach Arbeitsunfällen im Gastgewerbe genau beim Durchschnitt des Landes. Und der durchschnittliche Krankenstand pro Versichertem läge dann mit 0,21 Tagen knapp unter der Hälfte des Wertes aller Arbeitnehmer. Bei Berücksichtigung aller Fakten erweise sich somit das Gastgewerbe als eher ungefährliche Branche“, betont Morscher.

 

Arbeitsinspektor DI Bernd Doppler hat in seinen Aussagen darauf hingewiesen, dass der größte Teil der Steigerung, nämlich 90 Prozent, auf nicht meldepflichtige Arbeitsunfälle (Krankenstand von bis zu drei Tagen) zurückzuführen sei. „Der von ihm hergestellte Zusammenhang mit der seit Jänner 2003 vorgesehenen Rückerstattung von 50 Prozent der Entgeltfortzahlung durch die Unfallversicherungsanstalt trifft aber auch nicht zu, weil genau bei diesen kurzen Krankenständen keine Rückerstattung im Gesetz vorgesehen ist“, so der Spartenobmann abschließend.

 


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