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Umfrage: Kein gesetzlich verordnetes Rauchverbot

27. August 2004 | 06:00 Autor: Die Wirtschaft Nr. 35/2004 Vorarlberg
Eine Umfrage des Fachverbandes Gastronomie ergab, dass weniger als ein Drittel der Gäste von Gastronomiebetrieben verrauchte Luft als störend empfinden.

Unsere Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass sich alle Gäste in unseren Betrieben wohl fühlen“, so Helmut Hinterleitner, Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich. „Um die Wünsche unserer Gäste noch besser erfüllen zu können, haben wir eine Befragung von Personen, die regelmäßig Gastgewerbebetriebe besuchen, über das Marktforschungsinstitut Marketagent.com durchgeführt. Das Sample betrug 700 Personen“.

Im Schnitt fühlt sich knapp ein Drittel der Gäste durch "verrauchte Luft" gestört. Die Sensibilität bei Tabakrauch divergiert stark zwischen Rauchern und Nichtrauchern. Interessant ist, dass auch 11,2 Prozent der Raucher angeben, sich durch verrauchte Luft in Lokalen gestört zu fühlen. Nur 18,4 Prozent der befragten Gäste geben an, dass das Rauchen anderer Personen im Lokal für sie sehr störend sei. Die mögliche Störung durch Tabakrauch ist stark davon abhängig, welcher Lokaltyp besucht wird: Handlungsbedarf besteht primär in der Speisengastronomie (82,8 Prozent) während Nichtraucherschutz in der Unterhaltungsgastronomie derzeit kaum ein Thema ist. Bei Cocktailbars, Pubs, Diskotheken und Szenelokalen liegt der Prozentsatz jeweils erheblich unter 25 Prozent.

 

Die Gäste in österreichischen Gastronomiebetrieben wollen kein gesetzlich verordnetes Rauchverbot: Nur 5,3 Prozent der Befragten würden ein totales Rauchverbot à la Irland als geeigneten Ansatz begrüßen. Viel besser eingestuft wird die Schaffung von Nichtraucherbereichen sowie eine funktionierende Lüftung. Selbst unter den Nichtrauchern liegt der Prozentsatz jener, die ein totales Rauchverbot als geeigneten Lösungsansatz ansehen, unter 10 Prozent. Nichtraucher favorisieren vor allem die Schaffung eigener Bereiche (33,5 Prozent Nichtraucherräume bzw. 15,6 Prozent Nichtraucherzonen), während bei den Rauchern in erster Linie der Wunsch nach "guter Lüftung" besteht (45 Prozent).

 

Diesen Wünschen wollen die Gastbetriebe nun verstärkt Rechnung tragen. Der Fachverband hat mit Frau Bundesministerin Rauch-Kallat wie berichtet eine Vereinbarung über eine freiwillige Selbstverpflichtung der Branche getroffen. Demnach sollen in 3 Stufen bis Ende des Jahres 2006 in 90 Prozent aller Speiselokale Nichtraucherbereiche in Form von Nichtraucherzonen bzw. - wenn es die räumliche Situation zulässt - auch getrennte Nichtraucherräume geschaffen werden. Der Nichtraucherbereich soll jeweils 40 Prozent der Sitzplätze umfassen. Ausgenommen von der Verpflichtung sind kleine Betriebe mit einem Speisenbereich von unter 75 m2, da hier eine Abtrennung nicht zum gewünschten Ergebnis führt.


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