< Zurück zur Übersicht

Bernhard Bereuter, AMS Vorarlberg

Weniger Lehrstellensuchende am Vorarlberger Arbeitsmarkt

13. November 2019 | 09:55 Autor: AMS Vorarlberg Vorarlberg

Bregenz (A) Mit Ende Oktober waren beim AMS Vorarlberg 265 Personen als lehrstellensuchend gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 0,4 Prozent zum Vorjahr. Demgegenüber stehen 461 offene Lehrstellen.

Die Lehrausbildung hat in Vorarlberg weiterhin einen hohen Stellenwert. Mehr als die Hälfte aller Jugendlichen entscheidet sich für dieses duale Ausbildungssystem. Beim AMS Vorarlberg suchten 2019 durchschnittlich 245 Personen eine Lehrstelle. Den höchsten Stand an Lehrstellensuchenden gab es im September mit 295, den niedrigsten im Jänner mit 203. Bei den offenen Lehrstellen waren die meisten im September gemeldet (565), die wenigsten im Jänner (202). „Auch für jene, die bisher noch keine Lehrstelle gefunden haben, gibt es noch gute Chancen, einen Ausbildungsbetrieb zu finden“, weiß AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter, „die offenen Lehrstellen übersteigen die Anzahl der Lehrstellensuchenden auch im Oktober deutlich.“

Unterschiede zwischen den Bezirken
Das Verhältnis zwischen Lehrstellensuchenden und offenen Lehrstellen wird durch die Lehrstellenandrangsziffer beschrieben. Die durchschnittliche Lehrstellenandrangsziffer für das Jahr 2019 betrug 0,9. Das bedeutet, dass auf eine beim AMS Vorarlberg gemeldete Lehrstelle statistisch 0,9 Lehrstellensuchende kamen. Hier gab es zwischen den Bezirken in Vorarlberg merkliche Differenzen. Während in Bregenz die Lehrstellenandrangsziffer bei 0,1 lag, betrug sie in Dornbirn 2,2. Ausgeglichener ist das Verhältnis in Bludenz (1) und Feldkirch (1,4). Aufgrund dieser Unterschiede zeigt sich die Notwendigkeit, nicht nur im Wohnbezirk nach einer Lehrstelle zu suchen. „Aufgrund der unterschiedlichen Relationen zwischen Lehrstellensuchenden und offenen Lehrstellen in den Bezirken forcieren wir die überregionale Vermittlung“, erklärt Bereuter, „auch hier ist Flexibilität und der Blick über den Tellerrand gefragt.“ Der größte Andrang im Oktober zeigte sich im Beruf Bürokaufmann-/frau. Hier kamen auf eine Lehrstelle vorarlbergweit rund 8 Lehrstellensuchende. Bei den Berufen MetalltechnikerIn, FriseurIn und InformationstechnologIn waren es 5. Die größte Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage gab es beim Beruf Restaurantfachmann/-frau. Hier kamen auf 50 offene Lehrstellen lediglich zwei Lehrstellensuchende.  

Fokus liegt auf wenigen Berufen
Obwohl es in Österreich rund 200 Lehrberufe gibt, entscheidet sich rund ein Drittel der Jugendlichen für eine Ausbildung in einem von nur drei Lehrberufen. Diese sind in Vorarlberg MetalltechnikerIn, ElektrotechnikerIn und Einzelhandelskauffrau/-mann. Ein etwas anderes Bild zeigt sich bei den Lehrstellensuchenden, die beim AMS Vorarlberg vorgemerkt sind. Hier rangiert der Beruf des Bürokaufmanns, der Bürokauffrau mit 31 Lehrstellensuchenden an erster Stelle, gefolgt vom Kraftfahrzeugtechniker (24) und dem Einzelhandelskaufmann, der Einzelhandelskauffrau (19). „Bei der Berufswahl ist der Fokus der Jugendlichen auf nur wenige Berufe ausgerichtet. Daher bieten wir in unseren BerufsInoZentren ein breites Angebot an Beratung und Information, um den Menschen die Vielfalt der Berufswelt näherzubringen“, so Bereuter. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt dabei auf Mädchen und jungen Frauen, die in verschiedenen Formaten über atypische Frauenberufe informiert werden.

5,1 Millionen Euro für alternative Lehrausbildung
Für Jugendliche, die keine reguläre Lehrausbildung finden, bietet das AMS Vorarlberg mit der überbetrieblichen Lehrausbildung Chancen auf eine Ausbildung. Im Vorarlberger Ausbildungszentrum (AZV) können Jugendliche in den Bereichen Holz, Metall, Malen, Betriebslogistik, Handel und Elektrotechnik eine duale Berufsausbildung absolvieren. Frauen ab 18 Jahren, die sich für handwerklich-technische Berufe interessieren, bietet das AMS über das Programm FiT (Frauen in Handwerk und Technik) vielfältige Perspektiven, einen attraktiven und gut bezahlten Beruf zu erlernen. Für die überbetriebliche Ausbildung sowie die Angebote im Rahmen des FiT-Programms stellt das AMS Vorarlberg für das Jahr 2019 rund 5,1 Millionen Euro zur Verfügung. Davon profitieren rund 650 Menschen.

    AMS Arbeitsmarktservice Vorarlberg, Bregenz

    Rheinstr. 33, 6901 Bregenz
    Österreich
    +43 5574 691-0
    [email protected]ams.at
    www.ams.at

    Details


    < Zurück zur Übersicht