Oesterreichische Nationalbank: Positives Jahresergebnis von 5,2 Milliarden Euro für Kreditinstitute

Oesterreichische Nationalbank: Positives Jahresergebnis von 5,2 Milliarden Euro für Kreditinstitute
(Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de)

Wien (A) Im Jahr 2015 erzielten die österreichischen Kreditinstitute ein positives konsolidiertes Jahres­ergebnis in Höhe von 5,2 Mrd EUR. Somit verbesserte es sich verglichen mit dem Jahresergebnis 2014 (623,1 Mio EUR) um 4,6 Mrd EUR. Das Jahr 2014 war allerdings von hohen Wert­minderungen von Firmenwerten und anderen immateriellen Vermögenswerten sowie von hohen Risikovorsorgen im Kreditgeschäft zweier Großbanken maßgeblich beeinflusst gewesen. Zudem wurde 2015 aufgrund von außerhalb der ordentlichen Geschäftstätigkeit liegenden Einmal­effekten ein deutlich höherer sonstiger Saldo ausgewiesen.

Die konsolidierten Betriebserträge (ohne Risikovorsorgen) der österreichischen Kreditinstitute betrugen im Jahr 2015 28,1 Mrd EUR und lagen somit um 2,3 % unter dem Wert der Vergleichsperiode 2014.

Starke Veränderungen gab es vor allem beim Nettozinsergebnis, das als wichtigste Ertragskomponente der österreichischen Kreditinstitute verglichen mit dem Jahr 2014 einen Rückgang um 5,2 % auf 18,3 Mrd EUR verzeichnete. Negativ auf die Betriebserträge wirkten sich auch die um 33,6 % auf 619,7 Mio EUR gesunkenen Dividenden und anderen Beteiligungserträge aus.

Dementgegen steht die Verbesserung des sonstigen betrieblichen Ergebnisses um 94,9 % auf -34,8 Mio EUR. In der Vergleichsperiode 2014 waren nämlich noch stärkere Belastungen im Zusammenhang mit dem ungarischen Konsumentenkreditgesetz zur Zwangskonvertierung von Fremdwährungskrediten enthalten gewesen.

Weitgehend stabil geblieben sind das Provisionsergebnis in Höhe von 7,7 Mrd EUR (-0,1 %) sowie der Handelserfolg in Höhe von 1,4 Mrd EUR (+2,6 %).

Trotz der gesunkenen Betriebserträge wies das konsolidierte Betriebsergebnis (ohne Risikovorsorgen) einen Anstieg um 18,9 % auf 10,5 Mrd EUR aus.

Deutlich positiv auf das Betriebsergebnis wirkten sich die um 52,2 % auf 1,8 Mrd EUR gesunkenen Abschreibungen von Vermögenswerten[1] aus. Die Vergleichsperiode 2014 war von den hohen Sonderbelastungen zweier Banken im Zusammenhang mit Wertminderungen von Firmenwerten und anderen immateriellen Vermögenswerten in Rumänien bzw. in Russland und Polen geprägt gewesen. Zudem verringerten sich im Jahr 2015 die Verwaltungsaufwendungen aufgrund der zurückgegangenen Personal­aufwendungen um insgesamt 2,0 % auf 15,8 Mrd EUR.

Insgesamt erzielten die österreichischen Kreditinstitute damit ein positives konsolidiertes Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen in Höhe von 5,2 Mrd EUR. Dies entspricht einer Verbesserung um 4,6 Mrd EUR gegenüber der Vergleichsperiode 2014.

Hohe Rückgänge zeigten sich bei den Risikovorsorgen im Kreditgeschäft, die um 36,2 % auf 4,0 Mrd EUR sanken. Allerdings waren die Werte der Vergleichsperiode 2014 erneut maßgeblich von zwei Banken beeinflusst gewesen, die insbesondere hohe Rückstellungsdotierungen für das Kreditgeschäft in Rumänien bzw. der Ukraine vorgenommen hatten. Ergebnisverbessernd wirkte sich auch der stark gestiegene sonstige Saldo in Höhe von 2,0 Mrd EUR aus. Dies ist zum einen auf die darin enthaltenen deutlich höheren Beteiligungserträge in Höhe von 857,8 Mio EUR und zum anderen auf Einmaleffekte zurückzuführen, die nicht der ordentlichen Geschäftstätigkeit zuzuordnen sind.

Demgegenüber standen die um 171,2 % gestiegenen Verluste aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in Höhe von 485,3 Mio EUR sowie die um 350,4 % auf 708,2 Mio EUR erhöhten Minderheitenanteile.

Hinweis:
Das angeführte konsolidierte Jahresergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen des Jahres 2015 in Höhe von 5,2 Mrd EUR basiert auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Presseaussendung vorliegenden aufsichtsstatistischen Meldedaten. Aus dem Vergleich zu den vom Bankprüfer geprüften IFRS-Jahresabschlüssen, die zum aktuellen Zeitpunkt erst vereinzelt vorliegen, können sich noch Änderungen ergeben.

 

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