Studium mit Zukunft: „Wer rastet, der rostet“

Studium mit Zukunft: „Wer rastet, der rostet“
Philipp Pasolli

Wegen übermäßigen Rastens einzurosten hat Philipp Pasolli in den nächsten Jahren wahrscheinlich nicht zu befürchten. Nach dem Masterstudium in Mechatronik an der Fachhochschule Vorarlberg möchte der engagierte Musiker und leidenschaftliche Fotograf im medizinisch/technischen Bereich arbeiten. Seine Masterarbeit schreibt er demnächst in den USA zum Thema Orthesen. Seine Empfehlung für alle Studenten: Auslandssemester.

Sie studieren an der FHV Mechatronik – was ist das?
Mechatronik ist ein Spagat zwischen dem reinen Maschinenbauer und dem reinen Elektrotechniker. Es gibt zwar keine direkten Anwendungsgebiete für den Mechatroniker an sich, aber man hat die Möglichkeit in den Bereichen Maschinenbau oder auch Elektrotechnik einzusteigen. Der Vorteil der Ausbildung liegt darin, dass bei heutigen Produkten nichts mehr rein mechanisch oder rein elektrisch funktioniert, und man als Mechatroniker doch in beiden Fachbereichen mitreden kann.

Wie fiel Ihre Wahl auf die FHV und speziell auf Mechatronik?
Ich war zuvor an der HTL-Bregenz als Wirtschaftsingenieur und für mich war eigentlich klar, dass ich in der technischen Schiene bleiben möchte. Ich wollte aber nicht komplett in die Elektrotechnik einsteigen, und der reine Maschinenbau war auch nichts für mich. So war Mechatronik die ideale Ausbildung. Zur Auswahl standen das NTB und die FHV. Die Entscheidung fiel schlussendlich auf die FHV weil mir das Gebäude besser gefallen hat.

Im Ernst?
Ja, ich habe mich im NTB einfach nicht wohl gefühlt. Als ich die FHV besuchte, gefiel mir diese sofort. Sie ist modern, übersichtlich, genau richtig. Auch aus heutiger Sicht finde ich, dass dies die richtige Entscheidung war.

Wie würden Sie das Studium an der FHV beschreiben?
Das Studium an sich ist so ausgelegt, dass jeder, der Interesse an der Materie hat und sich damit befassen will, es schaffen kann. Ich möchte aber betonen, dass dieses Studium nicht einfach ist. Gefühlt ist der Anteil der Elektrotechnik etwas höher als der des Maschinenbaus, wobei sich die Anteile sehr gut die Waage halten. Zusätzliche Inhalte sind dann noch Themen wie Projektmanagement und Programmieren. Im Vergleich zu anderen Universitäten, die ich bisher besuchte, ist das Studium an der FHV ein bisschen mehr theorielastig, was aber kein Nachteil ist, weil man dadurch die Hintergründe sehr gut versteht und einen detaillierten Einblick bekommt. Die Unterrichtenden der FHV sind sehr qualifiziert und wissen, wovon sie sprechen. Das theoretisch Gelernte wird zur Vertiefung in Form von Projekten in Gruppenarbeiten in die Praxis umgesetzt. Ich finde diese Semesterarbeiten sehr gut. Das einzige, was ich daran verbessern würde, ist, dass noch mehr in diese Richtung gemacht wird, um die Theorie noch mehr in der Praxis anzuwenden. Ich weiß allerdings nicht, wie sich das im Stundenplan realisieren ließe, weil es ja wieder zu Lasten des theoretischen Unterrichtes ginge. Das wird in den verschiedenen Universitäten ganz unterschiedlich gehandhabt. Beispielsweise mein Auslandssemester in Norwegen war sehr stark praxisorientiert, wobei ich mir dabei wahrscheinlich schwerer getan hätte, hätte ich den theoretischen Teil der FHV nicht gehabt.

Sie haben Ihre Berufspraktika bei Blum und Doppelmayr gemacht?
Stimmt. Solche Berufspraktika sind zwar meines Wissens nicht verpflichtend, werden aber von der FHV empfohlen. Sie werden gefördert durch die jährlich stattfindende Jobmesse und andere Veranstaltungen bei denen wir Studenten dazu angehalten werden, diese zu besuchen, um mit lokalen Firmen Kontakt aufzunehmen. Ein großer Vorteil dieser Berufspraktika ist, abhängig davon, was man für eine Stelle bekommt, dass man das Gelernte praktisch anwenden kann.
Schon während der Zeit in der HTL habe ich Berufspraktika bei der Firma Blum in verschiedenen Abteilungen gemacht. Man bekommt dadurch einen schönen Einblick ins Arbeitsleben, wobei ich natürlich nicht sagen kann, wie es ist, wenn man fest angestellt ist. Meistens konnte ich das an der FHV Gelernte dabei nur zu einem geringen Prozentsatz anwenden. Die Firmen wissen über den Ausbildungsstand der Bewerber ja Bescheid, und da wäre es auch während der Sommerpraktika interessant, sofern möglich, in einen Bereich zu kommen, in dem die Ausbildung auch in vollen Zügen ausgenutzt werden kann. Während der Bachelorarbeit konnte ich hingegen einiges der gelernten Theorie auch wirklich umsetzen.

Ihre Bachelorarbeit machten Sie in der Entwicklungsabteilung der Firma Blum zum Thema „Evolutionäre Produktoptimierung“
Evolutionäre Produktoptimierung ist die Verbesserung eines bereits bestehenden Produktes. Meine Aufgabe während der Bachelorarbeit war es, das Produkt zu analysieren und dann mit bereits vorhandenen und eigenen neuen Ideen zu optimieren. Diese Änderungen durfte ich CAD-technisch abbilden und nach der Anfertigung von Mustern am realen Produkt testen. Alle getesteten Varianten wurden von mir dann gegenübergestellt und miteinander aufgrund von verschiedenen Bewertungskriterien verglichen und so die optimale Variante ermittelt.

Ihr erstes Auslandssemester verbrachten Sie in den USA
Bis zu meinem Bachelor bin ich nie wirklich aus Vorarlberg herausgekommen, abgesehen von einem zweiwöchigen Aufenthalt in Malta zur sprachlichen Fortbildung. Somit war für mich klar, dass ich ein Auslandssemester machen will, in einem Land, das als Muttersprache die englische Sprache hat und das außerhalb Europas liegt. Damit waren die USA für mich naheliegend.
Die Auswahl der Universität erfolgte dann über das Magellan-Netzwerk, wobei ich mich auch nach Erfahrungsberichten anderer Studenten richtete. Es war eine wertvolle Zeit, die mir sehr gefallen hat. Ich konnte sehen, wie andere Länder unterrichten und wie andere Unterrichtsmethoden umgesetzt werden. Alles zusammengerechnet war es ein bisschen mehr praxisorientiert als an der FHV, was mir auch gut gefiel. Nicht zu vergessen die Kontakte und die persönliche Horizonterweiterung, die sich kaum beschreiben lassen. Es ist auf jeden Fall für jeden zu empfehlen, ein Auslandssemester zu machen, wenn die Möglichkeit dazu besteht.

Auslandsaufenthalt in Indien für das Modulfach „International Sustainability Management“
Die beiden Wochen Indienaufenthalt waren geprägt von haufenweise Impressionen. Wir waren an der Universität Bimtech untergebracht, wo wir auch einige Diskussionsrunden mit Professoren der Universität sowie mit Externen zu den Themen Nachhaltigkeit, Energieverbrauch, Wasserwirtschaft, Rohstoffe für den Bau, und so weiter hatten. Das war das Hauptziel der Veranstaltung. Natürlich haben wir auch den einen oder anderen Ausflug gemacht, um die kulturellen Güter dieses Landes zu besichtigen, was sehr interessant war. Die letzten drei Tage verbrachten wir in einem ländlichen Gebiet, wo im Umkreis von 50 bis 100 Kilometern einfach gar nichts war. Es war ein Dorf, wie man es sich vorstellt, aus Lehmhütten ohne Strom und mit ordentlichen Fußmärschen um zumindest an Wasser zu kommen. Eine Art zu leben, die man sich überhaupt nicht vorstellen kann, wenn man bisher nur in Vorarlberg war. Diese Verhältnisse wären bei uns undenkbar. Es gab zwar eine Schule, zu der die Kinder geschickt wurden, auch wenn die meisten trotzdem einfach nicht hingingen. Wir haben jemanden in dem Dorf getroffen, der einmal Pilot war und mit dem man sich auf Englisch unterhalten konnte. Bei allen anderen ging das nur mit Händen und Füßen, beziehungsweise über unseren Übersetzer aus Indien, der auch mit dabei war. Er war unser Aufpasser, Supervisor und Guide. Es war für mich eine wertvolle Erfahrung, kulturell als auch persönlich. Persönlichkeitsbildend hat es für mich am meisten gebracht, einfach um wertzuschätzen, was wir hier haben.

Danach folgte wieder ein Auslandssemester, diesmal in Norwegen
Im März 2013 ergab sich die Möglichkeit für ein Auslandssemester in Norwegen. Als es ausgeschrieben war, war für mich sofort klar, dass, falls es irgendwie finanziell machbar ist, ich nach Norwegen fahre, was schlussendlich auch passiert ist. Von der Qualität der Ausbildung ist Norwegen auf jeden Fall vergleichbar mit der Fachhochschule. Der einzige gravierende Unterschied ist, dass der Unterricht stark praxisorientiert ist. Man entwickelt dabei einen gewissen Ehrgeiz, weil die Praxisprojekte einen großen Anteil der Benotung ausmachen. Dieser persönliche Reiz war ein starker Antrieb. Die Schule selbst ist neu, sehr modern und verfügt über alles was man sich wünscht. Die Professoren sind sehr hilfsbereit. Eine Universität ist hier anders zu bewerten als eine Fachhochschule. Wenn ich an der Fachhochschule ein Problem hatte, bin ich zum Professor gegangen, habe an die Tür geklopft und gefragt, ob er fünf Minuten Zeit hätte. An einer Universität lief das normalerweise nur über Terminvereinbarungen. Auch die gelehrten Inhalte in Norwegen waren interessant und haben mich auf jeden Fall weitergebracht. Einiges, was ich bis dato überhaupt noch nie gehört hatte, wurde erklärt. Über das Land muss ich wahrscheinlich gar nicht viel erzählen, es ist einfach traumhaft, wir waren direkt am Meer. Schöner kann man es kaum haben. Auch zu den Menschen konnte ich von Anfang an gleich Kontakte aufbauen, die während des ganzen Semesters und auch darüber hinaus bestehen blieben. Beispielsweise kommen demnächst vier oder fünf der Norweger zu uns und man trifft sich in Innsbruck zum Schifahren. Die Leute sind alle sehr freundlich und sprechen hervorragend Englisch, davon könnten sich einige bei uns eine Scheibe abschneiden.

Teilzeitanstellung bei Doppelmayr während des Masterstudiums
Das Masterstudium Mechatronik an der FHV ist so aufgebaut, dass eigentlich nur an drei Tagen pro Woche fixe Unterrichtseinheiten sind. Montag und Dienstag sind durchwegs über den gesamten Master freie Zeit. Diese Zeit ist eigentlich dazu gedacht, dass man das Gelernte wiederholt und Selbststudium betreibt. Mir persönlich ging es dabei aber so, dass ich diese Zeit bei weitem nicht gebraucht habe, weil ich Dinge im Unterricht leicht aufnehme und leicht lerne. In den ersten Wochen des Studiums hatte ich nach dem Wochenende auch Montags und Dienstags frei, was mir dann doch zu viel an Herumsitzen und Nichtstun war. Per Zufall kam ich an die Firma Doppelmayr, wo ich eine Teilzeitanstellung für diese beiden Tage bekam. Ich war im Verkauf für die technische Datenaufbereitung tätig. Die Tätigkeit stand sogar in recht gutem Zusammenhang mit der Ausbildung an der FH, wo wir auch programmieren lernten, was ich bei Doppelmayr anwenden konnte. Ich verstand dadurch, wie die Systeme bei Doppelmayr funktionieren, was für mich bei der Arbeit immer essentiell wichtig ist. Wenn ich nicht verstehe, was das Produkt macht, kann ich es meiner Meinung nach nicht richtig bearbeiten.

Haben Sie schon einen konkreten Berufswunsch?
Es gibt derzeit noch einen konkreten Berufswunsch. Es ist mir allerdings wichtig, dass ich später nicht nur in einem Spezialgebiet eingesetzt werde, sondern dass es ein Beruf ist, bei dem fachbereichsübergreifendes Wissen benötigt wird. Seit ich mich mit meiner Masterarbeit befasse, interessiere ich mich sehr für den medizinisch/technischen Bereich.

Gibt es schon ein Thema für Ihre Masterarbeit? Machen Sie diese wieder in Zusammenarbeit mit einer Firma?
Es wird auf jeden Fall ein praxisorientiertes Thema werden. Es dreht sich dabei um den medizinisch/technischen Bereich, genauer gesagt geht es um Orthesen. Während Prothesen dazu da sind, fehlende Gliedmaße zu ersetzen, ist es die Aufgabe einer Orthese, ein bestehendes Gliedmaß zu unterstützen. Für meine Masterarbeit ist eine Version einer Orthese vorhanden, welche in jeglichen Fachbereichen, also nach mechanischen, elektrotechnischen und regelungstechnischen Gesichtspunkten optimiert und weiterentwickelt werden soll. In diesen Sektoren hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel verändert und weiterentwickelt. Abgehalten wird diese Arbeit in Arizona, in Phoenix und ist von der Arizona State University ausgeschrieben worden. Nachdem ich mich jetzt etwas in dieses Thema hineingelesen habe, kann ich sagen, es interessiert mich so stark, dass ich mir durchaus vorstellen kann, es nach dem Abschluss des Mechatronik-Studiums weiter zu verfolgen.

Was sind Ihre Pläne für die Zeit nach dem Masterstudium?
Es gibt eigentlich noch keine konkreten Pläne. Momentan tendiere ich stark in den medizinisch/technischen Bereich. Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, sofern mir diese Firma, das Umfeld und die Arbeit gefallen, und natürlich auch die Masterarbeit entsprechend verläuft, noch das eine oder andere Jahr bei dieser Firma in den USA zu bleiben und dort zu arbeiten. Sollte das aus irgendwelchen Gründen nicht klappen, gibt es auch in Vorarlberg Firmen, die sich mit diesem Thema beschäftigen, ebenso im näheren Umfeld, Liechtenstein, Schweiz oder Deutschland. Natürlich kommen auch Firmen in Betracht, welche sich nicht in Vorarlberg und Umgebung befinden. Dieser Bereich interessiert mich, wo es mich aber letztendlich hin verschlagen wird, ist noch völlig offen.

Ihr Hobby ist die Musik, Sie sind aktives Mitglied in zahlreichen Musikgruppen. Wie geht das zeitlich neben dem Studium und Ihrem sozialen Engagement?
Ich spiele mittlerweile seit fast 20 Jahren Saxophon. Es kommt vor, dass ich ab und zu etwas in Zeitnot gerate und die eine oder andere Probe absagen muss, die Priorität liegt beim Studium, die Musik ist ein Hobby. Bisher hat es aber immer gut geklappt und wenn möglich versuche ich immer alles in vollem Ausmaß durchzuziehen. Die Musik macht mir sehr viel Freude, die ich auf keinen Fall missen möchte. Langweilig wird mir nie, aber das ist mir ehrlich gesagt lieber als Herumsitzen und nicht zu wissen, was ich tun soll. Ich engagiere mich auch als Schriftführer des Musikvereins Hörbranz, sowie als stellvertretender Jungmusikreferent im Musikverein Hörbranz und bin in der Weiterbildung von Jungmusikern in diversen Workshops tätig. Es ist mir wichtig, dass sich die Leute weiterentwickeln und dass es vorwärts geht im Verein. Wer rastet der rostet.

Ein weiteres Hobby ist die Fotografie. Ist das tatsächlich noch ein Hobby, oder bereits ein Nebenberuf?
Als ich im Militär war, begann ich mit der Fotografie und kaufte meine erste Spiegelreflexkamera. Das hat sich dann über drei Jahre weiterentwickelt und ich bin der Meinung, auch stetig besser geworden zu sein. Im Januar 2013 habe ich mich dann auf diesem Gebiet selbstständig gemacht. Durch die jüngste Gesetzesänderung war es mir möglich, ein Gewerbe als vollwertiger Berufsfotograf anzumelden. Ich möchte das vorerst nebenberuflich weitermachen.

Sind Sie fotografischer Autodidakt, oder verfügen Sie über eine Ausbildung?
Ich habe mir die komplette Fotografie selber beigebracht, natürlich mit Hilfe von Fotoblogs und Tutorials, aber ich habe keine schulische Ausbildung diesbezüglich abgeschlossen. Meine Fortbildung basiert hauptsächlich auf Recherche im Internet. Ich sehe momentan auch absolut keinen Bedarf, eine fotografische Ausbildung im schulischen Sinne zu machen, denn ich bin gleich in die digitale Fotografie eingestiegen und muss mich daher nicht mit chemischer Entwicklung von Filmmaterial beschäftigen, wofür eine Ausbildung wichtig wäre. Ich habe einen eigenen Stil erreicht, der mir zusagt und der offenbar auch anderen gefällt. Die Fotografie ist auch eine meiner Leidenschaften, ähnlich wie das Saxophon, nur dass die Fotografie eher technisch ist, und viel mit Recherche und Kreativität zu tun hat. Man kann sich auf diesem Gebiet sehr viel selber beibringen, wenn man ein bisschen engagiert ist, und sich selber weiterentwickeln möchte.

Sie hatten bereits Aufträge in der Reportagefotografie und in der technischen Fotografie
Angefangen hat die Reportagefotografie für mich mit „Partypeople“ und ähnlichem. Das entwickelte sich dann weiter und ich fotografierte für die Vorarlbergerin und das Weekend Magazin. Irgendwann kamen dann größere Aufträge, wie beispielsweise von der Firma Doppelmayr, bei welchen ich ganze Seilbahnanlagen fotografieren durfte und dabei Bereiche sah, in die man sonst eigentlich nicht kommt. Das war hochinteressant. Vor kurzem bekam ich einen Auftrag von einem namhaften Vorarlberger Wäschehersteller, für den ich die gesamte Produktkollektion fotografieren darf. Langsam kommen schöne Aufträge herein, über die ich mich sehr freue, wobei ich mich nicht daran störe, ob es dabei nun um technische Fotografie wie bei Doppelmayr geht, oder ob ich Wäsche an Modellen fotografiere. Ich bin offen für alles, es gibt nichts, von dem ich grundsätzlich sagen würde, das mache ich nicht. Wenn ich etwas noch nie gemacht habe, dann sehe ich es als Ansporn, mich in diesem Bereich der Fotografie fortzubilden. Ich probiere es aus, um zu sehen, ob ich ein Ergebnis erhalte, das von mir akzeptiert wird, bevor ich einen Auftrag annehme.

Die Wäschekollektion wird in Wien mit Model und Stylist im Studio fotografiert. Das ist eine größere Produktion, die sich auch über mehrere Tage ziehen wird. Letztes Jahr baute ich den Kontakt zum Magazin Vorarlbergerin auf und kam darüber zu dem Wäschehersteller, der seinen Shop fotografisch dargestellt und promotet haben wollte. Bei der Absprache mit dem Geschäftsführer ergab sich, dass er auch Fotos von seinen Kollektionen benötigt, und er fragte mich, ob ich das gerne übernehmen würde. Da war ich natürlich nicht abgeneigt. Noch bevor ich den Auftrag fix hatte, sah ich mich nach einem Stylist, einem Model und einer Möglichkeit zu fotografieren um. Die Leute habe ich recht schnell gefunden, und als ich den Auftrag fix hatte, fiel die Entscheidung auf Wien weil sowohl der Stylist, als auch das Model aus Wien sind.

Was würden Sie interessierten jungen Leuten bezüglich Studium empfehlen?
Bevor man mit einem Studium beginnt, sollte man sich schnellstmöglich klar darüber werden, was man überhaupt will. Damit hatte ich selber meine Probleme. Was studiere ich? Will ich das wirklich? Interessiert mich das überhaupt? Meiner Meinung nach kann man da noch so viele Workshops besuchen, wirklich weiß man es nach einem oder zwei Semester. Je klarer man sich aber vorher darüber ist, desto besser. Ein Studium ist nicht vergleichbar mit einer Oberstufe, es ist definitiv anstrengender, und wenn man nicht den Biss und das Durchhaltevermögen hat, es machen zu wollen, dann wird man relativ schnell aufgeben und die Zeit hätte besser genutzt werden können.
Jedem, der ein Studium beginnt und der die Möglichkeit dazu hat, würde ich raten ins Ausland zu gehen. Auslandssemester machen, sobald irgendwie die Möglichkeit dazu besteht. Dazu gibt es auch verschiedenste Förderprogramme.

Factbox

2003 bis 2008 HTL-Bregenz für Wirtschaftsingenieurswesen
2009 Auslandssemester an der Technical University of Tennessee
2009 bis 2012 Bachelor Mechatronik an der FHV
2012 Beginn des Masterstudiums Mechatronik an der FHV
2013 Auslandsaufenthalt in Indien im Zuge des Modulfaches International Sustainability Management
2013 Auslandssemester an der UIA of Agder in Norwegen
Webseite: www.philipppasolli.at

 

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