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Ausblick 2014: Die Normalisierung geht in die nächste Runde

20. Dezember 2013 | 09:56 Autor: VP Bank Liechtenstein

Vaduz (FL) Die VP Bank geht davon aus, dass fundamentale Faktoren an den Märkten wieder an Bedeutung gewinnen. Dies gilt sowohl für den Anleihen- als auch für den Aktienmarkt. Grundlage dieser Entwicklung bildet das anziehende Wirtschaftswachstum. Aktien sollten von der weiteren Normalisierung profitieren, Anleihen stehen hingegen vor einem herausfordernden Jahr.

Die Weltwirtschaft wird im kommenden Jahr einen Gang höher schalten. Die VP Bank erwartet einen Zuwachs des globalen BIP von 3.7 %. Nach der Stagnation im Jahr 2013 sollte der globale Warenumschlag wieder etwas höhere Zuwachsraten verbuchen. Die Industrieländer werden als Schrittmacher fungieren. Vor allem die US-Wirtschaft legt mit einem erwarteten BIP-Wachstum von 2.5 % spürbar zu. Zu den wesentlichen Wachstumstreibern werden die privaten Investitionsausgaben zählen. Der private Konsum bleibt aus unserer Sicht jedoch hinter den Erwartungen zurück; die kontinuierlichen Verbesserungen am US-Arbeitsmarkt reichen nicht aus, um die Spendierlaune deutlich zu verbessern.

Die Ampeln für Wachstum stehen auf Grün
Die Eurozone kann der Rezession entkommen; Grund zur Euphorie besteht jedoch nicht. Das Wachstum in den schuldengeplagten Ländern der Eurozone ist unter anderem der stabilen Exportentwicklung und dem massiven Einbruch der Importe zu verdanken, was per saldo zu einem positiven Wachstumsbeitrag der Nettoexporte führt. Das Ende der akuten Krise färbt positiv auf das Konsumentenvertrauen ab. Zarte Wachstumsimpulse kommen deshalb auch vom privaten Konsum. Ungeachtet dessen sind übergeordnete deflationäre Tendenzen. Deutschland ist auf dem Weg zu einem robusten Wachstum. Die grösste Volkswirtschaft der Eurozone dürfte um rund 2 % zulegen und dem gesamten Währungsraum somit zu einem Wachstum von 1 % verhelfen.

Zu den wachstumsstärksten Industrieländern wird 2014 die Schweiz zählen. Die Zuwachsraten des privaten Konsums werden zwar nicht mehr das Niveau des Jahres 2013 erreichen, das Investitionswachstum sorgt jedoch für eine mehr als ausreichende Kompensation. Dazu gesellt sich eine deutliche Zunahme der Ausrüstungsinvestitionen. Ziehen nun die Exporte moderat an, stehen die Chancen für ein BIP-Wachstum zwischen 2% und 2.5 % gut.

Das Wachstum der Schwellenländer schwimmt im Fahrwasser der Industrieländer: Moderat höhere BIP-Zuwächse stehen auf der Agenda – strukturelle Schwächen sind jedoch ein Bremsklotz.

Fundamentale Treiber übernehmen wieder
Durch den schrittweisen Rückzug der US-Notenbank aus den Anleihenkäufen wird das Renditeniveau wieder stärker durch fundamentale Faktoren bestimmt. Zwar ist derzeit kein Teuerungsdruck auszumachen, die anziehende konjunkturelle Dynamik dürfte jedoch für Aufwärtsdruck bei den Renditen sorgen. Regional dürften sich die Renditen unterschiedlich stark nach oben bewegen. Dennoch, im historischen Vergleich wird das Renditeniveau unterdurchschnittlich ausfallen, denn weiterhin gilt: Aufgrund der hohen Staatsschuldenlast besteht wenig Interesse an einem hohen Renditeniveau. Die Staaten sind nach wie vor auf die Unterstützung der Notenbanken angewiesen. Bei Anleihen mit Kreditaufschlag ist angesichts des bereits tiefen Niveaus der Risikoaufschläge das Potenzial für eine weitere Einengung beschränkt. Dennoch sind sie gegenüber Staatsanleihen vorzuziehen.

Aktien: Nachzügler verfügen über Potenzial
Der Haupttreiber für die starken Kursgewinne am Aktienmarkt war die Normalisierung der Bewertungen. Wichtige Aktienmärkte sind mittlerweile im historischen Vergleich nicht mehr unterbewertet. Auch der geldpolitische Stimulus verliert an Schwung.

Dennoch sieht die VP Bank für Aktien weiteres Potenzial: Zum einen sind Aktien gegenüber Anleihen weiterhin attraktiv bewertet, weitere Umschichtungen sollten folgen. Zum anderen dürfte das organische Wachstum der Unternehmensgewinne auch ausserhalb der USA wieder zurückkehren. Die Grundlage hierfür bildet das Umsatzwachstum als Folge des höheren Wirtschaftswachstums. Aus fundamentaler Sicht sind Zugewinne in Höhe des Gewinnwachstums gerechtfertigt. Aufgrund des Anlagenotstands kann sich auch die Bewertungsausweitung weiter fortsetzen.

Die Bewertungsunterschiede innerhalb der Aktienmärkte sollten sich angesichts des konjunkturellen und anlagepolitischen Umfelds wieder verringern, es dürfte eine Rotation einsetzen. Dies bedeutet, dass zurückgebliebene und heute günstig bewertete Regionen wie etwa die Eurozone oder die Schwellenländer über Aufholpotenzial verfügen.

Veränderte Risiken
Zu den Hauptrisiken in den vergangenen Jahren zählten ein Rückfall in die Rezession und eine Eskalation der Schuldenkrise. Diese Ängste sind aber sukzessive in den Hintergrund gerückt. Zuletzt hat dies auch Spuren hinterlassen. Jüngst hat sich am Aktienmarkt wieder viel Optimismus breitgemacht. Hellt sich die Stimmung weiter auf und wird sie euphorisch, könnte eine Zwischenkorrektur folgen. Dies wäre jedoch eine Korrektur im bestehenden Aufwärtstrend und nicht der Beginn eines neuen Bärenmarktes.

Das anziehende Wirtschaftswachstum sollte als Kurstreiber an die Stelle des allmählich nachlassenden geldpolitischen Stimulus treten. Dieser Übergang könnte den Markt vorübergehend verunsichern.

Chancen und Risiken der Normalisierung
Fundamentale Faktoren gewinnen wieder an Bedeutung. Nach den breiten und starken Zugewinnen der Vorjahre dürften sich die einzelnen Anlageklassen unterschiedlich entwickeln. Die Anleihenerträge werden vom Anstieg der Renditen geprägt sein. Um dennoch positive Erträge zu erzielen, sind Abstriche bei der Schuldnerqualität notwendig.

Grundsätzlich sollte Aktien gegenüber Anleihen der Vorzug gegeben werden, denn an Aktien dürfte 2014 kein Weg vorbeiführen. Zwar fällt die Bewertung als Kurstreiber weg, steigende Unternehmensgewinne sorgen jedoch für Potenzial.

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