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Besseres Wachstumsumfeld für junge Unternehmen gefordert: Positive Stimmung bei der Jungen Wirtschaft

02. März 2011 | 16:28 Autor: WKV Vorarlberg

Die Junge Wirtschaft Vorarlberg präsentierte Anfang März den jährlichen Konjunkturbarometer, zu dem junge Unternehmen in Vorarlberg befragt werden. Rund 57 Prozent der Befragten gaben an, dass sich der Geschäftsverlauf in den letzten Monaten sehr positiv entwickelt hat. Zudem rechnen 62 Prozent mit einer verbesserten Entwicklung der Ertragslage für 2011. Das funktioniert aber nur mit besseren Rahmenbedingungen für junge Unternehmen, mahnen die Verantwortlichen.

Im Auftrag der Jungen Wirtschaft Vorarlberg (JWV) befragten die Experten von
pm Telefonmarketing Anfang Februar rund 80 zufällig ausgewählte junge Unternehmen in Vorarlberg. Der große Optimismus des letzten Jahres hält an, denn auch dem bereits begonnenen Wirtschaftsjahr blicken die Befragten positiv entgegen, wie die Ergebnisse der Umfrage bestätigen. „Der Aufwärtstrend, der sich bereits 2010 abzeichnete, wird heuer fortgesetzt – die allgemeine Stimmung ist sehr erfreulich. Wenn knapp 90 Prozent der Befragten von einer konstant bleibenden bzw. verbesserten Ertragslage im Jahr 2011 ausgehen, ist das ein starkes Zeichen. Die Jungen sind und bleiben ein wichtiger Wirtschaftsmotor im Land“, unterstreicht Martin Dechant, JWV-Vorsitzender, die Wichtigkeit der Ergebnisse und führt weiter aus: „Rund 25 Prozent der Interviewten gaben an, 2010 ihre Mitarbeiteranzahl gesteigert zu haben. Dieser Trend ist laut der Umfrage auch für das Jahr 2011 zu erwarten. Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist auch, dass 55 Prozent der Unternehmen, die letztes Jahr noch von der Krise betroffen waren, diese heuer nicht mehr spüren.“

Wachstumsförderung für Jungunternehmer/innen
51 Prozent der Umfrage-Teilnehmer/innen gaben an neue Märkte erschließen zu wollen. Die positive Ertragslage und die Erhöhung der Mitarbeiteranzahl unterstreichen die zuversichtliche Stimmung und Entwicklung im Jahr 2011. „Nichtsdestotrotz muss weiterhin an einer weitreichenden Wachstumsförderung und auch an möglichen Wachstumsbeschleunigern von Seiten der Politik gearbeitet werden“, mahnt JWV-Vorsitzender Martin Dechant.
„Seit Anfang September 2009 haben Ein-Personen-Unternehmen die Möglichkeit, für den ersten Mitarbeiter im ersten Jahr eine Förderung zu beantragen. Mit diesem Schritt wurde zumindest die Bereitschaft zur Entlastung wachstumswilliger Unternehmen signalisiert. In der Praxis ging diese Maßnahme aber leider gänzlich am Bedarf vorbei. Was zu einer erfolgreichen Umsetzung fehlt, ist eine breitere Definition des Begriffs „erster Mitarbeiter“. In diesem Zusammenhang ist unbedingt über die Entkoppelung der Förderwürdigkeit der anzustellenden Person im Bereich des Alters und der Beschäftigungssituation von der Förderwürdigkeit des Unternehmens zu diskutieren“, erklärt JWV-Geschäftsführer Mag. Marco Tittler. 
Momentan kommen als erste Mitarbeiter/in nur jüngere Arbeitslose bzw. arbeitsuchende Vorgemerkte nach Ausbildungsschluss bis 30 Jahre in Frage. „Es sollte jedoch vielmehr eine echte Förderung, die nicht noch zusätzlich an die verschiedensten Bedingungen geknüpft ist, für wachstumswillige Unternehmen geben. Und dass diese Unterstützung in der momentan praktizierten Art und Weise nicht greift, belegen die aktuellen AMS-Zahlen. Die Anzahl der genehmigten Förderfälle ist mit 27 in den letzten 18 Monaten nicht gerade hoch“, resümiert Tittler.

Bravo Tirol – schade Vorarlberg
In einem anderen Bundesland wurde diese Situation bereits 2009 erkannt und richtig eingestuft. Tirol kreierte ein Bundesland-Modell, dessen Umsetzung dem Wirtschaftsressort des Landes obliegt, von der Beschäftigungssituation der anzustellenden Person unabhängig ist, und das zudem noch kompatibel zur Bundesförderung gestaltet wurde. „Eine Adaptierung und Umsetzung für Vorarlberg wäre jederzeit leicht machbar. Hier braucht es einfach das Commitment der Politik, Wachstum und Arbeitsplätze in kleinen Unternehmen zu fördern. Das fehlt leider bisher“, sind sich Dechant und Tittler einig. „Wir benötigen Wachstumsbeschleuniger, die dann wirken, wenn sie von den Unternehmen gebraucht werden. So ist zum Beispiel der neuerliche Vorstoß von Bundesminister Mitterlehner die einjährige Lohnnebenkostenbefreiung für Gründer für die Einstellung des ersten Mitarbeiters künftig auf drei Jahre zu erweitern, grundsätzlich zu begrüßen. Leider erfüllt sie aber nicht die notwendige Aufgabe, eine echte Wachstumsförderung für Unternehmen unabhängig vom Zeitpunkt der Gründung zu sein“ zeigt Mag. Marco Tittler Verbesserungspotenzial im Programm der Regierung auf.

JWV-Spitze fordert Taten statt Worte
„Die junge Wirtschaft im Land gehört rasch und unkompliziert unterstützt. Das nützt dem Wirtschaftsstandort, dem Arbeitsmarkt und last but not least den Unternehmer/innen des Landes“, unterstreicht JWV-Vorsitzender Martin Dechant die Auswirkungen von besseren Rahmenbedingungen für junge Unternehmen. „Uns geht es auch um den Wirtschaftsstandort Österreich - er muss weiterhin attraktiv bleiben und als gesunder Nährboden für die Entwicklung der heimischen Wirtschaft fungieren. Hier gilt es gerade bei der Wahl der Rechtsform, im Speziellen der der GmbH, konkurrenzfähig gegenüber anderen europäischen Staaten zu bleiben. Somit wären eine Reduzierung der Stammeinlage bei der GmbH, die Abschaffung der Veröffentlichungspflicht in der Wiener Zeitung sowie der Notariatsaktpflicht für einfache GmbH-Gründungen, wie auch die Streichung der Mindest-KöSt längst notwendige Schritte“, fasst der Geschäftsführer der JWV, Mag. Marco Tittler, zusammen und führt abschließend an: „Die Stimmung im Land ist sehr gut, die Rahmenbedingungen für Jungunternehmer/innen müssen jedoch dringend überarbeitet und interessanter gestaltet werden. Je früher desto besser.“

Factbox
Auszug aus der Konjunkturumfrage Junge Wirtschaft Vorarlberg:

Frage: Wie hat sich dein Geschäftsverlauf in den letzten Monaten entwickelt?
Antwort: 57% verbessert, 39% konstant geblieben, 4% verschlechtert
Frage: Wie wird sich deine Ertragslage 2011 entwickeln?
Antwort: 62% verbessern, 25% konstant bleiben, 10% weiß nicht, 3% verschlechtern
Frage: Hat sich die Anzahl deiner Mitarbeiter 2010 verändert?
Antwort: 25% gesteigert, 68% gleich geblieben, 7% verringert
Frage: Wirst du 2011 neue Märkte erschließen?
Antwort: 49% Ja, 51% Nein

Umfragezeitraum: Anfang Februar 2011, Umfrageinstitut: pm Telefonmarketing, Wolfurt
Interviewte Betriebe: 80, Branchen: Handel, Gewerbe, Tourismus Transport, Bank und Versicherung, Industrie, Information und Consulting, Sonstige.

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