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Tobias Klien

Durchstarter

04. November 2013 | 06:00 Autor: AMS / Anzeige Vorarlberg

Tobias Klien, Geschäftsführer der Webgears GmbH (gemeinsam mit Alexander Bitsche und Daniel Ender), schildert seine Erfahrungen als Unternehmer. Sein Motto: Im Mittelpunkt steht immer der Nutzen für den Kunden.

Herr Klien, seit wann gibt es die Webgears GmbH und wie kam es zu deren Gründung?

Alexander Bitsche, Daniel Ender und ich kennen uns schon seit unserer HTL-Zeit. Wir haben alle drei zuvor bei Bachmann electronic gearbeitet. Was als Hobby begonnen hat, hat sich zu einer gemeinsamen Geschäftsidee entwickelt. Im Jänner 2010 haben wir dann den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Wir betreuen und vertreiben Webseiten, entwickeln und vermarkten E-Commerce-Portale. Begonnen haben wir mit dem Schnäppchenblog „Preisjäger“. Er ist inzwischen der größte Schnäppchenblog in Österreich, auf dem wir pro Tag zehn ausgewählte Schnäppchen präsentieren. Dazu kam dann die Site Gutscheinsammler.de, eines der beliebtesten Gutscheinportale im deutschsprachigen Raum. Wir haben 50.000 User pro Tag.

Wie war der Start und wie sehen Sie die Entwicklung des Unternehmens?
Aus einem sicheren Job in die Unsicherheit der Selbstständigkeit zu gehen, war nicht einfach. Ich habe als erster gekündigt, dann meine zwei Mitgründer jeweils ein halbes Jahr zeitversetzt. Wir hatten einen Topf, in die jeder eingezahlt hat. Anfangs waren wir bei Daniels Oma untergebracht, da wir uns kein eigenes Büro leisten konnten. Dann haben wir 2011 unsere erste Mitarbeiterin eingestellt. Für sie haben wir vom AMS die EPU-Förderung bekommen. Das hat geholfen. 2012 kam dann der große Umschwung. Unsere Portale sind schnell gewachsen und wir haben unsere ersten Investoren an Land ziehen können. Dabei ging es in erster Linie nicht um finanzielle Unterstützung, sondern um eine enge Kooperation. Unsere Partner haben eigene große Portale, mit deren Hilfe wir noch schneller wachsen konnten. Alleine von August bis Dezember 2012 haben wir acht neue Leute eingestellt, wobei der Älteste 32 Jahre ist. Diese Entwicklung war für uns absolut nicht vorhersehbar, jetzt haben wir seit einem Jahr unsere neuen Büros und müssen schon wieder umziehen, weil wir aus allen Nähten platzen. Für unser Büro in Berlin suchen wir derzeit einen Manager, der das aufbaut. Wir denken daran, noch zehn bis fünfzehn neue Arbeitskräfte einzustellen. Auch an Büros in Großbritannien, Frankreich, Polen ist gedacht. Wir expandieren kräftig.

Welchen Herausforderungen sehen Sie sich im Personalbereich gegenüber?
Es ist sehr schwer, die richtigen Leute zu finden. Von meinem Partner in Berlin weiß ich, dass es dort einfacher ist. Dort gibt es eine lebendige Start-Up-Szene, bei uns in Vorarlberg schaut es schon von der Ausbildung her anders aus. Jeden, der bei uns anfängt, bilden wir mindestens ein halbes Jahr lang selbst aus. Wir sind drei Geschäftsführer mit verschiedenen Spezialgebieten, die sich hervorragend ergänzen. Parallel dazu gibt es drei Teams, in denen eine offene Gesprächskultur herrscht. Das Wichtigste ist die Selbstständigkeit der Mitarbeiter. Wir bauen sie auf und schauen, ob wir ihnen zukünftig Führungsverantwortung übertragen können.

Wie sehen Sie die Unterstützungsangebote im Land für Gründer?
Wir hatten viel Unterstützung, es war allerdings sehr kompliziert und zeitaufwändig, diese zu bekommen. Nachdem ich bei meinem früheren Arbeitgeber gekündigt hatte, konnte ich am Unternehmensgründungsprogramm des AMS teilnehmen. Das hat gut gepasst, die Beratung durch die Firma Merlin war sehr gut, und auch die EPU-Förderung für unsere erste Mitarbeiterin fand ich sehr nützlich. Das Modell könnte vielleicht noch etwas flexibler werden. Wir holen uns auch Hilfe von Unternehmensberatern, die uns raten, „Webgears“ als Marke zu positionieren, um bekannter und glaubwürdiger zu werden. Das zieht dann auch wieder neue Mitarbeiter an.

Haben Sie den Schritt in die Selbstständigkeit jemals bereut?
Nein. Keiner von uns möchte wieder zurück in ein Angestelltenverhältnis. Wir sind sehr ehrgeizig und engagiert. Es muss einem aber schon klar sein, dass man enorm viel Zeit in die Firma stecken muss, da bleibt nicht viel Platz für´s Privatleben, vor allem in den Anfangsjahren. Wenn ich irgendwie Zeit erübrigen kann, verbringe ich sie mit meiner Familie. Andererseits beflügelt der Erfolg. Ich möchte jetzt noch fünf bis sieben Jahre volle Power geben, und hoffe, dass ich es mir dann etwas leichter machen kann. Jetzt kommt die „stärkste“ Jahreszeit. Von Mitte November bis Mitte Dezember ist bei uns die Hölle los, da sind alle am Shoppen. Wir sind bereit.

„Nähere Infos zum Unternehmensgründungsprogramm und zur EPU-Förderung des AMS“.

    AMS Arbeitsmarktservice Vorarlberg, Bregenz

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