< Zurück zur Übersicht

Energiepolitische Weichenstellung: Baubeschlüsse zu Obervermuntwerk II gefällt

03. Februar 2014 | 08:20 Autor: illwerke vkw Vorarlberg

Bregenz (A) Vorstand und Aufsichtsrat der Vorarlberger Illwerke AG luden zu einer Pressekonferenz, an der auch Landeshauptmann Mag. Markus Wallner und Dr.-Ing. Hans-Josef Zimmer, Technikvorstand der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, teilnahmen.

Der Landeshauptmann betonte dabei die große Bedeutung des Bauprojektes für die gesamte Region. „Der Bau des Obervermuntwerkes II  ist in mehrfacher Hinsicht eine Weichenstellung, die über Jahrzehnte in unserem Land wirken wird. Für die Energiewirtschaft bedeutet das Projekt eine weitere strategische Stärkung und Absicherung der Eigenständigkeit. Für die Wirtschaft ist das Investitionspaket mit einem Volumen von 600 Millionen Euro ein wichtiger Impuls, der vor allem in der Region Montafon Arbeitsplätze sichert. Und nicht zuletzt ist das Obervermuntwerk II ein klares Bekenntnis des Landes zum weiteren Ausbau der Wasserkraft. Dazu gibt es ja auch einen gemeinsamen Beschluss aller im  Vorarlberger Landtag vertretenen Parteien“,  so Mag. Wallner, der das Obervermuntwerk II damit auch als wichtigen Schritt auf dem Weg zur Energieautonomie Vorarlbergs sieht. Mag. Wallner: „Das ambitionierte Ziel des Landes, bis ins Jahr 2050 die Energieautonomie erreicht zu haben, schaffen wir nur, wenn wir den Energieverbrauch reduzieren und unsere natürlichen Ressourcen optimal nutzen.“
 
Wichtiger Beitrag zum Gelingen der Energiewende

Als „wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende“ bezeichnete Dr.-Ing. Hans-Josef Zimmer das Obervermuntwerk II. Die EnBW vermarktet bis ins Jahr 2041 50 Prozent der Energie aus den Kraftwerken der Illwerke und beteiligt sich über die Jahreskosten auch an den Errichtungskosten für das Obervermuntwerk II. Dr. Zimmer: „Unser Unternehmen verbindet eine langjährige Partnerschaft mit den Illwerken, die auf großem Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung basiert. Wir sind deshalb davon überzeugt, dass wir das Bauprojekt gemeinsam mit größter Professionalität realisieren werden und das Kraftwerk planmäßig Ende 2018 ans Netz gehen kann.“ 

Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Ludwig Summer ging auf die Voraussetzungen ein, die den positiven Beschluss im Aufsichtsrat möglich machten, und nannte dabei an erster Stelle den vorliegenden rechtsgültigen Bescheid der Behörde. Dr. Ludwig Summer: „Nach der Vorarlberger Landesregierung, dem Umweltsenat und dem Verfassungsgerichtshof hat nun auch der Verwaltungsgerichtshof grünes Licht für den Bau des Obervermuntwerkes II gegeben. Damit war die letzte rechtliche Hürde für den Baubeschluss in unserem Gremium beseitigt. Um den Kostenrahmen zu setzen, war es zudem notwendig, dass die Ausschreibungen für einen großen Teil des Bauprojektes erfolgt sind und verbindliche Angebote der Lieferanten vorliegen. Auch dieser Punkt wurde vom Vorstand zur vollsten Zufriedenheit des Aufsichtsrates erfüllt. Damit konnten wir neben dem Baubeschluss für das Obervermuntwerk II und für das Rellswerk auch mehrere Vergabeanträge beschließen.“
 
Aufträge auch an heimische Firmen

„Mit einem Volumen von rund 500 Millionen Euro ist das Obervermuntwerk II das Herzstück eines Investitionspaketes, das auch das Rellswerk und Investitionen in die Umspannanlage Bürs umfasst. Rund die Hälfte der Aufwände können durch Eigenmittel finanziert werden“, so Dr. Christof Germann, Vorstandsmitglied von illwerke vkw. Bei den Ausschreibungen hat sich gezeigt, dass die Angebote der Zulieferfirmen den angenommenen Kosten entsprechen. Dr. Germann: „Wir freuen uns, dass sich mehrere heimische Firmen gegen starke Konkurrenz als Bestbieter durchsetzen konnten.“ Aber auch illwerke vkw profitiert als einer der größten Arbeitgeber des Landes vom Bauprojekt. „Wir bleiben eine bauende Gesellschaft und können unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern attraktive Aufgaben bieten“, so Dr. Germann.
 
Strenge Umweltauflagen

Abschließend ging Vorstandsmitglied DI Helmut Mennel detaillierter auf die technischen und energiewirtschaftlichen Aspekte des Projektes ein. „Das Obervermuntwerk II nutzt die Fallhöhe zwischen Silvrettasee und Vermuntsee, um bei Bedarf sehr rasch Regelenergie an das Stromnetz abgeben zu können, und pumpt das Wasser zurück in den Silvrettasee, wenn überschüssige Energie im Netz  die Versorgungssicherheit gefährdet. Wie das 2008 in Betrieb genommene Kopswerk II wird es in der Lage sein, flexibel auf Schwankungen im europäischen Verbundnetz zu reagieren, die nicht nur beim Verbrauch entstehen, sondern – bedingt durch den vermehrten Einsatz von Windenergie und Fotovoltaik – verstärkt auch bei der Erzeugung.“ Der Baustart für das mit einer Leistung von 360 Megawatt im Turbinen- und im Pumpbetrieb zweitgrößte Kraftwerk der Illwerke soll, wenn es die Schneelage zulässt, Anfang Mai erfolgen. DI Mennel: „Dass sich die Baustelle auf rund 1.700 Metern Seehöhe befindet und auch im Winter betrieben wird, bringt natürlich große Herausforderungen mit sich. Das Projekt ist aber bis ins Detail vorbereitet und unsere Ingenieure konnten schon beim Kopswerk II viele wertvolle Erfahrungen sammeln.“ Die exponierte Lage im Hochgebirge erfordert zudem eine besondere Sensibilität in Umweltfragen. DI Mennel: „Der schonende Umgang mit der Natur ist uns ein großes Anliegen. Darüber hinaus wurden im Umweltverträglichkeitsverfahren alle relevanten Auswirkungen des Projektes geprüft und strenge Auflagen erteilt, auf deren Einhaltung wir größte Aufmerksamkeit legen.“ 
 
Die Vorarlberger Illwerke AG ist eine eigenständige Gesellschaft unter dem Dach von illwerke vkw. Durch ihre Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke sind die Illwerke in der Lage, Spitzen- und Regelenergie zu erzeugen sowie dem Netz überschüssige Energie zu entnehmen. Damit erfüllen die Illwerke wichtige energiewirtschaftliche Funktionen für die Sicherung der Stabilität der Stromversorgung im europäischen Netz. Mit Illwerke Tourismus verfügt die Vorarlberger Illwerke AG über eine eigene Tourismussparte.

    vkw illwerke | Vorarlberger Kraftwerke AG

    Weidachstr. 6, 6900 Bregenz
    Österreich
    +43 5574 601-0

    Details


    < Zurück zur Übersicht