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Dr. Gerald Fleisch, Direktor der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft (KHBG)

Gehaltsreform mit Augenmaß - Direktor Fleisch mahnt Ärztekammer zu sorgsamem Umgang mit öffentlichen Mitteln

19. März 2012 | 14:40 Autor: KHBG Vorarlberg

Feldkirch (A) Die Anforderungen an das Spitalswesen wachsen stetig. Dadurch steigen auch die Belastungen für alle Beschäftigten in den Krankenhäusern. „Es braucht eine umfassende Gehaltsreform, damit die Vorarlberger Bevölkerung auch in Zukunft von genügend qualifizierten und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Landeskrankenhäusern profitiert,“, betont  Dr. Gerald Fleisch, Direktor der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft (KHBG). „Eine wesentliche Grundvoraussetzung ist jedoch, dass alle Beteiligten gemeinsam versuchen, fair und mit Augenmaß dieses wichtige Ziel zu erreichen.“

Die Arbeiten für die Gehaltsreform, die alle Berufsgruppen umfasst, finden im Einvernehmen mit dem Betriebsrat statt und laufen auf Hochtouren. Der Direktor der Krankenhaus-Betriebsgesellschaft appelliert dabei allerdings an die Ärztekammer, nicht übers Ziel zu schießen. „Wir orientieren uns klar an den Gegebenheiten des  Arbeitsmarktes in Vorarlberg und in  Süddeutschland. Die Forderung der Ärztekammer nach einer Anpassung der Gehaltssysteme an jene der Schweiz scheint in dieser Diskussion wenig zielführend. Auch in der Industrie und vielen anderen Wirtschaftssparten werden in Vorarlberg keineswegs mit der Schweiz vergleichbare Gehälter gezahlt“, so Fleisch.

Umfassende Gehaltsreform nur in Vorarlberg
Fleisch verweist in diesem Zusammenhang auch darauf, dass die Krankenhaus-Betriesgesellschaft eine doppelte Verantwortung zu tragen hat: „Einerseits sind wir für die bestmögliche medizinische Behandlung unserer Patientinnen und Patienten verantwortlich, andererseits sind diese VorarlbergerInnen aber auch Steuerzahler und erwarten sich zu Recht einen  sorgsamen Umgang mit öffentlichen Geldern“, betont der KHBG-Direktor.

„Wir freuen uns über die Rahmenbedingungen, die es uns trotz der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Situation überhaupt erst ermöglichen, über höhere Gehälter und zusätzliche Dienstposten zu reden.“ Die teilweise angespannte Personalsituation ist keineswegs ein hausgemachtes Vorarlberger Thema, sondern ein Problem, das weit über die österreichischen Grenzen hinaus geht.

„Auch Krankenhäuser in Salzburg und Oberösterreich klagen über die Abwanderung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins benachbarte Ausland. Dennoch ist Vorarlberg das einzige Bundesland, das eine umfassende Gehaltsreform in Angriff nimmt, und zwar nicht nur für die Spitals-Ärztinnen und -Ärzte, sondern für sämtliche 3.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Landeskrankenhäusern“, so Fleisch. „Der Beruf des Spitalsarztes ist sehr komplex und herausfordernd und muss angemessen bezahlt werden, ebenso wie die Tätigkeit aller anderen MitarbeiterInnen“, bekräftigt Fleisch die Notwendigkeit der Gehaltsreform für alle Berufsgruppen.

Vernunft und Bodenhaftung gefragt
Fleisch sieht die Vorarlberger Ärztekammer in diesem Prozess als wertvollen Berater, der die Interessen der heimischen Ärztinnen und Ärzte mit Augenmaß vertreten sollte. „An den Landeskrankenhäusern arbeiten hervorragend qualifizierte Medizinerinnen und Mediziner, die es auch verdient haben, in einem Umfeld zu arbeiten, das nicht von Teilen der eigenen Interessensvertretung schlecht geredet wird“, erklärt Fleisch und betont, dass für ihn vor allem die Gesamtverantwortung, sowohl für PatientInnen als auch für MitarbeiterInnen, zählt.

„Wir stehen voll und ganz hinter unseren Ärztinnen und Ärzten und wissen um den dringenden Handlungsbedarf bei der Entlohnung und der ständigen Verbesserung der Rahmenbedingungen. Dabei hat selbstverständlich auch die Stimme der Ärztekammer einen wesentlichen Stellenwert. Wir orientieren uns allerdings nicht an jenen, die sich am lautesten artikulieren, sondern an denjenigen, die trotz unbestritten hohem Arbeitsdruck Tag für Tag großartige Leistungen vollbringen“, argumentiert Fleisch. „Wenn dabei von “Hungerlohn“ für Ärzte oder Jahresgehältern von € 400.000 gesprochen wird, dient das weder dem Gesprächsklima noch dem Ziel, ein professionelles, aber auch finanzierbares Spitalswesen in Vorarlberg auch langfristig zu sichern. Deshalb sind jetzt Vernunft und Bodenhaftung gefragt“, so Fleisch.

Verhandlungen liegen im Zeitplan
„Wir werden konsequent den begonnenen Weg der Gehaltsreform mit allen Beteiligten fortführen, um in Zukunft attraktive und angemessen bezahlte Arbeitsplätze im Vorarlberger Spitalswesen bieten zu können“, betont der KHBG-Direktor. „Ich bin überzeugt, dass wir die im Zeitplan liegenden Verhandlungen zu einem guten Abschluss bringen können, von dem unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren werden.“

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