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Elektromobilität mit 7-Meilenstiefeln auf der Überholspur

Hochleistungsladenetzwerk für Elektromobilität auf Westachse grenzüberschreitend ausgebaut

14. Juni 2016 | 12:42 Autor: BMVIT Startseite, Wien

Wien (A) Smarte Schnellladestationen und grenzüberschreitende Ladeservices entlang der Westachse zwischen Bratislava und München sind Realität. Das vom Klima- und Energiefonds in Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) geförderte Leuchtturmprojekt CROSSING BORDERS hat das unter der Leitung von VERBUND erreicht.

Dank strategischer Netzwerkplanung entstehen derzeit europaweit hochrangige Ladenetze, die Langstreckenmobilität für emissionsfreien Individualverkehr ermöglichen. Neue länderübergreifende Allianzen bringen mehr Service für Kunden und damit neue Dynamik in das laut- und emissionslose Fahrvergnügen Elektromobilität.

Ob Urlaub oder Geschäftsreise – die Mobilität der Zukunft ist elektrisch! Will man mit dem E-Auto verreisen, muss das Aufladen auch jenseits der Grenzen möglich sein. Eine uneingeschränkt nutzbare Ladeinfrastruktur in Europa zu etablieren, war die Vision von bmvit, Klima- und Energiefonds und Verbund. Im Leuchtturmprojekt CROSSING BORDERS haben 13 Projektpartner aus vier Nationen über drei Jahre an der Vernetzung der vier E-Mobilitätsregionen Bratislava, Wien, Salzburg und München gearbeitet. Das rasante Wachstum des E-Mobilitätsmarktes in Europa wird so von Österreich aus entscheidend mitgestaltet.

Der Klima- und Energiefonds – dotiert aus Mitteln des bmvit – hat CROSSING BORDERS mit knapp 3 Millionen Euro gefördert. Infrastrukturminister Jörg Leichtfried erklärt: „Mein Ziel ist es, Österreich bis 2020 elektrofit zu machen. Dafür müssen E-Autos alltagstauglich und leistbar werden. Und es braucht genügend Ladestationen. Der grüne Korridor ist ein Vorzeigebeispiel für eine funktionierende Infrastruktur. Damit ist es für die Urlauber und Pendler möglich, mit dem Elektro-Auto von Bratislava über Wien nach München zu fahren.“

„Strom ist der Treibstoff der Zukunft. Deshalb treiben wir bereits seit Jahren in nationalen und internationalen Projekten die Elektromobilität voran und engagieren uns aktiv für zukunftsträchtige, energieeffiziente und saubere Mobilitätslösungen. Dadurch dynamisieren wir die Dekarbonisierung des Verkehrssektors, die einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der in Paris festgelegten Klimaziele leisten wird“, betont Wolfgang Anzengruber, Vorstandsvorsitzender VERBUND. „Ich bin mehr denn je überzeugt, dass E-Mobilität ein wesentlicher Teil dieser Lösung ist, denn es geht neben CO2 auch um Feinstaub- und Lärm-Reduktion.“

Klima-und Energiefonds Geschäftsführerin Theresia Vogel: „Das Projekt schafft eine hohe internationale Sichtbarkeit für österreichische Innovationen und Entwicklungen. Gerade die internationale Zusammensetzung des Projektteams garantiert die optimale Verbindung europäischen Know-hows. Dadurch ist sichergestellt, dass österreichische Unternehmen bei der Entwicklung eines länderübergreifenden E-Mobilitätskorridors maßgeblich beteiligt sind. Denn Mobilität endet nicht an der Staatsgrenze.“

Grenzüberschreitende, flächendeckende Schnellladeinfrastruktur und Kundenservices
Die Diskussion über das „Henne-Ei“ Problem ist wohl bekannt: Triggern mehr Elektrofahrzeuge auf der Straße den Ausbau von Ladeinfrastruktur oder ist es genau umgekehrt: Erst wenn es ein flächendeckendes Ladenetz gibt, werden mehr Kunden auf Elektroautos umsteigen? Die Antwort liegt wohl irgendwo dazwischen: E-Mobility Services werden erst dann akzeptiert, wenn diese in hoher Qualität und verlässlich zur Verfügung stehen, auf der anderen Seite beeinflusst die Marktentwicklung am Fahrzeugsektor den Infrastrukturausbau. Das Projekt CROSSING BORDERS gibt dieser Entwicklung einen kräftigen Schub: Intelligente Schnellladestationen und grenzüberschreitende Ladeservices für E-Mobility entlang der Westachse zwischen Bratislava und München sind jetzt Realität. In ganz Europa entstehen hochrangige Ladenetzwerke, damit ist die e-mobile Langstreckenmobilität alltagstauglich. Mit einer Ladekarte von Berlin bis Laibach – auch Urlaubsreisen sind e-mobil möglich. Dahinter steht ein Konzept, das sich auch im Mobilfunk bewährt hat: eRoaming Lösungen machen Laden an allen Ladestationen möglich, vorausgesetzt die Provider haben eRoaming-Abkommen vereinbart. Kunden profitieren damit von einem wesentlich größeren Serviceraum, ohne sich bezüglich Zugänglichkeit zur Ladeinfrastruktur Gedanken machen zu müssen. Basierend auf CROSSING BORDERS Projektergebnissen ist für Kunden nicht nur das SMATRICS Ladenetz in Österreich verfügbar, sondern auch in der Slowakei und in Slowenien.

Dazu meint Michael-Viktor Fischer, Geschäftsführer von SMATRICS: „Wir bieten unseren Kunden bereits heute das größte österreichische High-Speed Ladenetz. Und weil Mobilität nicht an der Landesgrenze endet, wird der Serviceraum laufend erweitert: Gerade rechtzeitig zum Start der Urlaubssaison ergänzen wir unser Netz um Ladestationen in der Slowakei und in Slowenien, damit auch das Mittelmeer mit einer einzigen Karte elektrisch erreichbar ist.“ Zusätzlich setzt SMATRICS auf ein umfassendes Serviceangebot: Mobile App, 24h Kundenhotline, Laden per Handy und ein eigenes Kundenportal sind Teil des Angebots. „Ein schnelles und umfassendes Ladenetz wird dann zum Erfolgsfaktor, wenn dort einfach und bequem geladen werden kann. Daher sind alle SMATRICS Stationen ab sofort auch ohne Vertragsbindung und in Echtzeit übers Handy direkt vor Ort am jeweiligen Ladestandort freischaltbar. Damit kann jeder spontan bei uns laden, ohne vorherige Planung und Organisation einer Ladekarte“, so Fischer.

Marcus Groll, CCO Allego und Projektkoordinator eines Schnelladeprojekts in Deutschland und Belgien: „Wir arbeiten mit Hochdruck an einem über 200 Stationen umfassenden Schnellladenetz in Deutschland und Belgien. Für uns ist Interoperabilität der Europäischen Schnellladenetze ein Muss, das die Kunden von uns erwarten“.

Strategische Netzwerkplanung und internationale Partnerschaften
Entscheidend für die Benutzerfreundlichkeit und damit auch für die Servicequalität von Ladeinfrastruktur ist die Standortauswahl. Diese beeinflusst nachhaltig den Geschäftserfolg von E-Mobility Serviceanbietern. CROSSING BORDERS hat ein Netzwerkplanungstool entwickelt, das im Projektraum München-Wien-Bratislava bereits erfolgreich eingesetzt wurde. Die Erfahrungen der Projektpartner, Erkenntnisse aus internationalen Projekten und Know-how aus der Verkehrsplanung sowie sozio-ökonomische Daten wurden vom Netzwerkplanungstool verarbeitet, um im CROSSING BORDERS Projektkorridor Ladestandorte zu identifizieren und umzusetzen. Das Ergebnis sind 40 Ladestationen, die je nach Standort technisch unterschiedlich ausgeführt wurden: Für kurze Stopps auf der Autobahn wurden Schnellladestationen errichtet, für längere Stopps bei Einkaufszentren oder in Garagen wurden Ladeboxen für beschleunigtes Laden eingesetzt. Dahinter verbergen sich unterschiedliche Nutzungsmuster: Einmal die Verlängerung der Reichweite durch sehr schnelles Aufladen, ein anderes Mal das so genannte „Opportunity Charging“, wenn das Fahrzeug ohnehin länger abgestellt ist. Andreas Käfer, Geschäftsführer der TRAFFIX Verkehrsplanung GmbH erläutert zur Netzwerkplanung: „Mit dem entwickelten Tool sind wir einen großen Schritt weitergekommen. Erst das Zusammenspiel von verkehrsplanerischem Know-how verknüpft mit den speziellen Anforderungen der E-Mobility ermöglicht eine langfristige, strategische Planung, die sowohl Kundenanforderungen berücksichtigt, als auch nachhaltige Geschäftsmodelle von Service-Providern bedient. Damit ist E-Mobilität in der Realität angekommen“.

Forschung & Entwicklung als Hebel für den Einsatz neuer Technologien
Projekte wie CROSSING BORDERS beweisen, dass erst die interdisziplinäre Zusammenarbeit die Forschungs- und Entwicklungsarbeit wesentlich vorantreibt. Entwicklungsleistungen sind dadurch noch schneller im Markt verfügbar. Durch die Zusammenarbeit und den Austausch mit internationalen Partnern können zukunftsweisende Mobilitätsservices entwickelt und getestet werden. Öffentliche Unterstützung schlägt damit Leitplanken am Entwicklungspfad ein und beschleunigt die Umsetzung innovativer Services und nachhaltiger Technologien. Anton Plimon, Managing Director des AIT Austrian Institute of Technology: „Elektromobilität stellt eine neue Form von Mobilität dar. Diese systemische Veränderung eröffnet innovativen Unternehmen in den nächsten Jahrzehnten neue Geschäftschancen. Der Industriesektor in Österreich benötigt daher entsprechende Technologielösungen, die vom AIT Austrian Institute of Technology erforscht und entwickelt werden. Ebenso entwickelt sich ein neues Ecosystem mit neuen Interaktionen. Auf der Nutzerseite erkennen wir, dass die Akzeptanz und das Verhaltensmuster anders sind als bei herkömmlichen Kraftfahrzeugen. Die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt CROSSING BORDERS zeigen u.a., dass das Nutzerverhalten für ca. 25% der Reichweite ausschlaggebend ist. Mit verlässlichen Hinweisen und rechtzeitiger Information lässt sich die Unsicherheit der Fahrer bei der Nutzung von E-Fahrzeugen reduzieren.“

CROSSING BORDERS wird vom Klima- und Energiefonds der Bundesregierung im Rahmen des Programms „Leuchttürme der Elektromobilität" mit 2,86 Mio. Euro gefördert. Das Gesamt-Projektvolumen (inklusive Investitionen) beträgt 7,2 Mio. Euro.

    Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

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    Klima- und Energiefonds

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