< Zurück zur Übersicht

Frau Sams macht derzeit eine Ausbildung in ihrem Wunschberuf

Lehre auf Umwegen

07. Feber 2013 | 13:37 Autor: AMS Vorarlberg / Anzeige Vorarlberg

Die Lehrausbildung hat in Vorarlberg traditionell einen hohen Stellenwert. Das duale Ausbildungssystem hat sich bewährt und wird weit über unsere Grenzen als Erfolgsmodell geschätzt. Derzeit absolvieren in Vorarlberg rund 8.200 Personen eine Lehrausbildung.

Neben den meist  jugendlichen Lehrlingen gibt es auch erwachsene Frauen, die über Umwege in ihrem Wunschberuf eine Lehrausbildung nachholen. Das AMS bietet diesen Personen mit dem Programm Frauen in Handwerk und Technik (FIT) die Möglichkeit, in verkürzter Lehrzeit hochqualitative Ausbildungen zu absolvieren. „Mit dem Modell FIT gelingt es uns, dem Fachkräftemangel in handwerklich-technischen Berufen entgegenzuwirken und Frauen eine tolle berufliche Perspektive zu bieten“, sagt Bernhard Bereuter, Leiter des Service  für Unternehmen des AMS Vorarlberg.

Über FIT zur Ausbildung
„In meiner Jugend war es unmöglich, im Metallbereich eine Lehrstelle zu bekommen“, erzählt Elke Sams, „und so habe ich eine Steinmetz-Lehre gemacht. Das war mir aber körperlich zu anstrengend, deshalb habe ich auf Grafikerin umgesattelt.“ Nach 16 Jahren Berufsausübung wollte sie es noch einmal mit ihrem Traumberuf versuchen. Sie wusste, was sie wollte, und stieg nach kurzer Vormerkung beim AMS ins FIT-Programm ein. Als Quereinsteigerin hat sie ihr Ausbildungsunternehmen über einen Betriebsbesuch kennengelernt. Bei z-werkzeugbau wird sie nun in einer Lehrzeit von zweieinhalb Jahren zur Zerspanungstechnikerin ausgebildet. „Mit der verkürzten Lehrzeit ist es schwierig“, berichtet Peter Sahler, Leiter der Lehrlingsausbildung bei z-werkzeugbau, „den Stoff von dreieinhalb Jahren in zwei Jahre zu pressen, ist nahezu unmöglich. Da Frau Sams schon eine Lehre abgeschlossen hat und sehr motiviert ist, bin ich aber optimistisch, dass wir das schaffen werden.“ Ihre Arbeitseinstellung sei eine ganz andere als bei einer Fünfzehnjährigen, und ihre langjährige Berufserfahrung kommt ihr zugute. Sie arbeitet in einem kleinen Team von sechs Lehrlingen des ersten Lehrjahres, darunter auch ein Mädchen. Derzeit hat das Unternehmen bei den Lehrlingen einen Frauenanteil von 15 Prozent. „1980 haben wir bereits die ersten zwei Mädchen im Land als Lehrlinge ausgebildet“, berichtet Sahler, „eine davon arbeitet noch immer bei uns, in der Arbeitsvorbereitung.“ Was gefällt ihm an Elke Sams? „Ihr Wille, ihr Ehrgeiz und ihre Zuverlässigkeit. Das hilft enorm, wenn man in der Ausbildung weiterkommen will.“ Mit den Altersunterschieden im Lehrlingsteam gibt es keine Probleme. „Das funktioniert reibungslos. Wir haben durch die geringe Größe des Teams eine recht familiäre Atmosphäre.“

Potenziale für die Zukunft
Der demografische Wandel stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen im Personalbereich. Geeignete Fachkräfte zu finden entscheidet über den zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg. Engagierte Frauen, die sich im reiferen Alter für einen neuen beruflichen Weg im handwerklich-technischen Bereich entscheiden, stellen ein Potenzial dar, das durch passende Ausbildungskonzepte effizient genutzt werden kann. 2012 sind in Vorarlberg 150 Frauen in das Programm FIT eingestiegen, 35 haben über die FIT-Implacementstiftung eine Lehr- oder Spezialausbildung im handwerklich-technischen Bereich absolviert.

Links zum Thema:

AMS-Angebote für Frauen und Mädchen

FAB Verein zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung

AMS-Lehrstellenbörse

  • Lehrlingsausbildner Peter Sahler
    uploads/pics/salerdigital.jpg

AMS Arbeitsmarktservice Vorarlberg, Bregenz

Rheinstr. 33, 6901 Bregenz
Österreich
+43 5574 691-0
[email protected]ams.at
www.ams.at

Details


< Zurück zur Übersicht