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Leichter Aufwärtstrend auf dem heimischen Arbeitsmarkt (© AMS/Petra Spiola)

Leichter Aufwärtstrend auf dem heimischen Arbeitsmarkt

03. Oktober 2016 | 14:18 Autor: AMS Vorarlberg Vorarlberg

Bregenz (A) Die leicht positive Entwicklung der letzten Monate hielt auch im September an und die Arbeitslosigkeit verringerte sich sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahr etwas.  Profitieren davon konnten allerdings nicht alle Personengruppen: bei den Un- bzw. Geringqualifizierten, den über 55-Jährigen, mit Abstrichen auch bei den unter 20-Jährigen, den AusländerInnen sowie in den Hilfsberufen nahm die Arbeitslosigkeit weiterhin zu. Vor allem wenn – wie dies oft der Fall ist – für Vorgemerkte diese Merkmale mehrfach zutreffen, bereitet die Wiedereingliederung ins Beschäftigtensystem größere Schwierigkeiten.

Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen um 189 oder 2,0% auf insgesamt 9.430. Da im selben Zeitraum auch die Zahl der SchulungsteilnehmerInnen um 154 (-6,6%) auf insgesamt 2.176 abnahm, reduzierte sich die Zahl der Jobsuchenden innert Jahresfrist um 343 oder 2,9%. Somit waren in Vorarlberg Ende September insgesamt 11.606 (5.662 Männer und 5.944 Frauen) Personen auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz.

Österreichweit stellte sich die Situation am Monatsende etwas ungünstiger dar. Hier erhöhte sich die Zahl der Jobsuchenden gegenüber dem Vorjahr um 522 oder 0,1% auf insgesamt 391.939; dabei zeigte sich ein deutliches „Ost-West-Gefälle“. Noch stärker als bei uns verringerte sich die Arbeitslosigkeit im Tirol (-6,9%), in Salzburg (-4,5%) und in der Steiermark (-3,0%). Auch Kärnten (-2,1%) und Oberösterreich (-0,4%)wiesen noch ein Minus auf, während in Niederösterreich (+2,7%), in Wien (+2,5%) und im Burgenland (+0,1%) weiterhin Anstiege in Kauf genommen werden mussten.

Auch die vorläufige Arbeitslosenquote (SchulungsteilnehmerInnen werden in dieser Quote nicht mit gezählt) lag in Vorarlberg am Monatsende mit 5,6% wieder deutlich unter dem österreichischen Schnitt von 8,2%. Ungeachtet der zuletzt doch recht positiven Entwicklung darf aber nicht übersehen werden, dass die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg noch immer recht hoch ist; höhere Bestände mussten nämlich - abgesehen von den Verringerungen im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Jahren –  nämlich nur im „Krisenjahr 2009“ ausgewiesen werden.

Mit den größten Problemen auf dem Arbeitsmarkt haben unverändert die ungelernten und gering qualifizierten Kräfte zu kämpfen. 48,3% aller Jobsuchenden konnten nämlich keinen bzw. nicht mehr als einen Pflichtschulabschluss vorweisen. Darunter befanden sich überproportional viele AusländerInnen: während sich die Zahl der Jobsuchenden hier um 4,1% (+137) erhöhte, verringerte sie sich bei InländerInnen innert Jahresfrist um 5,6% (-480). Der starke Verdrängungswettbewerb hat u.a. dazu geführt, dass Arbeitskräfte aus den „klassischen“ Herkunftsländern (Türkei sowie Staaten des ehemaligen Jugoslawien) in den letzten Jahren vermehrt durch jüngere und zum Teil besser ausgebildete Personen aus dem EU-Raum ersetzt wurden.

Dazu passend auch die Betrachtung nach Berufsgruppen, wo im Vergleich zum Vorjahr bei den vorgemerkten Arbeitslosen nur die Hilfsberufe (+72) einen erwähnenswerten Zuwachs zu verzeichnen hatten. Demgegenüber verringerten sich die Arbeitslosenbestände in den Büro- (-72) und Gaststättenberufen (-55) am merklichsten.

Schwierigkeiten zeichneten sich zudem auch noch an den Altersrändern ab. So erhöhte sich die Zahl der Jobsuchenden bei den unter 20-Jährigen innert Jahresfrist um 36 oder 5,3% und bei den über 55-Jährigen um 102 oder 6,8%. Keine bzw. ungenügende Ausbildung war das vorrangige Handicap bei den vorgemerkten Jugendlichen. Bei den Älteren kamen noch vermehrt gesundheitliche Einschränkungen dazu. Außerdem verschärften die erschwerten Einstiegsbedingungen ins Pensionssystem die Situation hier noch zusätzlich.

Deutlich zugenommen – um 442 oder 22,9% auf insgesamt 2.371 - hat im Jahresvergleich auch die Zahl der beim AMS Vorarlberg gemeldeten offenen Stellen.

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