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Rodundwerk II ist wieder am Netz

30. Dezember 2011 | 12:18 Autor: VKW Vorarlberg

Bregenz (A) Zweitgrößtes Kraftwerk der Illwerke ist wieder in Betrieb – Nennleistung des Generators um 35 Megavoltampere erhöht – Turbinenleistung um 19 Megawatt. 

913 Tage stand das zweitgrößte Kraftwerk der Vorarlberger Illwerke still. Am 3. Juli 2009 verursachte ein Gewitter in Rodund eine Notabschaltung. Dabei löste sich ein sieben Tonnen schwerer Pol aus dem drehenden Rotor und zerstörte den Generator und die Turbine. Bereits wenige Stunden nach dem Unglück begannen die Ingenieure der Illwerke mit der Planung der Wiederherstellung.

„Die besondere Herausforderung bestand darin, einen komplett neuen Maschinensatz in einen 35 Jahre alten Betonkörper einzupassen“, so Projektleiter DI Werner Neyer. Auch die Leittechnik musste komplett erneuert werden. Die Illwerke nutzten dabei auch die Chance, die Kapazitäten des Kraftwerks zu erhöhen. Dabei wurde nicht nur die Nennleistung des Generators von 310 auf 345 Megavoltampere, sondern auch jene der Turbine von 276 auf 295 Megawatt gesteigert. „Damit könnte der neue Maschinensatz mehr als die Hälfte der Leistung abdecken, die in Vorarlberg an einem kalten Wintertag benötigt würde“, erklärt illwerke vkw-Vorstandsvorsitzender Dr. Ludwig Summer.

Die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks war ein gewaltiger Kraftakt. Herzstück der neuen Anlage sind Pumpturbine und Motorgenerator, die in den vergangenen Wochen und Monaten in mühevoller Kleinarbeit zusammengebaut und im Krafthausschacht montiert wurden. Beim Einbau war Millimeterarbeit gefordert, denn beim Manövrieren von Motor und Stator mussten zum Teil Maschinenelemente mit einem Gewicht von bis zu 300 Tonnen an exakt vorgegebene Standorte gehievt werden. „Der vorläufige Höhepunkt war das erstmalige Andrehen Anfang Dezember. Dabei haben wir den drehenden Teil – Laufrad, Welle und Rotor – mit einem Gesamtgewicht von 487 Tonnen auf einem nur ein Zehntel Millimeter dicken Ölfilm erstmalig in Bewegung gesetzt“, so Vorstandsmitglied Dr. Christof Germann.

Insgesamt wurden rund 81 Kilometer Kabel verlegt. Über 100 Schaltschränke beherbergen die umfangreiche Leit-, Überwachungs- und Schutztechnik. „Dabei werden rund 2.500 Einzelsignale vom Maschinensatz gleichzeitig empfangen und verarbeitet“, erklärt DI Neyer die hohe Komplexität der Anlage. Durch den enormen Einsatz der Beteiligten konnte die Turbine nach umfangreichen Tests am 30. Dezember 2011 wieder ans Netz genommen werden und steht nun im Sinne einer sauberen Energiezukunft wieder zur Verfügung. Für die Wiederherstellung des Maschinensatzes investierten die Illwerke 65 Millionen Euro. Aufgrund vorgezogener Revisions- und Erneuerungsmaßen belief sich die Gesamtinvestitionssumme auf 105 Millionen Euro.

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