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Mag. Wolfgang Pinner (ERSTE Sparinvest), Werner Böhler, Vorarlberger Sparkassen

Studie: Vorarlberger sparen durchschnittlich 192 Euro im Monat

08. November 2011 | 12:08 Autor: Dornbirner Sparkasse Bank AG Vorarlberg

Dornbirn (A) • Sparbuch bleibt interessant, Bausparverträge werden immer populärer • Flexibilität beim Sparen wird immer wichtiger • Ethisch-nachhaltige Investments in Vorarlberg am beliebtesten

Die Vorarlberger sind nach wie die Sparmeister in Österreich! Im Schnitt legt nämlich jeder 192 Euro monatlich zur Seite (Österreich-Schnitt: 168 Euro). Der berühmte Notgroschen ist dabei für annähernd 9 von 10 Befragten das Hauptmotiv. Was die Einfachheit und die Sicherheit beim Sparen betrifft, ergibt sich ein eindeutiges Bild: das gute alte Sparbuch ist immer noch am beliebtesten. Ethisch-nachhaltige Investments haben ebenfalls großes Zukunftspotential. Einen Irrglauben dazu zeigt diese Studie auf: Mehr als ein Drittel der befragten Vorarlberger (40 %) meint, dass weniger Gewinn zu erwarten ist als bei vergleichbaren Investments. Fakten belegen aber das Gegenteil. Wolfgang Pinner, Buchautor und Fondsmanager nachhaltiger Investmentfonds: „Saubere Investments sind ein Rendite-Renner.“

Sparbetrag stagniert auf hohem Niveau
Der Sparbetrag, der monatlich zur Seite gelegt wird, befindet sich zwar mit 192 Euro nominell auf einem Hoch. „Die Sparleistung der Vorarlberger ist im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 5 Euro gestiegen. Gleichzeitig legen immer weniger, nämlich 54 %, einen Fixbetrag auf die Seite. 69 % sparen flexibel. Rund ein Fünftel spart überhaupt nur dann, wenn eine Anschaffung bevor steht. Damit dürfte beim Sparen auch in Vorarlberg ein gewisser Plafond erreicht sein“, erklärt Werner Böhler, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen diesen Trend. Auch die Entwicklung der Sparquote bestätigt diese Aussage: 2010 lag die Netto-Sparquote in Österreich noch bei 9,1 %, mit Anfang 2011 ist sie auf 8,7 % zurückgegangen.

Sparen bleibt in den Köpfen „wichtig“
Die Einstellung zum Sparen hat sich im Ländle verändert. So pendelt sich die traditionelle Sparfreudigkeit der Vorarlberger auf das Österreich-Niveau ein. Für rund zwei Drittel der Befragten (76 %) ist heute Sparen sehr bzw. ziemlich wichtig. Im Vergleich dazu: 2006 befanden dies fast alle der Befragten (94 %)!

Bei den Gründen, warum überhaupt gespart wird, legen sich 96 % der Vorarlberger auf den Aspekt der finanziellen Absicherung fest. Das Interesse am Sparen für größere Anschaffungen wie ein neues Auto oder ein Eigenheim ist hingegen mit 43 % leicht rückläufig. Vorsorge scheint hoch im Kurs: Für die Pension oder um sich später etwas leisten zu können, legt jeweils mehr als die Hälfte (56 %) Geld zur Seite.

Die Vorarlberger sind optimistisch, denn fast zwei Drittel (60 %) will immerhin gleich viel sparen wie derzeit, 16 % wollen den Anteil sogar erhöhen. Nur 23 % glauben, dass es weniger sein wird.

Sparbuch ist Sparform Nummer 1
Das Sparbuch erfreut sich immer noch größter Beliebtheit. Mit 85 % besitzt fast jeder Vorarlberger eines. Der Bausparvertrag – als ewiger Klassiker – liegt mit 67 % auf Platz zwei der bevorzugten Sparformen. Immerhin knapp die Hälfte (46 %) schwört auf eine Lebensversicherung. Fonds bzw. Wertpapiere sind für etwa ein Drittel (32 %) die ideale Ansparmöglichkeit. „Der Vorarlberger ist und bleibt ein Sparbuch-Sparer“, kommentiert Böhler dieses Phänomen. „Sicherheit und Vermögenserhalt, das sind mehr denn je die aktuellen Themen der Menschen. Das Sparbuch erfüllt beide Anforderungen und ist daher zurecht so beliebt.“

„Saubere“ Investments am Vormarsch
Was so genannte ethisch-nachhaltige Investments  betrifft, so deckt diese Studie einen weit verbreiteten Mythos auf: Mehr als ein Drittel der Vorarlberger (40 %) glaubt, dass diese Form von Geldanlage weniger Gewinn abwirft als herkömmliche Investments. Mit diesem Vorurteil räumt Wolfgang Pinner, Experte für ethisch-nachhaltige Investments der Erste-Sparinvest, auf: „Der größte in Österreich gemanagte nachhaltige Aktienfonds – ESPA VINIS STOCK GLOBAL – hat über einen Zeitraum von fünf Jahren eine bessere Rendite erzielt als der Weltaktienindex MSCI World.“ Die Bereitschaft „sauber“ investiert zu sein, ist in Vorarlberg am größten. Zwei Drittel der Vorarlberger (66 % im Vergleich zum Österreich-Schnitt mit 60 %) findet ein solches Investment interessanter oder zumindest gleich interessant verglichen mit anderen Geldanlagen. Bemerkenswert ist auch die gar nicht notwendige Zurückhaltung, was die Gewinnerwartungen betrifft: „71 % der Vorarlberger würden sogar einen geringeren Gewinn akzeptieren, nur um die Gewissheit zu haben, ,sauber’ investiert zu sein“, erklärt Pinner weiter.

2 Mrd. Euro sind nachhaltig investiert
Das Interesse an Kapitalanlagen unter ökologischen, ethischen und sozialen Gesichtspunkten wächst kontinuierlich. In Österreich hat sich das Volumen der nachhaltigen Investments seit dem Krisenjahr 2008 nahezu verdreifacht und summiert sich auf etwa zwei Milliarden Euro . Die veränderte Einstellung der Gesellschaft zu ihren Grundwerten und damit auch die Anlagemotive haben nachhaltigen Kapitalanlagen Schubkraft verliehen. Die Erste-Sparinvest hat bereits zehn nachhaltig ausgerichtete Publikumsfonds mit einem Volumen von insgesamt rund 600 Mio. Euro emittiert. Neben den nachhaltigen ESPA VINIS-Fonds (VINIS steht für Verantwortung, Innovation, Nachhaltigkeit, Investment, Sicherheit – www.vinis.at) werden in Kooperation mit dem WWF Österreich auch zwei nachhaltige Themenaktienfonds verwaltet.

Zum Studiendesign:
Im Zeitraum von 11. – 29. Juli 2011 wurden 900 Telefoninterviews durchgeführt (Österreichische Bevölkerung 15+). Pro Bundesland wurden 100 Interviews gemacht, um eine getrennte Auswertung zu ermöglichen. Für die Insgesamt-Betrachtung erfolgte eine Gewichtung der Bundesländer auf ihr repräsentatives Niveau. Bei Fragen, die in den Studien von 2009 und 2010 vergleichbar gestellt wurden, sind Differenzen ausgewiesen, um die Entwicklung darzustellen.

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