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Wasserkraft aus dem Brandnertal: Vorarlberg auf dem Weg in die Energieautonomie 2050: Das Kleinkraftwerk Alvier!

TITELSTORY | Kleinwasserkraftwerk Alvier: Energie aus dem Brandnertal

01. Feber 2018 | 11:06 Autor: Wilhelm+Mayer WM | Anzeige Vorarlberg

Zu Beginn der Industriealisierung Vorarlbergs, Anfang des 19. Jahrhunderts, verfügte Vorarlberg über keine nennenswerten Bodenschätze mit Ausnahme der Wasserkraft. Durch die Konzentration auf den Ausbau der Energiegewinnung, wurde die Basis für den wirtschaftlichen Aufschwung und den dauerhaften Erfolg der Wirtschaft im „Ländle“ gelegt. Das zeigt sich auch in der aktuellen politischen Vision der „Energieautonomie Vorarlberg“: Bis 2050 soll der komplette Energiebedarf durch erneuerbare Energieträger abgedeckt werden.

Wo es in Vorarlberg möglich ist, Wasserkraftwerke wirtschaftlich und landschaftsverträglich zu errichten und zu betreiben, soll diese Form der erneuerbaren Energiegewinnung umgesetzt werden. Eines dieser Projekte, das Kleinwasserkraftwerk Alvier, betrieben von der Vorarlberger Kraftwerke AG und einigen Kleinaktionären, befindet sich derzeit in der Umsetzung und wird von einem kombinierten Wilhelm+Mayer-Team aus dem Tief- und Brückenbau erstellt.

Von Wasserfassung bis Krafthaus
Die gesamten Bauarbeiten, das heißt der Leitungsbau, die Arbeiten an der Wasserfassung und schließlich das Krafthaus werden von Mathias Friedrich und Bernd Jenny und ihren Partien vorgenommen. Eine besondere Einschränkung bringt das „Tourismusbauverbot“, das die Arbeiten im Wesentlichen auf die Zeit von Anfang September bis knapp Mitte Dezember einschränkt. Ein zu kurzer Zeitraum, um alle Arbeiten zu erledigen, zu denen Bagger oder Krane benötigt werden. Auf deren Einsatzverbot bezieht sich das Tourismusbauverbot, um Lärm zu vermeiden und ein wenig gestörtes
Landschaftsbild zu gewährleisten. Bauleiter Patrick Frank bemühte sich erfolgreich um eine notwendige Ausnahmegenehmigung, ist der Kraftwerksbau doch eine außergewöhnliche Baumaßnahme.

Naturnahe Gestaltung der Wasserfassung
Im August begann der Bau der Wasserfassung oberhalb von Brand. Um im Trockenen arbeiten zu können, wurde der zu der Zeit wenig Wasser führende Alvierbach umgeleitet. Das Fassungsbauwerk wurde mit Bruchsteinen und Schüttungen so naturnah als möglich gestaltet. Auch um das ökologische Gleichgewicht des Baches zu erhalten, wurde entsprechende Vorsorge getroffen.

Zeitgleich ist mit dem Leitungsbau von unten her gestartet worden, nachdem zuvor umfangreiche
Rodungsarbeiten durchgeführt wurden. In einer Breite von 10 m wurde der Arbeitsraum und die für die Leitung vorgesehene Fläche von Bäumen befreit. Ein großer Teil der Fläche wird wieder renaturiert. Über den Rohren und deren engerem Umfeld bleibt das Gelände waldfrei.

Herausforderungen im Leitungsbau:
Geologie, Planung und tatsächliche Umsetzung Der Leitungsbau in einer Gesamtlänge von etwa drei Kilometern gestaltet sich, durch die Geologie des Geländes, Findlinge oder auch Fels, aufwändig. Die Planung und die Umsetzung vor Ort stellt die Zuständigen immer wieder vor große Herausforderungen. Die Verlegungstiefe variiert von rund zwei bis zu neun Metern. Dazu kommt noch die Querung dreier Bäche aus Nebentobeln des Alvierbachs. Bei normalem Wetter stellen sie sich als Rinnsale dar, bei Regen oder Unwettern werden sie aber zu reißenden Bächen. Für die Baumaßnahmen eine durchaus zu berücksichtigende Umweltgefahr. Zur Leitungserstellung sind zwei 24-t-Bagger permanent
im Einsatz. Für die Umsetzung des Projekts errichtete Baustraßen bleiben zum Teil erhalten. Andere
Streckenteile und künstlich angelegte Furten werden zurückgebaut und verschwinden völlig.

Materialien und Krafthaus
Zweierlei Rohrarten werden für den Leitungsbau verwendet. Einerseits Stahlgussrohre (Durchmesser 1 Meter) und andererseits spezielle GFK-Rohre aus Kunststoff (Durchmesser 1,2 Meter). Wo höhere Belastungen zu erwarten sind, werden Gussrohre, in einem mittleren, flacheren Geländeteil die Kunststoffrohre eingebaut. Die Gesamtplanung optimiert auf Grundlage der jeweiligen Anforderungen – auch über den Einsatz unterschiedlicher Produkte – die Gesamtkosten des Projekts.

Die Errichtung des Krafthauses erfolgt gegen Ende der Gesamtbauzeit. Mit einem komplexen Betonbau werden die Voraussetzungen zur Montage der Turbinen und Technik des Kraftwerkes geschaffen, bevor es mit einer Leistung von zwei Megawatt rund 1.700 Haushalte mit Strom versorgen wird.

Das Gesamtprojekt vereinigt die Kompetenzen des konstruktiven Ingenieurbaus und des
Tiefbaus, über die Wilhelm+Mayer seit vielen Jahren verfügt. Bernd Jenny und Mathias Friedrich bringen mit ihren Teams jahrelange Erfahrung in der Ausführung ein. Für Patrick Frank ist es das bisher größte Projekt, für dessen Koordination und Umsetzung er zuständig ist.

FAKTEN

Bauherr: VKW AG
Projektsumme: 6,1 Mio Euro
1,9 km Gussrohre DN 1000
1,2 km GFK-Rohre 1200
Leitungsbau: ca. 3,1 km
Grabentiefe: ca. 2 bis 9 m
Turbine: 6-düsige vertikale Peltonturbine
Leistung: 2 Megawatt
Produktion: 8,5 Gwh Energie für
ca. 1.700 Haushalte

  • Hohe Aufmerksamkeit und Sorgfalt des Teams sind beim Zusammenfügen der Rohre für die zukünftige Druckleitung notwendig.
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  • Hohe Aufmerksamkeit und Sorgfalt des Teams sind beim Zusammenfügen der Rohre für die zukünftige Druckleitung notwendig.
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  • Unterschiedliche Rohrtypen mit 1 bis 1,2 m Durchmesser kommen zum Einsatz.
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  • Die winterlichen Bedingungen und geologischen Gegebenheiten erschweren die Arbeiten.
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  • Zur Betrachtung der Naturschönheit bleibt wenig Zeit.
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