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Fachgruppenobmann Hotellerie und Bildungssprecher Elmar Herburger, Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft Hans-Peter Metzler, Spartengeschäftsführer Harald Furtner (Foto: Markus Gmeiner)

Tourismusstrategie 2020: Neues Kompetenzcenter für Bildungssteuerung und Arbeitsplatzqualität

30. Juni 2016 | 13:20 Autor: Wortwerk Startseite, Vorarlberg

Hohenems (A) Um die ambitionierten Ziele der Tourismusstrategie 2020 zu erreichen, benötigt Vorarlberg hoch motivierte und bestens qualifizierte Mitarbeiter. Eine völlig neue, offene und transparente Ausbildung soll die Wettbewerbsfähigkeit Vorarlbergs gemeinsam mit zahlreichen Maßnahmen im Bereich der touristischen Arbeitsplätze langfristig absichern.

Spartenobmann Hans-Peter Metzler: “Der Tourismus ist ein Rückgrat der Vorarlberger Wirtschaft, er sichert ganze Talschaften ab. Mit unserer Tourismusstrategie 2020 erarbeiteten wir wertvolle Weichenstellungen schon bevor rückläufige Lehrlingszahlen sowie sinkendes Interesse für die Fachschulen der Branche zunehmend Sorgen bereiteten. Vorarlberg hat durch seine bereits eingeleiteten Maßnahmen einen österreichweiten Vorsprung. Dieser hilft uns bei der Einführung eines einzigartigen neuen Bildungssystems und der Beschreitung neuer Wege für die Mitarbeiterakquisition und -bindung.”

Neue Impulse mit Verein als Qualitätsverbund

Um den erarbeiteten Vorsprung langfristig abzusichern, wurde in Hohenems ein neues Kompetenzcenter für Ausbildung und Mitarbeiterentwicklung im Tourismus eingerichtet. 40 Startbetriebe haben im Rahmen dieser Qualitätsoffensive vor kurzem den Bildungsverein „Mensch im Tourismus“ gegründet, der von der neuen Hohenemser Schaltzentrale aus organisiert und betreut wird. Zahlreiche weitere Top-Ausbildungs- und Arbeitgeberbetriebe werden sich diesem Qualitätsverbund anschließen. Der Verein hat sich einer neuen Qualität der Fachkräfteausbildung und der Entwicklung der Mitarbeiter verschrieben und kümmert sich u.a. auch um die Organisation und Steuerung der neuen Tourismusausbildung. Geschäftsführerin des Vereines ist Mag. Nicole Okhowat-Lehner, der Bürostandort befindet sich im regionalen Zentrum at&Co in Hohenems.

Der Mensch im Mittelpunkt der neuen Tourismusausbildung
Mit einer neuen, international anerkannten Ausbildung für touristische Fachkräfte, wird die Zahl der jungen Auszubildenden langfristig gesteigert. Der Anteil der heimischen Mitarbeiter sowie des Branchennachwuchses im Tourismus soll deutlich zunehmen. Im Vorfeld wurden die Schwächen der bestehenden touristischen Bildungslandschaft analysiert und das österreichweit neue modulare Bildungssystem entwickelt. Der Weg soll gemeinsam mit den Betrieben beschritten werden.

Stimmiges Verhältnis von Theorie und Praxis
Elmar Herburger, Fachgruppenobmann Hotellerie und Bildungssprecher: “Unser neues Bildungssystem wird von externen Bildungsexperten als hochinnovativ und zukunftsweisend bezeichnet. Es ist flexibel und durchlässig und wird modernen Qualitätsanforderungen gerecht.” Das neue Bildungskonzept stellt Mitarbeiter in den Mittelpunkt, und wertet mit attraktiven Karriere- und Ausbildungsmöglichkeiten die Branche auf. Die duale Ausbildung wird beibehalten und in ein neues stimmiges Verhältnis von Theorie und Praxis gebracht.”

Das innovative Konzept der neuen Tourismusausbildung basiert auf mehreren Säulen:
-    einem von Bildungscoaches begleiteten Orientierungsjahr
-    Wahl- und Pflichtmodulen zur Stärkung von Fach- und Sozialkompetenz
-    ergänzenden Bildungsstandorten (Weingüter, Sennereien, Alpen, Metzgereien)
-    der Kooperation mit internationalen Tourismusschulen
-    flexiblen Ausbildungsverbänden

Schulstart im Herbst 2017

Die Partnerschulen Bezau, Bludenz und die Landesberufsschule haben die neuen Bildungsinhalte mitentwickelt. Mit dem Land Vorarlberg herrscht Einvernehmen darüber, dass der Start im Herbst 2017 mit drei Klassen erfolgt. Die Schulstandorte Bezau und Bludenz werden durch einen weiteren – temporären - Standort im WIFI Hohenems ergänzt. Weitere schulorganisatorische Details werden über den Sommer noch ausgearbeitet und im Herbst präsentiert.

Arbeitgebermarke und Mitarbeiterservicierung

Im Rahmen der Tourismusstrategie werden zahlreiche weitere Konzepte umgesetzt, um Vorarlberg als Arbeitgebermarke zu positionieren und dem weiter steigenden Arbeitskräftebedarf gerecht zu werden. Imagekampagnen wie “Stars hinter den Sternen”, die einzigartige Mitarbeitervorteilskarte Starcard die touristischen Mitarbeitern zahlreiche Vergünstigungen beschert, die Kaderschmiede zur Förderung besonderer Talente und die Mitarbeiterbetreuung und Servicierung durch Bildungscoaches, juristische Beratung und Betreuung zählen dazu.

Mitarbeiter finden und binden

Die Starcard ist ein Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit der Mitarbeiter. Mit dieser Vorteilskarte können Mitarbeiter im Tourismus Seilbahnen, Lifte, Schwimmbäder u.a. zu Sonderkonditionen nutzen. Vergünstigungen gelten für Kinotickets, Fitnesscenter, Bowling, Klettern, Tattoos, Bankkonten und Versicherungen, für Handys und Tarife, Bus- und Bahnfahrten sowie Bildungsangebote. Bereits über 150 Vorarlberger Vorteilspartner ermöglichen eine große und attraktive Palette umfangreicher Vorteile. Die Starcard-Community ermöglicht es, auch zwischen den Saisonen mit Mitarbeitern Kontakt zu halten und gute Saisonkräfte erneut zu gewinnen. Die Starcard erhält auf Wunsch jeder Mitarbeiter – ohne Alters- oder Bereichsgrenze.

Regionale Qualifizierung
Im Montafon und Brandnertal starten heuer Pilotprojekte zur regionalen Qualifizierung und Entwicklung heimischer wie saisonaler Mitarbeiter. Dabei werden Kenntnisse über die Region und ihre Besonderheiten vermittelt. Mitarbeiter sollen sich mit der Region, dem touristischen Angebot und der Bevölkerung noch intensiver auseinandersetzen. “Wir realisieren mit unseren Projekten eine größere Nähe und bessere Kommunikation zu den heimischen, aber auch saisonalen Mitarbeitern im EU-Raum”, erklärt Harald Furtner. Die neuen Wege sollen die Ziele der Tourismusstrategie absichern. “Die Saat der vergangenen Jahre wird aufgehen, davon bin ich überzeugt” sieht Hans-Peter Metzler bereits jetzt den Erfolg des gesamten Maßnahmenbündels im Bereich Ausbildung und Mitarbeiterpflege. Die analoge Dienstleistung gewinnt im Zeitalter der Digitalisierung an Bedeutung.“

  • Mag. Nicole Okhowat-Lehner
    uploads/pics/C177913_Okhowat.jpg

Wirtschaftskammer Vorarlberg - Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft

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