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Sorgten für Gesprächsstoff: PVA-Direktor Dr. Winfried Pinggera, Stv.-Dir. WKV Christof Jenny, Gastgeberin Stefanie Walser, Referent Prof. Dr. Bernd Marin, Erich Lingenhöhle, Moderator Thomas Matt und JWV-GF Marco Tittler

„Unser Pensionssystem: Außer Spesen nichts gewesen?“

07. Mai 2014 | 13:08 Autor: ikp Vorarlberg

Feldkirch (A) Die Junge Wirtschaft Vorarlberg lud am 6. Mai 2014 zu ihrer jährlichen Frühjahrsveranstaltung. Im mit über 250 Gästen vollbesetzten Vinomnasaal in Rankweil sprach der österreichische Pensionsexperte Prof. Dr. Bernd Marin über Erwerbs-, Pensions- und Vorsorgeprobleme im globalen Europa des 21. Jahrhunderts.

Im Zentrum stand dabei junges Wirtschaften in alternden oder inaktiven „Ruhestand-Gesellschaften“. Im Anschluss daran diskutierten Gastredner und Gäste der Jungen Wirtschaft. Der Grundtenor: die Arbeitszeit wird sich verlängern, private Vorsorge lohnt sich.

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass die heimischen Medien über chronische Pensionsproblematik, die wachsende Pensionslücke und staatliche Pensionskürzungen berichten. Herr und Frau Vorarlberger stellen sich zu Recht Fragen wie „Wie sicher sind unsere Pensionen?“, „Gibt es überhaupt zukunftsfähige Modelle?“. Zu diesen und weiteren Fragen nahm Prof. Dr. Bernd Marin in seinem Impulsvortrage Stellung. Der österreichische Pensionsexperte erörterte die neuesten Reformbemühungen, absehbare Beitrags- und Pensionslücken sowie ausgleichende Vorsorgestrategien und beantworte Fragen des Publikums. Im ausgebuchten Vinomnasaal folgten über 250 Gäste der Jungen Wirtschaft Vorarlberg den Ausführungen von Prof. Dr. Bernd Marin. „Mit dem Thema der diesjährigen Frühjahrsveranstaltung haben wir genau ins Schwarze getroffen. Der große Andrang zeugt davon, wie wichtig und aktuell das Thema ist – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer“, freut sich die Vorsitzende der JWV, Stefanie Walser über die zahlreich Interessierten.

Was erwartet uns in Zukunft?
Im Anschluss an den Vortrag diskutierte der Pensionsexperte unter der Leitung von Thomas Matt mit Dr. Winfried Pinggera (Generaldirektor Pensionsversicherungs-anstalt), Kommerzialrat Erich Lingenhöhle (Unternehmer), Dr. Christoph Jenny (Direktor-Stellvertreter Wirtschaftskammer Vorarlberg) und Stefanie Walser (Vorsitzende Junge Wirtschaft Vorarlberg). Der Grundtenor am hochkarätig besetzten Podium: Um die Pensionslücke auszugleichen, muss Herr und Frau Österreicher in Zukunft länger arbeiten, darüber hinaus ist die Einzahlung in eine private Vorsorge empfehlenswert.

Junge Wirtschaft sieht sich in ihren Positionen bestätigt
„Es läuft immer wieder auf die Frage hinaus, wie lange ist das System in der vorliegenden Form noch finanzierbar?“, fasst Geschäftsführer Marco Tittler den Abend zusammen. „Um das Pensionssystem nachhaltig zu sichern und auch für die heute jüngeren Generationen zukunftsfähig aufzustellen, braucht es jetzt dringend notwendige Reformen. Und wenn es nach der Jungen Wirtschaft geht, dann heißt das für das Österreichische Pensionssystem: Abschaffung der Frühpensionen und der Hacklerregelung, für all diejenigen, die nicht unter den Begriff ‚Hackler’ fallen, Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters und konsequente Heranführung an das gesetzlich geltende Antrittsalter. Es gibt ein gesetzlich festgelegtes Pensionsantrittsalter, das für alle Österreicher und Österreicherinnen gleich ist und bei 65 Jahren liegt. Einen früheren Antritt mit Bezug einer staatlich gestützten Pension gibt es dann nicht mehr. Und wer später in Pension gehen möchte, soll Zuschläge erhalten. Ein ‚längeres Arbeiten’ soll durch deutlich geringere Lohnnebenkosten auch für die Arbeitgeber wieder attraktiv gemacht werden“, so Tittler.

Zahlreiche Gäste folgten der Einladung
Der Einladung folgten unter anderem die Klubobmänner Roland Frühstück (ÖVP) mit Gattin Birgitt sowie Dieter Egger (FPÖ), Norbert Loacker (ÖGB Vorarlberg), Landesrat Harald Sonderegger, Evelyn Dorn (Frau in der Wirtschaft), Hans-Karl Walser mit Gattin Inge (Walser GmbH), Thomas Hackspiel (Dr. Hackspiel & Partner GmbH) oder Karoline Mätzler (Caritas), Christof Flachsmann (Zeughaus GmbH), Andreas Ganahl (Sulzer), Judith Flatz (Erne Fittings GmbH), u.v.m.

Der Gast:

Prof. Dr. Bernd Marin gilt als der österreichische Pensionsexperte. Seit 1988 ist er Executive Director des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung in Wien, das auch mit den Vereinten Nationen verbunden ist. Marin gibt Gastvorlesungen an zahlreichen österreichischen sowie ausländischen Universitäten und Forschungszentren. Darüber hinaus war und ist er Berater internationaler Organisationen und NGOs und war Mitglied in verschiedenen Pensionsreformkommissionen in Österreich. Marin ist Autor von Publikationen und Büchern, zuletzt unter anderem über Pensionsreformen, innovative Beschäftigungsinitiativen, die Zukunft der Arbeit und vielen mehr.

  • Die JWV traf mit dem Thema ins Schwarze (Bilder: Darko Todorovic)
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