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Nach sechs Jahren in Niederösterreich kehrte Dr. Sascha Nassri nach Vorarlberg zurück. Im Gepäck: Eine Menge Erfahrung und ein Motorrad mit Charakter.

Viele Wege führen nach Vorarlberg - 58 neue MedizinerInnen an den Landeskrankenhäusern

12. Juli 2012 | 10:04 Autor: KHBG Vorarlberg

Feldkirch (A) Die Gründe, warum sich Ärztinnen und Ärzte entscheiden, an einem der Vorarlberger Landeskrankenhäuser zu arbeiten, sind vielfältig und reichen von familiären Gründen über Karrierechancen und finanziellen Aspekten bis zur guten Atmosphäre. Während in manchen Abteilungen die Personalsituation nach wie vor angespannt ist, zeigt sich ein positiver Trend bei den Neueinstellungen. 

„Wir freuen uns, dass wir auf allen fachlichen Ebenen Neueinstellungen verzeichnen können. Das reicht von Ausbildungsärztinnen und -ärzten bis zu FachärztInnen. Selbst bei den vakanten Primararztstellen hatten wir eine Vielzahl hervorragender Bewerbungen aus dem In- und Ausland“, betont Dr. Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft, dass die Vorarlberger Landeskrankenhäuser von Ärztinnen und Ärzten nach wie vor als attraktiver Arbeitsplatz gesehen werden. Alleine im ersten Halbjahr 2012 haben 58 neue Medizinerinnen und Mediziner ihre Arbeit an einem der fünf Landeskrankenhäuser begonnen. Die Beweggründe für den Wechsel an ein Vorarlberger Krankenhaus sind vielfältig, wie die Befragung von einigen der neuen MitarbeiterInnen zeigt.

Private Gründe
Dr. Ingeborg Bohlmann kam vor 3 Jahren aus privaten Gründen von Freiburg nach Vorarlberg. Nach der Arbeit in verschiedenen Kliniken in Deutschland, der Schweiz und Vorarlberg hat sie gute Vergleichsmöglichkeiten mit ihrem derzeitigen Arbeitplatz, der Chirurgie am Landeskrankenhaus Bregenz. „Es gefällt mir sehr gut hier. Ich schätze vor allem die angenehme Atmosphäre dort“, so die Chirurgin.

Vom Großen zum Kleinen
Dr. Pujan Kavakebi kam mit dem neuen Primar Dr. Richard Bauer an die Neurochirurgie am LKH Feldkirch. „Der gravierendste Unterschied ist die Größe. Während Innsbruck die größte Neurochirurgie Österreichs hat, ist das in Feldkirch eher ein kleines Fachgebiet“, beschreibt  Dr. Kavakebi die neue Situation. Doch für ihn hat gerade das vergleichsweise kleine LKH Feldkirch überschaubare LKH Feldkirch Charme. „Hier lernt man auch KollegInnen aus anderen Abteilungen kennen“, so der Neurochirurg. Neu war für ihn das Thema Ärztemangel, das es in Innsbruck aufgrund der Uniklinik nicht gibt. „Es ist wichtig den ÄrztInnen ein gutes Klima und gute Bedingungen zu bieten, dann kommen sie auch wieder nach Vorarlberg“, ist Dr. Kavakebi überzeugt.

Gute Atmosphäre
Die gute Atmosphäre wird auch von Turnusärztinnen und –ärzten geschätzt und spielt eine Rolle, wenn es darum geht, sich für die Fachartzausbildung nach dem Turnus zu entscheiden. Für Dr. Paulina Rauch war nicht nur das Interesse am Fach sondern auch die angenehme Turnuszeit am LKH Rankweil ein Grund für die Entscheidung, die Facharztausbildung in der Neurologie zu absolvieren. „Mir wurde schon nach kurzer Turnuszeit die Facharztausbildung angeboten“, freut sich Dr. Rauch.

Eigene Praxis kein Thema
Auch Dr. Bianca Rützler-Vonach hat sich für nach dem Turnus für die Arbeit an einem Landeskrankenhaus entschieden und ist jetzt Sekundarärztin für innere Medizin am LKH Hohenems. „Die gute Aufnahme im Team hat mir den Einstieg sehr erleichtert“, betont die Allgemeinmedizinerin.  Die Arbeit als niedergelassene Ärztin ist im Moment für sie keine Alternative. „Die Situation ist dort im Moment sehr schwierig, denn es ist wenig attraktiv eine Praxis zu übernehmen. Hier muss sich unbedingt etwas ändern“, findet Rützler Vonach.

Gutes Arbeitsklima
„Für mich war immer klar, dass ich nach Vorarlberg zurück möchte“, betont Dr. Sascha Nassri, der als Facharzt für Innere Medizin am LKH Bregenz arbeitet. Nachdem er bereits seine Turnuszeit hier absolviert hatte, ist er nach sechs Jahren im niederösterreichischen Amstetten ins Ländle zurückgekehrt. „Die Situation im Team ist gut, ebenso das Arbeitsklima“, so Nassri. Auch wenn er in Niederösterreich nicht heimisch geworden ist, vermisst er die Arbeitszeitregelung an seinem alten Arbeitsplatz. „Die  vielen Überstunden beeinträchtigen schon die Lebensqualität“, erklärt der Internist und hofft auf die vestärkte Nachbesetzung von offenen Stellen.

Fachliche Möglichkeiten
Für Dr. Julia Rentenberger waren neben privaten Gründen vor allem die fachlichen Möglichkeiten für den Wechsel nach  Vorarlberg entscheidend. „Nach der Ausbildung zur Strahlentherapeutin in Innsbruck wollte ich an eine Klinik wechseln, die das ganze Fachgebiet der Radiologie anbietet“, so Rentenberger. Auch das gute Klima in der Abteilung hat die Entscheidung nach Feldkirch zu kommen positiv beeinflusst. „Hier steht der Teamgeist im Vordergrund“, betont die Radiologin.

Weniger systematisierte Überstunden
Da seine Fachartzausbildung in Deutschland nicht anerkannt wurde, kam Dr. Karl Paul Vorderwinkler ans Landeskrankenhaus Feldkirch, wo er als Oberarzt in der Unfallchirurgie tätig ist. Einen Unterschied zu seinem alten Arbeitplatz sieht er bei den Überstunden. „Die Arbeitszeiten sind hier flexibler und werden es weniger systematisierte Überstunden ohne finanzielle Abgeltung verlangt“, so Vorderwinkler. Kritisch hingegen sieht er die Gehaltseinbußen, die der Wechsel von Nordbayern nach Vorarlberg mit sicht brachte. „In Kombination mit den hohen Mieten in Vorarlberg ist das schon ein Problem“, so der Unfallchirurg.

Auftrag für die Zukunft
„Es ist äußerst positiv, dass wir in diesem Jahr schon so viele neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen konnten“, betont KHBG-Direktor Dr. Gerald Fleisch. „Wir werden auch weiterhin unsere Aktivitäten verstärken, um in Österreich und im Ausland qualifiziertes und motiviertes Personal für die Landeskrankenhäuser zu finden.“ Für den KHBG-Direktor ist klar, dass das Thema Personalsuche in den nächsten Jahren wichtig bleiben wird. „Wir sehen den Auftrag im Zuge der Gehaltsreform und darüber hinaus dafür zu sorgen, dass unsere MitarbeiterInnen auch gerne hierbleiben“, formuliert Fleisch die Vorgabe für die Zukunft.

  • Dr. Ingeborg Bohlmann
    uploads/pics/dr_ingeborg_bohlmann.jpg
  • Dr. Pujan Kavakebi
    uploads/pics/Kavakebi_Pujan_31_01_1979.jpg
  • Dr. Paulina Rauch
    uploads/pics/Dr__Paulina_Rauch.jpg

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