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MMag. Staudinger und Mag. Tajmar

Vorarlberg am Weg zum Musterland für Inklusion

10. November 2016 | 13:50 Autor: Agentur CM Startseite, Vorarlberg

Dornbirn (A) Zahlreiche Unternehmen, wie Zumtobel Lighting, die Majer Unternehmensgruppe, Liebherr, die Heron Gruppe oder die Bäckerei Schertler, beschäftigen bereits Menschen mit Beeinträchtigungen. Sie informierten im Rahmen der österreichweiten Unternehmensinitiative des Sozialministeriumservice Fokus Wirtschaft: inklusiv//innovativ Kolleginnen und Kollegen über ihre Strategien.

Das einzigartige Kompaktseminar, das gemeinsam mit den Wirtschaftskammern durchgeführt wird, tourt bis Ende 2017 durch alle Bundesländer. Bisherige Stationen waren Wien, Graz, Innsbruck und nun eben Dornbirn.

MA (FH) Felix Stecher, Leiter Lehrausbildung bei Zumtobel Lighting, stellte das hauseigene Berufsförderprogramm vor, mit dem es Menschen mit Behinderungen ermöglicht werden soll, am ersten Arbeitsmarkt eine Beschäftigung zu finden. Dafür lernen und arbeiten sie zwei Jahre lang bei Zumtobel, um danach entweder gleich übernommen zu werden oder eine Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche zu bekommen. "Wichtig ist, dass die Leute nicht anders als alle anderen behandelt werden. Es wird nur etwas mehr auf sie geachtet, um hier den Druck wegnehmen zu können", so Stecher. Auch bei Liebherr funktioniert die Inklusion, doch sie hat Grenzen, erklärte Markus Schacherl, MA, Personalreferent bei Liebherr. "Oft ist es uns schon gelungen, KollegInnenen, deren Gesundheitszustand die bisherigen Tätigkeiten nicht mehr zuließ, in andere Betätigungen umzuschulen bzw. durch Teilzeitregelungen zu entlasten. Doch nicht in jedem Fall funktioniert die Weiterbeschäftigung. Das muss man zur Kenntnis nehmen."

Die Geschäftsleiterin der Heron Gruppe, Bettina Beer, setzt auf die besonderen Talente von Jugendlichen mit Legasthenie, denen sie gerne eine Lehrstelle anbietet. "Legasthenie ist keine Krankheit, sondern ein Talent“, so Beer. Sie schätzt vor allem die räumliche Vorstellungskraft dieser Personengruppe. Hans Majer von der Majer Unternehmensgruppe lebt ebenfalls Inklusion in seinen Betrieben. Insbesondere ist ihm die sinngebende und sinnstiftende Komponente des Arbeitens ein Anliegen: "Denn jeder Mensch braucht etwas, das seinen Tag strukturiert und ihm das Gefühl gibt, etwas Eigenes zu schaffen.“ Eine Aussage, die Johannes Schertler von der gleichnamigen Bäckerei sofort unterschreiben kann. Er beschäftigt mit Hanna F. eine Mitarbeiterin mit intellektueller Beeinträchtigung und erzählte, wie er vorging, um die optimale Beschäftigung für sie zu finden.

Förderungen nützen
"Nicht nur, dass durch die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen das Vorarlberger Ziel der inklusiven Region erreicht werden kann, gibt es auch wirtschaftliche Gründe für diesen Schritt“, so MMag. Martin Staudinger, Leiter des Sozialministeriumservice (SMS), Landesstelle Vorarlberg. So sparen sich etwa Betriebe mit mehr als 25 MitarbeiterInnen die Zahlung der Ausgleichstaxe. Auch finden sie im Ländle eine breite Palette an vom SMS geförderten Unterstützungsangeboten, die bei der Einstellung von Menschen mit Behinderungen helfen.

Doch nicht nur das SMS, sondern auch das AMS hält einige Fördermöglichkeiten für Unternehmen parat. „Betrieben, die sich vor Beginn des Dienstverhältnisses mit uns in Verbindung setzen, stehen mit der Eingliederungs- oder Kombilohnbeihilfe Instrumente zur Verfügung, die eine Ersparnis von bis zu 950 Euro im Monat bei den Lohnkosten bringen“, erklärte Stefan Pfefferkorn vom Service für Arbeitskräfte beim AMS Vorarlberg.

Dafür, dass die Eingliederung in das Unternehmen dann klappt und die MitarbeiterInnen gesund bleiben, sorgt das vielfältige Leistungsangebot des NEBA-Netzwerkes sowie die fit2work Betriebsberatung. Vom Coaching bis hin zu Maßnahmen für ein gesundes Arbeitsklima reicht hier die Palette der kostenlosen Unterstützungsangebote.

Gegen den Trend steigende Arbeitslosenzahl
Laut jüngsten AMS-Daten ist die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg rückläufig. Ende Oktober lag die Arbeitslosenquote in Vorarlberg mit 6,2 Prozent wieder deutlich unter dem österreichischen Schnitt von 8,6 Prozent. Gegen den Trend stieg nur die Anzahl der Arbeitslosen bei den Geringqualifizierten, den Älteren sowie bei Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Insbesondere durch Eingliederungsbeihilfen will das AMS auch bei diesen Gruppe die Trendwende schaffen.

Fokus Wirtschaft: inklusiv//innovativ zeigt, dass Menschen mit Beeinträchtigungen in der Lage sind, Leistung zu erbringen und Unternehmen auch finanzielle Vorteile bringen können. Nach den Referaten hatten die rund 80 TeilnehmerInnen aus der Wirtschaft die Gelegenheit, sich mit den Experten und Expertinnen an 12 Stationen im Ausstellungsbereich auszutauschen. So konnten an Ort und Stelle gleich die richtigen Kontakte für die Zukunft geknüpft werden.

Unterstützung bei der Bekanntmachung der Veranstaltung leisteten AQUA Mühle Vorarlberg, dafür, integra Vorarlberg, a-plus, fit2work, der KOBV, bifo, Integration Vorarlberg, der Vorarlberger Wirtschaftsverband sowie die Wirtschaftskammer Vorarlberg.


  • Seminar
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  • MMag. Staudinger und Mag. Tajmar im Seminar
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