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Dr. Elke Zuckermann (Verein Respekt.net), UNIQA Landesdirektor Markus Stadelmann, Helene und Franz Rüdisser (Landessieger Vorarlberg)

Wettbewerb „Österreich sucht Orte des Respekts“: Vorarlberger Sieger steht fest

12. September 2014 | 11:06 Autor: Uniqa Vorarlberg

Bregenz (A) 23 Projekte aus Vorarlberg wurden im Rahmen der gleichnamigen österreichweiten Kampagne als „Orte des Respekts“ eingereicht, 8 davon kamen in die engere Auswahl und wurden als Orte des Respekts nominiert. Als Sieger ging das Projekt „Wir brauchen diese Kinder“ hervor.

Markus Stadelmann, UNIQA  Landesdirektor Vorarlberg und Elke Zuckermann, Vorstandsmitglied des Verein Respekt.net überreichten den Preis an die Projektleiter Helene und Franz Rüdisser. Das Preisgeld in der Höhe von 1.000 EUR kommt dem Projekt zugute.

Der Wettbewerb „Österreich sucht Orte des Respekts“ hat gezeigt: Es gibt in Vorarlberg weit mehr Engagement, als der Öffentlichkeit bewusst ist. „Ein großer Teil der in diesem Bundesland eingereichten Projekte haben humanitären Charakter – es geht um Kinder und Lernen, Gewaltprävention, Integration von AsylwerberInnen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen“, zeigt sich Elke Zuckermann, Vorstandsmitglied des Initiators Verein Respekt.net, erfreut. „Das Siegerprojekt ist ein schönes Beispiel dafür, was es bedeutet sich etwas zu trauen und mutig zu sein. Es freut mich sehr, dass wir es gemeinsam geschafft haben, Menschen vor den Vorhang zu holen, die einen ganz besonderen Beitrag für die Gesellschaft leisten“, konstatiert UNIQA Landesdirektor Stadelmann.

Vor fünf Jahren standen die BewohnerInnen von Schruns vor folgender Situation: Mehreren asylansuchenden Familien mit Kindern drohte die Abschiebung. Ihre Anträge waren nach Jahren des Wartens auf eine Entscheidung von beiden Instanzen abgewiesen worden. Bei weiteren Familien waren negative Bescheide zu befürchten. „Einige der Kinder waren in Vorarlberg geboren worden. Es waren Familien dabei, deren Flucht aus dem Herkunftsland bis zu zehn Jahre zurücklag, und am 11. Dezember 2008 erhielt ein 2 Wochen altes Baby einen Abschiebungsbescheid!“, schildert Helene Rüdisser die Situation.

Viele MitbürgerInnen haben spontan Hilfe in verschiedensten Formen angeboten, der Schrunser Bürgermeister, der Pfarrer, Pädagogen, Ärzte und Vereinsobleute haben sich solidarisch hinter die Forderung auf ein Humanitäres Bleiberecht gestellt.  Auch Bürgermeister, Pfarrer, Gemeindeärztin und Schulleiter der Nachbargemeinde Tschagguns haben sich der Initiative angeschlossen. „Was uns besonders beeindruckt hat war, dass sich die Behördenvertreter immer wieder dem Dialog mit uns gestellt haben“ berichtet Franz Rüdisser über die Gespräche mit den offiziellen Stellen.

Die Initiative, eine Gruppe ausschließlich freiwillig tätiger BürgerInnen von Schruns und Tschagguns  hat sich zum Ziel gesetzt für diese Menschen das Bleiberecht und in der Folge Niederlassungsbewilligungen zu erwirken. Heute haben 34 Kinder und 25 Mütter und Väter eine Niederlassungsbewilligung, die meisten sind beruflich und sozial sehr gut integriert. Die weitere Aufgabe der Initiative besteht nun darin mitzuhelfen, dieses „Recht auf Heimat“ abzusichern und dort, wo notwendig, weitere Integration zu begleiten – unter dem Motto: Hilfe zur Selbsthilfe.

Diese vier Projekte wurden nominiert und der Jury für die Wahl des Siegerprojekts vorgelegt:

  • Wir brauchen diese Kinder – www.wir-brauchen-diese-kinder.at - Landessieger
  • Vindex – Schutz und Asyl e.V. – www.vindex.or.at
  • Netz für Kinder – Vorarlberg – www.netz-fuer-kinder.at
  • Ein guter Tag hat 100 Punkte – www.eingutertag.org

Österreichweit fast 600 Einreichungen
Die Resonanz auf die Initiative „Orte des Respekts“ überraschte selbst die Initiatoren vom Verein Respekt.net, allen voran Präsident Mag. Martin Winkler. Mit Unterstützung der beiden Hauptsponsoren Raiffeisen und UNIQA sowie zahlreicher weiterer Partner riefen sie Anfang März die Bevölkerung dazu auf, jene Orte aus ihrem Umfeld zu benennen, an denen Menschen etwas Besonderes für ihre Umwelt tun. In nur drei Monaten wurden fast 600 Projekte eingereicht. Mit großer Sorgfalt wählten Experten in einem mehrstufigen Verfahren die jeweils herausragendsten Projekte aus und legten sie der Fachjury zur finalen Abstimmung und Wahl der Landessieger sowie des Bundessiegers vor. Am 19. September wird im Rahmen der jährlichen Veranstaltung „Tag des Respekts“ der Gesamtsieger verkündet. Dieser erhält zusätzlich ein Preisgeld in der Höhe von 3.000 Euro, das – ebenso wie das lokale Preisgeld – wieder in das Projekt investiert werden muss.

Mitglieder der Jury
Univ. Prof. DDr. Christian Köck
Univ. Prof. Dr. Anton Pelinka
Dr. Heide Schmidt
Dr. Christine Scholten
Dr. Karl Sevelda
Mag. Terezija Stoisits
Mag. Kathrin Zechner

Auswahlkriterien:
Nachhaltigkeit, Einbindung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen, Vorbildwirkung, Gleichbehandlung, Kreativität und Innovation bei der Umsetzung

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