< Zurück zur Übersicht

vlnr.: Dr. Werner Zechner, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Implantologie (ÖGI); Dr. Oliver Ploder, Leiter der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Landeskrankenhaus Feldkirch und Gerhart Bachmann, Präsident der Landeszahnärztekammer Vorarlberg

Zahnimplantate im Trend: Steigende Nachfrage nach Implantaten auch in Vorarlberg

06. Dezember 2011 | 13:28 Autor: wiko Vorarlberg

Feldkirch (A) Immer mehr Patienten greifen bei Zahnersatz zu Implantaten – Nachfrage steigt auch in Vorarlberg – Fachsymposium am Landeskrankenhaus Feldkirch beleuchtet neue Methoden sowie innovative Techniken in der Implantatversorgung: Spezialisten aus ganz Österreich wie auch die Österreichische Gesellschaft für Implantologie (ÖGI) werden erwartet.

In den letzten Jahren hat sich die Implantologie zu einem nachgefragten Spezialgebiet in der Zahnmedizin entwickelt. Dank neuer Verfahren, Materialien sowie innovativer Methoden und Techniken sind die Eingriffe schonender als je zuvor, aber auch das Behandlungsspektrum hat sich sukzessive erweitert. „Heute sind Therapien möglich, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren“, bestätigt Primarius Oliver Ploder, Leiter der Abteilung Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Landeskrankenhaus Feldkirch. Die enormen Fortschritte in der modernen Implantologie sind auch Thema eines Fachsymposiums am Landeskrankenhaus Feldkirch in Abstimmung mit der Österreichischen Gesellschaft für Implantologie (ÖGI). Dabei präsentieren renommierte Implantologen, Prothetiker und Zahntechniker am kommenden Samstag ihre Konzepte zur „Implantologie in der ästhetischen Zone“ einer internationalen Fachwelt. Im Mittelpunkt stehen die ästhetischen Aspekte der modernen Implantologie, wobei neue Erkenntnisse und Methoden sowie grenzüberschreitende Erfahrungen auf Basis des aktuellen Wissensstands praxisnah diskutiert werden.

Große Nachfrage und Wirtschaftsfaktor
Implantate sind heute in der modernen Zahnmedizin zur Versorgung von Patienten mit Zahnlücken nicht mehr wegzudenken. In Deutschland werden jährlich bereits mehr als eine Million Zahnimplantate gesetzt, in Österreich sind es rund 90.000 pro Jahr. Die Zahl der gesetzten Implantate steigt weiter stark an. Jährliche Zuwachsraten von 20 Prozent lassen schon heute erkennen, dass gerade auf dem Gebiet der Implantologie die Zukunft der Zahnmedizin liegt. Auch in Vorarlberg sind Zahnimplantate dank eines bewussteren Patientenverhaltens und innovativer Implantologietechniken immer begehrter. „Diese Zahlen dürften auch in Zukunft steigen“, sagt Ploder, „zum einen aufgrund des demographischen Wandels, andererseits auch, da immer mehr Patientinnen und Patienten Implantate gegenüber den herkömmlichen Alternativen für Zahnersatz wie Brücke, Teil- oder Vollprothese den Vorzug geben.“ Der Grund: Patienten wünschen sich optisch ästhetische natürliche Zahnreihen, die das sichere Gefühl fester Zähne verleihen. Implantate machen das möglich: „Sie übernehmen die Funktion einer Zahnwurzel. Durch das feste Verwachsen mit dem Kiefer kommt diese Lösung den natürlich gewachsenen Zähnen am nächsten“, erklärt Ploder. So können mit Hilfe von Implantaten einzelne Zähne ebenso wie komplette Zahnreihen perfekt ersetzt werden – unabhängig vom Alter des Patienten.

Die Erfolgsquote von Implantaten in Bezug auf die Haltbarkeit ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Aktuellen Untersuchungen zufolge liegt diese nach erfolgreicher Einheilung nach zehn Jahren mittlerweile schon bei 97 Prozent. Im Vergleich dazu haben herkömmliche Brücken eine Erfolgsquote von circa 80 Prozent nach zehn Jahren, eine Einzelkrone liegt bei etwa 70 bis 75 Prozent.

Mehr Lebensqualität durch Implantate
Zahnverlust ist heutzutage in allen Lebensabschnitten möglich. Ob als junger Mensch nach einem Unfall oder in reiferen Jahren nach alters- oder krankheitsbedingtem Zahnverlust. Implantatgetragener Zahnersatz bietet viele Vorteile – medizinische, funktionelle und insbesondere ästhetische durch schöne Zähne – ohne ein störendes Fremdkörpergefühl. Da Zahnimplantate in erster Linie aus dem körperverträglichen Metall Titan bestehen und eine speziell bearbeitete Oberfläche haben, verwachsen sie beim Einheilen nach der Zahnimplantation fest mit dem umgebenden Knochengewebe. Diese dienen dann als feste Pfeiler für die Befestigung von Kronen, Brücken oder ganzen Prothesen – mit einer Kau- und Bissintensität wie mit den eigenen Zähnen. Vorteil ist: Wie sonst bei herkömmlichem Zahnersatz nötig, müssen bei Implantaten die benachbarten Zähne nicht mehr angeschliffen werden. Und: Auch der bei Brücke oder Prothese übliche Knochenrückgang kann durch eine künstliche Zahnwurzel vermieden werden.

Neue Materialien und innovative Verfahren
„Die heutige Generation von Implantaten ermöglicht eine Behandlung selbst bei Voraussetzungen, bei denen eine Implantation noch vor einigen Jahren deutlich erschwert war", betont Werner Zechner, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Implantologie (ÖGI). Implantate in der ästhetischen Zone, neue Knochen-Regenerations-Methoden und minimal-invasive Techniken sind auch Thema des Symposiums.

Mit der Piezochirurgie, welche ein hochmodernes Behandlungsverfahren in der Implantologie darstellt, kann schonend Knochenaufbau betrieben werden. Die Piezochirurgie ist ein Verfahren, welches mit Ultraschall Knochen schneidet und ohne herkömmlich sägende Instrumente auskommt. Weiches Gewebe wie Nerven, Bindegewebe, Schleimhäute oder Blutgefäße werden nicht verletzt, selbst bei einem unvorhergesehenen Kontakt. Durch die präzise Schnitt-Technik gilt die Piezochirurgie als besonders schonend mit geringerer Verletzungsgefahr, was Vorteile für die Wundheilung bringt. „Diese Methode eignet sich bei Operationen in schwer zugänglichen Regionen wie beispielsweise der Kieferhöhle oder wenn bei einer Implantation zusätzlich Knochen benötigt wird“, ergänzt Ploder.

Bioabbaubare Materialien spielen in der Implantologie eine immer größere Rolle. Diese reichen von Knochenersatzstoffen (Hydroxylapatit) bis hin zu auflösbaren Produkten (Zuckerplatten). „Arbeitet man mit Titanplatten, können diese ein deutliches Fremdkörpergefühl verursachen. Heute setzt man auch sogenannte Zuckerplatten aus Polyglykosid und Polyactid bei Knochenaufbauten ein. Diese werden mit Schrauben aus demselben Material fixiert. Nach rund zwölf Monaten lösen sich diese Materialien wieder auf“, erklärt Ploder die neuesten Möglichkeiten.

Navigationssystem für Implantate
Darüber hinaus kommen auch neueste Generationen von Computer-Tomographie-Verfahren und Navigationssystemen zum Einsatz. Bei diesen minimal-invasiven Techniken wird die vorhandene Knochenmenge optimal ausgenutzt, wodurch eventuelle Knochenaufbauten erspart werden können. Die Abstimmung von Knochenmenge und Zahnposition erfolgt interaktiv am PC, der Eingriff kann daher schneller, präziser und schonender umgesetzt werden (3-D-Implantat-Navigation).

In der ästhetischen Zone tragen neuartige Methoden dazu bei, den Knochen nach Zahnverlust zu stabilisieren und belastende knochenaufbauende Methoden zu reduzieren („Socket-Prevention-Technique“). Ob neues Knochenersatzmaterial, minimal-invasive Operationsverfahren, der Einsatz von sogenannten Navigations-Systemen oder Ultraschall-Chirurgie: Die Implantologie entwickelt sich laufend weiter“, erklärt Zechner. Aus diesem Grund spiele die Fortbildung der Zahnärzte und Spezialisten auf diesem Gebiet eine große Rolle. Die österreichweit tätige Gesellschaft für Implantologie in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde setzt mit ihrer Fortbildung im Bereich der Implantologie für die medizinische Versorgung der österreichischen Patienten Maßstäbe, die dem aktuellen Stand der Wissenschaft und Forschung gerecht werden und bietet umfangreiche Fortbildungsprogramme an.

Am Landeskrankenhaus Feldkirch wird aktuell mit neuartigen Navigationssystemen und computergestützten dreidimensionalen Verfahren zum millimetergenauen Setzen von Implantaten gearbeitet. Für ein bestmögliches Implantat-Ergebnis ist die optimale Positionierung im Knochen entscheidend. „Bei der computer-navigierten Implantologie handelt es sich um ein jüngeres Verfahren, mit dem Zahnimplantate eingesetzt werden. Im Vergleich zu bisherigen computergestützten Verfahren, ermöglichen moderne Navigationssysteme der neuesten Generation deutlich präzisere Operationsergebnisse und schonendere Eingriffe bei eine geringeren Komplikationsrate“, erklären Ploder und Zechner.

Qualitätssicherung und Kostentransparenz
Die zahnärztliche Implantologie hat sich mittlerweile zu einem Standardverfahren im Bereich der Zahnmedizin entwickelt. Die Forschung, Entwicklung und Produktion der Implantate unterliegen einer strengen Qualitätssicherung. „Wer als Patient sichergehen möchte, sollte sich bei der Wahl des Implantologen an einen Zahnarzt mit dem Nachweis ‚Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie’ oder der einer anderen Spezial-Ausbildung wenden", empfiehlt Gerhart Bachmann, Präsident der Landeszahnärztekammer Vorarlberg. „Damit erhalten Patienten die bestmögliche Versorgung durch eine hohe Qualifizierung der Ärzte.“
Implantologische Fachgesellschaften verlangen von Zahnärzten und Implantologen für die Verleihung eines „Tätigkeitsschwerpunkts Implantologie“ unter anderem die Absolvierung eines speziellen Fortbildungsprogramms. Ein Minimum von 50 gesetzten Zahnimplantaten pro Jahr und kontinuierlicher Fortbildung werden erwartet. „Der Tätigkeitsschwerpunkt ist kein Dauertitel. Er muss durch geeignete Fortbildungsmaßnahmen und Fortführen der implantologischen Tätigkeit erneuert werden“, informiert Bachmann. Welche Kosten bei Zahnimplantaten auf die Patienten zukommen, hängt stets vom Einzelfall ab. „Wichtig aus Patientensicht ist die Transparenz über die gesamten Kosten zum Beispiel in einem Heil- und Kostenplan, der alle geplanten Aufwände zeigt, mit denen man bei der Versorgung mit einem Implantat und Krone rechnen muss“, rät Bachmann.

Terminaviso – Informationsabend für Patienten
Im Rahmen des Vorarlberger Fachsymposiums findet am Freitag, den 9. Dezember auch eine Publikumsveranstaltung statt. Dabei können sich interessierte Besucher umfassend über das Thema Zahnimplantate informieren und sich einen Überblick über Vorteile, Einsatzgebiete, Behandlungsmöglichkeiten, Techniken und Kosten verschaffen.

Kostenlose Begutachtung
Zu Beginn der Veranstaltung können Interessierte vor Ort einen Kupon für eine kostenlose Begutachtung für Zahnimplantate lösen. Diese wird am darauffolgenden Samstag, den 10. Dezember zwischen 9-12 Uhr in der Ambulanz West 1. Stock im LKH Feldkirch vorgenommen.

Termin
Infoabend „Implantate – Schöne Zähne fürs Leben“
Freitag, 9. Dez., 18-19 Uhr
Pförtnerhaus Feldkirch
Reichenfeldgasse 9, freier Eintritt

Referenten
Univ.-Prof. DDr. Martin Lorenzoni, Österreichische Gesellschaft für Implantologie (ÖGI) und Univ.-Doz. DDr. Oliver Ploder, Leiter der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Landeskrankenhaus Feldkirch

    Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H.

    Carinagasse 41, 6800 Feldkirch
    Österreich
    +43 5522 303-0
    [email protected]khbg.at
    www.khbg.at

    Details


    < Zurück zur Übersicht