< Zurück zur Übersicht

Rede des Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer

Zwischen Schöpfung und Revolution - 66. Bregenzer Festspiele eröffnet

21. Juli 2011 | 14:59 Autor: Bregenzer Festspiele Vorarlberg

Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer hat am Mittwoch die 66. Bregenzer Festspiele eröffnet. In seiner Rede widmete sich Fischer vor allem dem Thema Schöpfung, dem diesjährigen Motto des Festivals. "Ein enorm spannendes Thema", befand der Bundespräsident.

Auf dem Spielplan der Bregenzer Festspiele 2011 steht unter anderem Umberto Giordanos Revolutionsoper Andre Chenier, die am Mittwochabend Premiere auf der Seebühne feiert. Zudem eröffnet das Auftragswerk Achterbahn der Britin Judith Weir den bis 2013 dauernden Reigen der Uraufführungen im Festspielhaus (Premiere 21. Juli). In vier Wochen werden bis zu 200.000 Besucher erwartet.

Künstlerische Auseinandersetzungen mit dem "Anfang aller Dinge"
Das Motto "Schöpfung" biete Anlass, über die Errungenschaften der menschlichen Erkenntnis nachzudenken, aber auch über die sich verändernden Theorien zum Ursprung des Lebens und des Universums, sagte Fischer bei der Eröffnung. Die Frage nach der Entstehung des Universums sei eine Zentralfrage der Naturwissenschaften und vieler Religionen, die die Menschen seines Erachtens für immer faszinieren werde. Der Schöpfungsakt liege in jedem Fall jenseits der menschlichen Ratio. Dies sei der Grund, weshalb die Schöpfung seit jeher Künstler zu bildnerischen, literarischen oder musikalischen Auseinandersetzungen mit dem "Anfang aller Dinge" inspiriert habe, so der Bundespräsident.

Letzte Festspieleröffnung für Festspielpräsident Günter Rhomberg

Der Bregenzer Festspielpräsident Günter Rhomberg kündigte im Rahmen seines Auftritts bei der Eröffnung seine "31. und definitiv letzten Eröffnungsrede" an. Rhomberg hat die Präsidentschaft der Bregenzer Festspiele 1981 übernommen. Dem Alter des Festspielpräsidenten ist gemäß Statut das Limit von 75 Jahren gesetzt - Rhomberg wird im nächsten Jahr 74.

"Der Geist des Widerstands ist angekommen"
Kulturministerin Claudia Schmied zog in ihrer Rede einen Vergleich zwischen der Zeit der französischen Revolution, dem Thema des Spiels auf dem See André Chénier, und heutigen Revolutionen. Der "Geist des Widerstands" sei in Europa angekommen, so Schmied. "Wo viele junge Menschen ohne Arbeit und somit ohne Perspektive sind, ist der soziale Friede in Gefahr", befand sie. Darum sei es so wichtig, dafür zu sorgen, dass jeder die Chance erhalte, zu lernen, sich zu bilden, zu arbeiten und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Dabei spiele die Kunst in der Persönlichkeitsbildung eine entscheidende Rolle, betonte Schmied. Die Ministerin gratulierte Intendant David Pountney zu seinem Mut, "niemals den allzu leichten Weg der bewährten Stücke zu gehen, sondern Auftragswerke und unbekannte Stücke nach Bregenz zu bringen".

  • DI Günter Rhomberg
    uploads/pics/8382_385_03.jpg
  • Noah Stewart singt Hassans Arie aus Judith Weirs Oper "Achterbahn"
    uploads/pics/oper_01.jpg
  • uploads/pics/festspiele2_01.jpg

Bregenzer Festspiele GmbH

Platz der Wiener Symphoniker 1, 6900 Bregenz
Österreich
+43(0)5574 407
[email protected]bregenzerfestspiele.com

Details


< Zurück zur Übersicht