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Ewald Ospelt, der neue Präsident für Zeitpolster Liechtenstein und Zeitpolster Gründer Gernot Jochum-Müller unterzeichnen den Lizenzvertrag im Zuge der Pressekonferenz. (Fotos: Zeitpolster)

Vorarlberger Social Startup Zeitpolster startet nun auch in Liechtenstein

02. März 2020 | 11:10 Autor: Zeitpolster Startseite, Liechtenstein, Vorarlberg

Dornbirn/Vaduz (A/FL) Andere Menschen mit einfachen Dienstleistungen unterstützen und dafür Zeitgutschriften erhalten, die später bei Bedarf eingelöst werden können. Das ist die Idee hinter „Zeitpolster“. So wird das in Dornbirn gegründete System der „organisierten Nachbarschaftshilfe“ nun auch in Liechtenstein etabliert. Seit Freitag, dem 28. Februar ist es offiziell: Zeitpolster startet nun auch in Liechtenstein. Im Zuge der dazu gebotenen Pressekonferenz im Vaduzer Löwen, wurde das neue Modell, um dem demografischen Wandel gerecht zu werden präsentiert.

Initiiert durch die Stiftung Zukunft.li
Das Thema «Fachkräfte und Freiwillige – wer pflegt und betreut uns im Alter?“ betrifft und beschäftigt ebenso wie hierzulande auch das benachbarte Liechtenstein. So kamen Vertreter der Stiftung Zukunft.li zu dem Schluss, dass künftig massiv mehr Fachkräfte und Freiwillige für die Betreuung alter Menschen nötig sein werden. Um diese Lücke zu füllen, wurde mit Gernot Jochum-Müller, dem Entwickler des Modells „Zeitpolster“ in Österreich, ein idealer Kooperationspartner gefunden. Wie Thomas Lorenz, Geschäftsführer der Stiftung Zukunft.li vergangenen Freitag ausführte, kann das Liechtensteiner Pendant nicht nur auf die Erfahrung und das Wissen des Gründers zurückgreifen, sondern auch die IT-Plattform und sämtliche Werbematerialien nutzen. Ein weiterer Vorteil sei, dass das österreichische Modell im Unterschied zu anderen Zeitvorsorge-systemen selbsttragend und somit nicht auf Gelder der öffentlichen Hand angewiesen ist.

Stiftung „Lebenswertes Liechtenstein“ als Partnerin an Bord
Um die Selbstfinanzierung zu erreichen, bedarf es, ebenso wie in Österreich, entsprechender Aufbauarbeit und privater Sponsoren. Hier konnte durch die Stiftung „Lebenswertes Liechtenstein“ mit Prinz Max von und zu Liechtenstein als Vorsitzender und Michèle Frey-Hilti als stellvertretende Vorsitzende, eine gewichtige Partnerin gefunden werden, die den Verein nicht nur finanziell unterstützt, sondern sich auch aktiv im Vorstand einbringt. Bereits in den kommenden Monaten sollen je eine Zeitpolstergruppe im Unter- und Oberland aufgebaut werden. Diese rund fünfköpfigen Gruppen werden künftig für das Suchen und Vernetzen von Helfenden und Hilfesuchenden verantwortlich sein und Zeitpolster in Liechtenstein aktiv vorantreiben.

Menschen, die anderen helfen wollen, können sich künftig bei der jeweiligen Zeitpolster-Gruppe im Unter- oder im Oberland melden. Die Zeitpolster-Gruppen versuchen dann Helfende mit Hilfesuchenden zu verbinden. Helfen kann generell jede interessierte und motivierte Person. Hierbei ist nicht entscheidend, ob diese bereits im Betreuungsbereich gearbeitet hat. Vielmehr sind die Erfahrungen mit Mitmenschen sowie die eigenen Fähigkeiten von Bedeutung. Für die erbrachten Dienstleistungen bekommen die Helfenden Zeitgutschriften, die von den Zeitpolstergruppen registriert werden und die sie später bei eigener Bedürftigkeit einlösen können. Mögliche Tätigkeitsfelder sind:

  • Fahrdienste und Begleitung: Begleitung zu Arztterminen, auf den Friedhof oder zu Gottesdiensten, gemeinsames Einkaufen
  • Administrative Hilfe: Unterstützung beim allgemeinen Brief- und Schriftverkehr, Hilfestellung bei der Ausfüllung von Formularen, Hilfe im Umgang mit dem PC
  • Hilfe bei der Hausarbeit: Bügeln, Waschen, das Beziehen von Betten, Müllentsorgung, gemeinsames Kochen/Essen
  • Freizeitaktivitäten: Ausflüge in die Natur, gemeinsames Spielen, Vorlesen oder Kaffee trinken, Besuch kultureller Veranstaltungen
  • Handwerkliche Hilfe: Kleine Gartenarbeiten, Schneeschaufeln, kleinere Reparaturen im Haus, Austausch von Glühbirnen
  • Freiräume für pflegende Angehörige schaffen: Einen Nachmittag die Anwesenheit abdecken, einfach zuhören und regelmäßige Besuche abstatten


Personen, die Hilfe brauchen, können sich ebenfalls bei den lokalen Zeitpolstergruppen melden. Das gilt auch für jene, die noch kein Zeitguthaben angespart haben. Für sie ist diese Dienstleistung jedoch nicht gratis, sondern sie bezahlen pro geleistete Arbeitsstunde 10 Franken (LI) und 8 Euro (Ö). Mit diesem Geld werden einerseits die administrativen Kosten des Systems abgedeckt, andererseits wird ein Notfallkonto eingerichtet. Sollten später nicht genügend Helfende zur Verfügung stehen, um das eigene Zeitpolster einzulösen, kann auf dieses Notfallkonto zurückgegriffen werden.

Daten und Fakten zu Zeitpolster Österreich
Aktuell gibt es neun Zeitpolster-Gruppen: in Wien, Niederösterreich, Salzburg, Vorarlberg und in der Steiermark mit insgesamt 5000 Stunden an erbrachter Hilfeleistung. Mit diesem Monat geht das neue Betreuungs- und Zeitvorsorgemodell nun auch in Liechtenstein an den Start. Die ersten Teams werden soeben gegründet. Vergangenen Freitag, den 28. Februar, erfolgte der offizielle Start im Rahmen einer Pressekonferenz im Gasthaus Löwen in Vaduz.

  • Ewald Ospelt, der neue Präsident für Zeitpolster Liechtenstein und Zeitpolster Gründer Gernot Jochum-Müller unterzeichnen den Lizenzvertrag im Zuge der Pressekonferenz.
    uploads/pics/Ewald_Ospelt__Praesident_Zeitpolster_Liechtenstein_bei_der_Vertragsunterzeichnung.jpg

Zeitpolster – Verein für Zeitvorsorge

Bildgasse 10, 6850 Dornbirn
Österreich
+43 664 8872 0770

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