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Bereit für die Zukunft: Future Skills an der NTB

14. Dezember 2018 | 11:19 Autor: Roland Seeger, NTB FOLIO | Anzeige Deutschland, Liechtenstein, Vorarlberg, Schweiz

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt radikal. Routinearbeiten – manuelle wie auch intellektuelle – werden mehr und mehr durch Maschinen und Roboter ausgeführt. Diese Entwicklung ist aber kein Grund, pessimistisch in die Zukunft zu blicken. Vielmehr ist ein Umdenken bezüglich der Fähigkeiten gefordert, welche in Zukunft von jedem gefragt werden. Das 4K-Modell (englisch Four Cs oder 4Cs) formuliert exemplarisch die «Zukunftskompetenzen», d. h. Fähigkeiten, welche Schlüsselfaktoren für Lernende und Arbeitende im 21. Jahrhundert sind: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken. 

Das 4K-Modell basiert auf den «21st Century Skills», welche in den USA durch die Non-Profit-Organisation P21 entwickelt worden sind. Dabei stellen Communication, Collaboration, Creativity und Critical Thinking die vier wichtigsten Cs dar und werden den «learning and innovation skills» zugeordnet. Die These hierzu lautet: Wer unter gleichzeitiger Anwendung von zeitgemässer Kommunikation und Kollaboration, Kreativität und kritischem Denken lernt, erwirbt das notwendige Rüstzeug für die Zukunft. Im deutschsprachigen Raum ist das 4K-Modell des Lernens durch Andreas Schleicher, Direktor des OECD, bekannt. Er argumentiert von beruflichen Anforderungen aus, welche die klassischen Unterrichtsfächer in den Hintergrund rücken lassen:

«Wissen ist heute universell verfügbar und wird jeden Tag neu verknüpft. Heute sind Sie nicht erfolgreich, wenn Sie Fachspezialist in EINEM spezifischen Gebiet sind, sondern heute sind Sie erfolgreich, wenn Sie in der Lage sind, das Wissen NEU zu verknüpfen. Neues Wissen zu schaffen, indem Sie über Fächergrenzen hinweg denken können.» Andreas Schleicher, Vortrag «Future Skills», 2017

Die Bildungsforscherin Lisa Rosa nennt drei Gründe, welche das 4K-Modell im 21. Jahrhundert zum Orientierungspunkt für die Didaktik machen:

  • Immer mehr Arbeiten werden von Maschinen übernommen.
  • Jede neue Arbeit verlangt mehr komplexes Denken, situierte selbstverantwortliche Entscheidungen und Beziehungsfähigkeit.
  • Die zu lösenden gesellschaftlichen Probleme sind so komplex, dass sie nur noch mit kollektiver Intelligenz bearbeitbar sind.

Wie die NTB die 4 Ks vermittelt
Die NTB Buchs setzt in ihrer interdisziplinären Ingenieurausbildung schon seit vielen Jahren Methoden ein, welche ihre Studierenden in diesen 4 Ks stärken: Eines davon ist für viele zugleich das erste Highlight im Studium: Das Systemtechnikprojekt im ersten Studienjahr. Zusammen mit ihren Teammitgliedern entwickeln sie einen Roboter von Grund auf neu, welcher dann eine komplexe Aufgabe löst (Kreativität). Meist übernimmt dabei eines der Teammitglieder aufgrund seines Interesses eine Spezialistenaufgabe, welche es selbstständig ausführt. Hier ist kritisches Denken gefordert. Die Roboter (und damit auch die Teams) müssen dabei die Aufgabe zusammen mit einem anderen Roboter lösen, der von einem Team an einem anderen Studienstandort (!) entwickelt wird. «Kollaboration»
und «Kommunikation» auf menschlicher wie auch technischer Ebene: Die Zukunft kann kommen!

Auch nach Abschluss des Systemtechnik-Projekts werden diese Skills im Unterricht weiter gefördert, mit weiteren Projektarbeiten, Praktika und Studienarbeiten.

Krönender Abschluss der Ausbildung ist die Bachelorarbeit, in welcher in der Regel eine reale Aufgabe eines Industriepartners der NTB gelöst wird. Da es sich dabei oft um Machbarkeitsstudien
oder Optimierungsaufgaben handelt, sind auch hier neue Lösungsansätze («Think outside the Box») gefragt.

T-Shape als Modell für eine zukunftsnahe Ausbildung
Zu den eingangs erwähnten Future Skills sind konkrete Fachkompetenzen selbstverständlich weiterhin notwendig. Wer an der NTB sein Ingenieurstudium absolviert, erarbeitet sich ein Qualifikationsprofil,
das Bildungsexperten als T-förmig bezeichnen. «T-shaped-Students » sind zukünftige Fachkräfte, die
bereit sind, in ihrer jeweiligen Studienrichtung in die erforderliche fachliche Tiefe zu gehen (vertikaler Balken des Ts), sich gleichzeitig aber auch in anderen Bereichen das für die interdisziplinäre Vernetzung nötige Wissen und die systemischen Kompetenzen in der Breite anzueignen (horizontaler Balken des
Ts). Das Bild zeigt gleichzeitig, wie ausgewogen die verschiedenen Disziplinen platziert sind. Und wie sie Hand bieten für fachübergreifende, innovative Tätigkeit.

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  • Ingenieurinnen und Ingenieure werden in Zukunft noch viel mehr im Team arbeiten. Die Teams werden international und kollaboritv tätig sein.» Prof. Dr.-Ing. Michael C. Willhelm, Studiengangleiter Systemtechnik
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