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Sauberkeit mit System

Industrieroboter der Firma Kemaro: Sauberkeit mit System

04. Juli 2018 | 11:28 Autor: Roland Seeger, NTB FOLIO | Anzeige Vorarlberg, Deutschland, Liechtenstein, Schweiz

Eine saubere Sache, was die drei Ostschweizer Ingenieure der Firma KEMARO GmbH in Eschlikon TG entwickelt haben. Zwei Jahre nach deren Gründung bringt das Jungunternehmen den weltweit ersten Trockenreinigungsroboter für den industriellen Einsatz auf den Markt. Während die bisherigen automatisierten Reinigungsgeräte vorwiegend in privaten Haushalten zum Einsatz kommen, fehlte bis vor Kurzem ein automatisierter Trockenreinigungsroboter im industriellen Bereich. Mit dem «KEMARO-800» positioniert sich das Ostschweizer Jungunternehmen international als Entwickler und Produzent für autonome industrielle Robotik.

NTB FOLIO im Gespräch mit Martin Gadient, B. Sc. FH Systemtechnik, Co-Founder des Start-up KEMARO.

Was zeichnet den neuartigen Hightech-Putzroboter aus?
Er reinigt autonom grosse Flächen kostensparend. Er ist industrietauglich und kann auch mit grobem Schmutz umgehen. Er navigiert selbstständig im Raum und dies ohne Vorprogrammierung oder Markierungen im Raum. Durch die autonome Reinigung müssen sich die Fachkräfte nicht mehr um die sekundäre Tätigkeit der Reinigung kümmern und können wertschöpfend arbeiten. Durch die niedrige Bauhöhe kann zusätzlich unterhalb automatischer Anlagen und in schwer zugänglichen Bereichen gereinigt werden. Die Hauptanwendung unseres Roboters ist in Lagerhallen, Speditionen, Werk- und Produktionshallen, Parkhäuser/Tiefgaragen (1000 bis mehrere 10 000 m2). Natürlich sind auch andere Anwendungen denkbar.

Putzroboter sind ja nichts Neues. Was macht Ihr Produkt besser als ähnliche Systeme?
Zurzeit gibt es keinen anderen autonomen Kehrmaschinenroboter am Markt. Es sind Nassreinigungsroboter erhältlich, welche mit grobem Schmutz aber Probleme haben, zusätzliche Feuchtigkeit in den Raum bringen und durch ihre Baugrösse, ihr Gewicht und die nötige Programmierung auf den Raum nur sehr unflexibel einsetzbar sind. Alternativ gibt es klassische Kehrmaschinen, die aber immer und dauernd von einer Person bedient werden müssen.

Was können Sie uns über die Entstehungsgeschichte dieses innovativen Produkts erzählen? Und wie geht es weiter?
Wir drei Gründer kennen uns bereits sehr lange und haben zum Teil miteinander studiert oder die Schule / Berufslehre besucht. Ebenfalls hatten wir drei nach dem Studium zusammen bei Helbling Technik gearbeitet. Bei der fast zehnjährigen Tätigkeit als Entwicklungsingenieure konnten wir viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Zunehmend wuchs aber der Wunsch eines eigenen Produkts. Nach der Idee des Kehrmaschinenroboters und ausgiebigen Nachforschungen / Marktabklärungen haben wir 2016 unser Start-up gegründet. Seither arbeiten wir in Vollzeit an der Entwicklung des Roboters – mit dem Ziel des Serienstarts noch in diesem Jahr. Die ersten Verkaufsverträge wurden bereits unterzeichnet. Wir haben den Roboter komplett selber entwickelt und werden auch die erste Serie selber hier in der Schweiz herstellen.

Wir drei (Thomas Oberholzer, Armin Koller und ich) sind alle Abgänger der NTB, meine Kollegen haben auch ihren Master in Software Engineering am NTB absolviert. Unser Roboter ist zweifellos ein Produkt von interdisziplinärer Denkweise.

Ausgezeichnete Idee
Der NTB Club Alumni vergibt an seiner jährlichen Generalversammlung einen Förderpreis für Start-ups. Dieses Jahr fand das Komitee den Reinigungsroboter des Start-ups KEMARO eine «saubere Sache».

www.kemaro.ch

  • Martin Gadient
    uploads/pics/NTB-FOLIO-2018-e044.jpg

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