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TITELSTORY | Rohstoffe für die Region

24. Juli 2019 | 16:44 Autor: Wilhelm+Mayer WM | Anzeige Vorarlberg

Es ist ein schon gewohntes Bild in Brederis-Paspels – der Baggersee von Wilhelm+Mayer. Ein einsamer Fischer übt sich in Geduld und wartet auf den großen Fang. Die Natur hat von jenem Teil, in dem die Kiesgewinnung abgeschlossen oder aufgrund fehlender Qualität nicht rentabel ist, längst Besitz ergriffen. Ein neuer hochwertiger Lebens- und Erholungsraum ist entstanden.

Seit Jahrzehnten wird in Brederis Kies gewonnen und die Vorläufergenerationen der aktuellen Geschäftsführung haben viel Zeit und Geld in den Zukauf geeigneter Grundstücke im Umfeld investiert, um eine kontinuierliche Versorgung mit den wichtigen Baurohstoffen Kies und Sand zu gewährleisten. Alle diese Zukäufe wurden von den Behörden, der damals zuständigen Landesgrundverkehrskommission, nur für die geplante Kiesgewinnung bewilligt.
1983 erteilte die Bezirkshauptmannschaft Feldkirch einen Bescheid, mit dem die Gesamtbesitzungen von Wilhelm+Mayer im Gebiet zur Ausbaggerung frei gegeben wurden. Aus Rücksicht auf die Landwirtschaft, der man keine Flächen frühzeitig entziehen wollte, verzichtete man damals auf eine sofortige bewilligungsgleiche Ausbaggerung – eine Entscheidung, die bis heute Nachwirkungen hat.

„Keine Nassbaggerung!“
Immer wieder beschäftigte sich die öffentliche Hand mit den Rahmenbedingungen des örtlichen Kiesabbaus. Wobei man sich bei der Baggerseenstudie zumindest auf ein gemeinsames Gestaltungsziel „Stille Erholung“ einigte. Über lange Jahre hielt sich die Vorarlberger Landesregierung dann an eine interne Doktrin, keine Nassbaggerungen im Land mehr zuzulassen. Mit wenigen Ausnahmen und einer Ablehnung neuer Ansuchen hielt man sich an diese Regelung. Erst mit der Veröffentlichung einer von Landesrat Rüdisser initiierten Rohstoffstudie im Sommer 2018, folgte ein Beschluss der Landesregierung, der Nassbaggerungen unter Bedingungen wieder zulässt.

Die Rohstoffstudie bezogen auf das Rheintal
In der Studie wurde der derzeitige Pro-Kopf-Verbrauch an mineralischem Rohstoff erhoben. Ebenso Daten bzgl. der Produktion im Land, den Importen, Exporten und den Transitmengen von Deutschland in die Schweiz gesammelt und ausgewertet.

Die Grafik zeigt die Produktionsentwicklung der mineralischen Rohstoffe unter der Voraussetzung, dass keine weiteren Abbaufelder mehr bewilligt werden. Sie zeigt einen dramatischen Rückgang der Eigenproduktion in relativ kurzer Zeit. Deshalb kommt die Studie zu folgender Empfehlung: „Auf Grund des Bedarfs an mineralischem Rohstoff in Vorarlberg wird es zeitnah erforderlich sein, neue Kies-Abbaufelder zu erschließen. Wie im Österreichischen Rohstoffplan unter Punkt 6.1 beschrieben, sollen möglichst bestehende Abbaufelder erweitert werden. Um den Flächenverbrauch minimal zu halten sind auch Nassbaggerungen einzuplanen, wenn dies die örtlichen hydrogeologischen Gegebenheiten zulassen.“

Besondere Unterversorgung im Rheintal
Die Studie kommt auch zum Schluss, dass sich im Rheintal besondere Defizite bei Betonkies, das zur Betonerzeugung verwendet wird, aufzeigen lassen. Besonders in diesem Bereich verfügt Wilhelm+Mayer über beträchtliche Vorkommen. Einem derzeitigen Bedarf für die Betonerzeuger von 760.000 t im Rheintal stehen Fehlmengen von 73 % gegenüber.

Diese Situation bedingt eine hohe Anzahl zusätzlicher Transportfahrten aus unterschiedlichsten Regionen und damit einen immensen Ausstoß an zusätzlichem CO2. Auch unter diesem Aspekt ist die mögliche Nahversorgung ein Gebot der Stunde.

Wilhelm+Mayer für eine langfristige Nahversorgung
Bei Wilhelm+Mayer möchte man der bisherigen Strategie treu bleiben. Die konzentriert sich im Wesentlichen auf zwei Komponenten: Eigen- und Nahversorgung und keine Exporte in die Schweiz. Damit zeigt sich eine große Übereinstimmung mit der Empfehlung der Rohstoffstudie, die bei Wilhelm+Mayer jahrzehntelang geübte Praxis darstellt.
Der sparsame Umgang mit den natürlichen Ressourcen von Kies und Sand, wie er bei Wilhelm+Mayer seit jeher gepflegt wird, ist die historische Grundlage eines weiteren Kiesabbaus. Die Erkenntnisse aus der Erstellung eines hydrogeologischen Gutachtens zur Klärung von Fließverhalten und Temperaturentwicklung des Grundwassers wurden ausgearbeitet, um komplexe Fragestellungen zu beantworten. Erste wissenschaftliche Erkenntnisse lassen dabei auf ein positives Bewilligungsergebnis hoffen. Vorprüfungen mit den zuständigen Behörden wurden eingeleitet.

VORARLBERG - FAKTEN
Gesamtbedarf an mineralischen Rohstoffen: 3.723.000 t
Bedarf an Zement aus D/Ch: 279.000 t
fehlende Rohstoffe: 227.000 t
Pro-Kopf-Verbrauch in Vlbg.: 10,30 t/Ew

Der Artikel enthält Tabellen und Zitate aus der Studie: Baurohstoffversorgung in Vorarlberg, Bedarfsstudie 2018 im Auftrag des Amtes der Vorarlberger Landesregierung Abteilung Allgemeine Wirtschaftsangelegenheiten, erstellt vom Büro Geomähr, DI Lothar Mähr

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  • Abnahme der Produktion an mineralischen Rohstoffen in den derzeit bewilligten Abbaufeldern in Vorarlberg
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  • Verhältnis zwischen Produktion und Bedarf an Betonkies pro Jahr im Rheintal. Aktueller Bedarf: 760.000 t pro Jahr
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