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Ing. Rainer Siegele - Visionär und Mann der Tat

VORGESTELLT | Rainer Siegele im Gespräch

20. Juli 2018 | 09:53 Autor: Wilhelm+Mayer WM | Anzeige Vorarlberg

Wenn man ihm zuhört, merkt man schnell, dass er an das, was er sagt, glaubt. In gewissen Dingen, und die Entwicklung von Mäder gehört dazu, ist er nicht von seinen Zielen abzubringen. Nicht umsonst ist er Obmann des Umweltverbandes und Mitglied des Vorarlberger Naturschutzrates.
Er sieht vieles durch eine grün getönte Brille, wohl wissend, was heute machbar ist und wie man die Weichen für die Zukunft stellt.


Wohnbau zieht sich durch das aktuelle Magazin wie ein roter Faden. 25 Jahre Bürgermeister, wie hast du Wohnbau in Mäder erlebt? Wie siehst du es heute?
Als ich vor 25 Jahren als Bürgermeister begonnen habe, hat man in Mäder jedes Jahr zehn bis zwölf Einfamilienhäuser und jedes zweite bis dritte Jahr eine Wohnanlage gebaut. Heute sind es drei bis vier Wohnanlagen jährlich und höchstens vier Einfamilienhäuser. Heute ist ein Quadratmeter Baugrundstück, sofern es klein genug ist, um nicht für Bauträger interessant zu sein, in Mäder nicht mehr unter 500 Euro zu haben. Auch wenn der Wunsch nach einem Einfamilienhaus noch besteht, zu den Preisen ist es für die meisten nicht mehr umsetzbar.

Du warst meines Wissens einer der ersten, der sich in der Initiative vau/hoch/drei für neue rechtliche Rahmenbedingungen in Grundverkehr und Raumplanung stark gemacht hat.
Ja. Die ökonomische Situation, niedrige Zinsen und viel vorhandenes Kapital haben dazu geführt, dass die, die es sich leisten konnten, in Grund und Boden investiert haben. Das hat zu einer Situation geführt, die das Gemeinwohl ernsthaft gefährdet. Wir haben eine Petition ans Land gerichtet, endlich Maßnahmen zu setzen, um dem Einhalt zu gebieten. Ich bin froh, dass die Landesregierung auf diese Petition reagiert hat. Die Vorschläge, die im Herbst im Landtag beschlossen werden, gehen in die richtige Richtung!

Mäder gehört zu den am stärksten wachsenden Gemeinden im Rheintal. Man gewinnt den Eindruck, dass dazu viel öffentlicher Gestaltungswille vorhanden ist?
Seit ich in Mäder Bürgermeister bin, haben wir immer versucht, aktiv auf dem Grundstücksmarkt aufzutreten und Grundstücke mit besonderer Bedeutung zu erwerben. Das ist über weite Strecken auch gelungen und ermöglicht es uns heute tatsächlich mitzugestalten. Ich bin davon überzeugt, dass an qualitätsvoller Verdichtung im Wohnbau kein Weg vorbeiführt. Mäder beispielsweise hat noch 35 % gewidmete unbebaute Fläche, die für mehr als eine Verdoppelung der Gemeindebevölkerung
Raum bietet.

Ihr beschäftigt euch schon einige Zeit mit einem speziellen Wohnprojekt, das die Gemeinde
auf eigenem Grund verfolgt. Siehst du das als eure Aufgabe?
Es ist insofern eine öffentliche Aufgabe, als wir die Gelegenheit haben, leistbares Wohnen mitzuentwickeln. Tatsächlich verfolgen wir da ein Projekt „Im Waul“.

Ohne das Projekt im Einzelnen vorzustellen, was sind die außergewöhnlichen Punkte
daran?
Einerseits die gemeinschaftliche Entwicklung des Projekts durch Architekten und Raumplaner in Zusammenarbeit mit Gemeindevertretern und Bevölkerungsteilen und andererseits die klaren Zielsetzungen für die Gestaltung eines größeren Gebiets. Es geht dabei um fast 13.000 m2 mit einer geplanten Aufteilung von 66 % in Baufelder, 26 % in Freifläche und 8 % in Verkehrsfläche. Vier grundsätzliche Ziele wurden dabei formuliert: Vernetzt und authentisch (kein Fremdkörper und zu Mäder passend), verdichtet und offen (eng verbaut, BNZ ca. 70 und zugänglich gestaltet), effizient und sozial durchmischt (leistbar, wirtschaftlich und ausgeglichen verteilt auf Bewohner unterschiedlicher
sozialer Schichten), schließlich gemeinschaftlich und privat (integrativer, früher gemeinnütziger Wohnbau, kombiniert mit Baurecht 99 Jahre – statt Eigentum, jedenfalls aber ähnlich wie Privatbesitz). So wurde es auch der Bevölkerung präsentiert.

Verdichtung kann so funktionieren. Wobei ihr das immer breit kommuniziert habt. Nur ein Bauverfahren abzuwickeln, wird in Zukunft vielleicht nicht mehr ausreichen.
Davon bin ich überzeugt. Weiterreichende Planung verlangt nach entsprechender Kommunikation. Ich denke, viele Menschen haben Angst vor einer Verdichtung, vor einem Zusammenrücken  er Bevölkerung. Dabei funktioniert das Zusammenleben bei weit über 90 % der Wohnanlagen und verdichteten Gebieten gut. Damit das Zusammenleben aber funktioniert, dafür muss die öffentliche Hand Verantwortung bzgl. Verkehr (auch beim Parken) und Freiflächen übernehmen. Alternative Möglichkeiten zum Individualverkehr wie ein gut angeschlossener und funktionierender ÖPNV,
Carsharing oder attraktive Verbindungen für Fußgänger und Fahrradfahrer sind dabei ebenso wichtig wie eine vernünftige Gestaltung des öffentlichen Freiraumes.

Abschließend ein Statement zu Wilhelm+Mayer?
Ein Baupartner der Gemeinde, der mich seit 25 Jahren begleitet. Was mich heute nach 20 Jahren Öko-Mittelschule immer noch freut, sind die Kommentare, die ich bei annähernd 600 Besuchen von Expertengruppen aus dem In- und Ausland fast immer gehört habe, das Lob für den wirklich außergewöhnlichen Sichtbeton. Ich glaube, Handschlagqualität bis in die Chefetage und die gelieferte Qualität sind es, was Wilhelm+Mayer ausmacht.

Vielen Dank für das interessante und engagierte Gespräch.

Ing. Rainer Siegele
(1957) ist seit 25 Jahren Bürgermeister der Gemeinde Mäder. In seine Amtszeit fällt der Bau mehrerer öffentlicher, energieeffizienter Gebäude. Besonders die Öko-Mittelschule ist in diesem Zusammenhang zu nennen, gilt sie doch nach wie vor als herausragendes architektonisches Schulgebäude mit einer exzellenten Energiebilanz.

Obmann Vorarlberger Umweltverband Mitglied im Vorarlberger Naturschutzrat
Mitinitiator von vau|hoch|drei (Gemeinwohlorientierte Raumentwicklung in Vorarlberg)

Er interessiert und engagiert sich in Umweltund Energiefragen, der Gemeindeentwicklung, der Entwicklung von Gesellschaft und Kultur und ist darüber hinaus ein bevölkerungsnaher Bürgermeister mit Freude an der Gestaltung seiner Gemeinde und der Kummenbergregion.

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