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Arbeitslosenversicherung für Jungunternehmer

27. August 2004 | 06:00 Autor: Die Wirtschaft Nr. 35/2004 Vorarlberg
Es gibt den Trend zur Selbständigkeit - wer aber Risiko auf sich nimmt, der kann auch scheitern und daher ist eine soziale Absicherung dringend notwendig. Eine Befragung von Jungunternehmern bringt folgende Ergebnisse:

1. eine soziale Absicherung ist für Jungunternehmer von enormer Bedeutung - wobei ihnen eine Betriebshilfe bei Krankheit oder Unfall ebenso wichtig wie eine Arbeitslosenversicherung ist.

2. 82,% der Befragten geben an, bis zu E 300,- für die gesamte soziale Absicherung zahlen zu können. Daraus geht hervor, dass eine freiwillige Arbeitslosenversicherung mit einem Beitragssatz von 6% extrem von den Möglichkeiten der Jungunternehmer abweicht.

3. Über 70% der Befragten verfügen zur Zeit über keine Arbeitslosenversicherung. 68 Prozent geben an, dass eine Arbeitslosenversicherung für alle Unternehmer sinnvoll wäre, hier zeigt sich die große Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität. Jeder Euro wird gerade in der Startup Phase für das Überleben im Wettbewerb gebraucht.

4. Die Mehrheit der Befragten (44,3%) spricht sich dafür aus eine Arbeitslosenversicherung während der gesamten Tätigkeit als Unternehmer zu bezahlen. Die Jungunternehmer sind damit Realisten im Trend der Zeit: Sicher ist nur, dass nichts sicher ist.

5. Im Durchschnitt aller Befragten können sich die Jungunternehmer vorstellen 3,76% vom Gewinn für eine Arbeitslosenversicherung  zu zahlen. Das zeigt eine deutliche Abweichung zu den geplanten 6%.

6. 53,3% sprechen sich gegen eine verpflichtende ALV aus - 32,8% dafür.

7. Eine unbefristete Rahmenfristverlängerung für Unternehmensgründer haltet die Junge Wirtschaft für die beste Absicherung für den Großteil der Jungunternehmer. Zusätzlich sollten alle Unternehmer eine Möglichkeit zum „opting in“ erhalten. Hier gilt der in der Befragung ermittelte mittlere Beitragssatz  von 3,5% als Schmerzgrenze für Jungunternehmer. Diese klaren Signale Richtung Unternehmerland Österreich erwartet die Junge Wirtschaft von der Bundesregierung – nur durch den Wachstumsmotor Jungunternehmer können wir unseren sozialen Wohlstand langfristig finanzieren.


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