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Unternehmensberater Dr. Herbert Loos und Geschäftsführer Roman Zech. (Foto: Zech GmbH)

Vorarlberger Zech-Gruppe steht vor umfassender Restrukturierung - Insolvenzantrag mit Sanierung ohne Eigenverwaltung

08. Mai 2018 | 13:24 Autor: wikopreventk Startseite, Vorarlberg

Götzis (A) Der Vorarlberger Traditionsbetrieb Zech steht vor der Umsetzung eines umfassenden Sanierungskonzeptes. Der Vollanbieter im Bereich Fenster, Türen und Sonnenschutz hat heute beim Landesgericht Feldkirch für vier Gesellschaften der Unternehmensgruppe Insolvenzanträge mit Sanierung in Fremdverwaltung gestellt. Das Fortführungskonzept sieht zukünftig die Entwicklung, verkleinerte Produktion, Beratung, Vertrieb, Montage und Service von Fenstern und Türen in einer schlanken und damit langfristig wettbewerbsfähigen Struktur vor.

Die Fertigung an den vier Produktionsstandorten soll deutlich verkleinert werden. Es ist außerdem geplant, die Zech-World in Götzis, in der die Produkt-Ausstellung beheimatet ist, sowie die Produktionsstätte in Ludesch zu schließen und die Liegenschaften zu verkaufen.

„Wir stehen an einer wichtigen Weichenstellung in der Geschichte unseres Unternehmens. Diese ist mit Chancen für unsere Zukunft, aber auch mit schmerzhaften Einschnitten verbunden“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Roman Zech bei einer heute einberufenen Pressekonferenz.

Hoher Preisdruck, Ausfälle im Projektgeschäft, zu komplexe Strukturen
Mehrere Gründe haben zu der schwierigen Situation des Marktführers bei Fenster und Türen in Vorarlberg geführt, dessen Jahresumsatz sich 2017 auf knapp 20 Millionen Euro beläuft: Der Fenster-Markt ist seit Jahren von hohem Preisdruck geprägt, ausgelöst durch ein Überangebot billiger Ware aus osteuropäischen Ländern. Aufgrund ihrer zu komplexen Strukturen konnte die Zech-Gruppe auf diesen massiven Preisverfall nicht ausreichend reagieren.

Auch überraschende Zahlungsausfälle von Kunden setzten den Liquiditätsreserven zu: Alleine bei einem Großprojekt in Deutschland mit einem Auftragsvolumen in Höhe von EUR 3,5 Millionen scheint der Betrag von knapp einer Million Euro uneinbringlich. Zudem führten kundenseitige Verzögerungen und nachträgliche Planungsabweichungen bei weiteren Großprojekten zu mehrmonatigen Verschiebungen. Eine überraschend schwache Umsatzentwicklung im ersten Quartal 2018, trotz der aktuell guten Auftragslage, verschärfte die Situation weiter.

Schlanke Strukturen für mehr Flexibilität
Die Restrukturierung der Zech-Gruppe und die Insolvenzanmeldungen sind unausweichlich. Roman Zech: „Der hohe Preisdruck in der Branche und die Schwankungen im Projektgeschäft machen es notwendig, dass wir uns auf unsere Stärken fokussieren, die Strukturen verschlanken und uns durch vermehrten Zukauf deutlich flexibler aufstellen.“ Vorbehaltlich der Zustimmung des Insolvenzgerichts und der Gläubiger wird beabsichtigt, für alle betroffenen Gesellschaften ein Fortführungskonzept umzusetzen, das den Traditionsbetrieb, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1904 reichen, in neuer Form erfolgreich in die Zukunft führen soll.

Marke Zech: Weiterhin hohe Wertschöpfung
„Seit Generationen stehen unsere Fenster und Türen für Qualität und Innovation. Unser Know-how, unser Gespür für die Bedürfnisse unserer Kunden sowie die Erfahrung bei Großprojekten sollen auch in Zukunft das Fundament der Marke Zech bilden“, erklärt Zech. Darauf will das neue Unternehmen aufbauen und einen großen Teil der Wertschöpfung auch mit deutlich verkleinerter eigenen Produktion weiterhin im Ländle generieren. Der Fokus liegt dabei auf den Bereichen Entwicklung, Beratung, Vertrieb, Montage und Service.  

Die Produktion von Standard-Fenstern ist jedoch am Hochlohnland Vorarlberg wirtschaftlich nicht mehr wettbewerbsfähig. Daher ist geplant, in Zukunft den Zukauf bei renommierten Produktionspartnern im In- und Ausland deutlich auszubauen. Der Geschäftsbereich Sonnenschutz soll verkauft werden.

Von 145 auf ca. 95 Mitarbeiter
Die Zech-Gruppe beschäftigt aktuell 145 MitarbeiterInnen, die heute in einer Betriebsversammlung über die Situation und die weitere Vorgehensweise informiert wurden. Bereits im Vorfeld der Insolvenz wurde die Arbeiterkammer eingebunden, damit sämtliche Arbeitnehmerschutzrechte rechtzeitig aktiviert werden können und die Lohn- und Gehaltsfortzahlungen für die MitarbeiterInnen durch den Insolvenz-Entgelt-Fonds für die nächsten Monate gesichert sind. Die laufende Produktion soll in allen vier Werken in der Sanierungsphase bis zum Herbst vollumfänglich weitergeführt werden, um die vorhandenen Aufträge zuverlässig abwickeln zu können. Daher ist für die MitarbeiterInnen mit dem Insolvenzantrag unmittelbar kein Verlust des Arbeitsplatzes verbunden. Auch alle Lehrlinge sollen die Möglichkeit haben, ihre Ausbildung in der Zech-Gruppe abzuschließen.

Durch die deutliche Verkleinerung der eigenen Produktion wird sich aber in weiterer Folge der Mitarbeiterstand stark reduzieren. Das zukünftige Unternehmenskonzept sieht vor, etwa 95 Menschen weiterhin einen sicheren Arbeitsplatz bieten zu können. Roman Zech: „Ich bedauere zutiefst, dass qualifizierte und langjährige MitarbeiterInnen, die in der Vergangenheit einen wichtigen Beitrag für unsere Unternehmen geleistet haben, im Verlauf der notwendigen Sanierung ihre Arbeitsplätze in der Zech-Gruppe verlieren werden. Ich werde die betroffenen MitarbeiterInnen in dieser schwierigen Situation bestmöglich unterstützen und begleiten. Ich appelliere an die Unternehmer in Vorarlberg, unsere gut qualifizierten Fachkräfte in ihren Betrieben einzusetzen.“ Gleichzeitig sieht es der Firmenchef aber auch als seine Aufgabe, mit dem neuen Unternehmenskonzept zumindest 95 Arbeitsplätze für die Zukunft zu sichern.

Factbox:

Der Insolvenzantrag mit Antrag auf Sanierung ohne Eigenverwaltung wurde eingereicht für:
 -   Zech Holztechnik GmbH, Götzis
 -   Zech Fenstertechnik GmbH, Dornbirn
 -   Zech Kunststofffenster GmbH, Götzis
 -   Zech GmbH Götzis (mit Zech-World und Produktion in Ludesch)

Nicht betroffen von der Insolvenz sind folgende Gesellschaften:
-   Zech Fenster GmbH, Tübach (Schweiz)
-   Zech Fenster GmbH, Lindau (Deutschland
-   Zech Immobilien- und Service GmbH, Götzis

    ZECH GmbH

    Lastenstrasse 56, 6840 Götzis, Österreich
    +43 5523 5969
    [email protected]zech.cc
    www.zech.cc

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