< Zurück zur Übersicht

Direktor Peter Kircher und Präsident Kuno Riedmann.

Die Wirtschaft schafft Arbeit

03. September 2004 | 06:00 Autor: Die Wirtschaft Nr. 36/2004 Vorarlberg
Bei einer Pressekonferenz stellten Wirtschaftskammer-Präsident Kuno Riedmann und Direktor Peter Kircher die erfreulichen Arbeitsmarktzahlen vor. Der Ort, der Gasthof Krönele in Lustenau, war mit Bedacht gewählt. Denn besonders in der Tourismusbranche wurden Arbeitsplätze geschaffen.

Der Vorarlberger Tourismus kann laut aktueller Zahlen mit dem sechsten Beschäftigungsrekord in Folge aufwarten: Per Ende Juli 2004 stieg im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Mitarbeiter im Vorarlberger Tourismus um 308 Arbeitnehmer oder 3,1% auf den Sommer-Rekordwert von 10.190 Mitarbeitern. Im vergangenen Winter waren 11.969 Mitarbeiter beschäftigt, um 436 Beschäftigte oder 3,8% mehr als Ende Jänner 2003. Dies stellt ebenfalls Rekord dar. An diesen Ergebnissen wird ersichtlich, dass der Tourismus in unserem Bundesland als Arbeitgeber seit Jahren weiter an Bedeutung gewinnt.

 

Schwierige Wirtschaftslage

Nichtsdestotrotz hat die allgemeine Wirtschaftslage auf Vorarlberg abgefärbt. “Wir verzeichnen eine Zunahme der Arbeitslosigkeit und stehen somit der unerfreulichen Tatsache gegenüber, dass sich 2003 die Bestandszahl der vorgemerkten Arbeitslosen gegenüber 2002 um 897 oder 12,3% auf insgesamt 8.202 (4.312 Männer und 3.890 Frauen) erhöht hat.” Obwohl der Anstieg der Arbeitslosigkeit 2003 in Vorarlberg überdurchschnittlich stark ausfiel (der hohe Prozentsatz ergibt sich aufgrund einer bislang sehr niedrigen absoluten Arbeitslosenzahl), war die Arbeitslosenquote (5,7%) im Jahresdurchschnitt noch immer um 1,3% niedriger als auf Bundesebene (7%). Attraktivität und Lebensqualität, aber auch die Entwicklung der Einwohnerzahl eines Landes sind untrennbar mit Arbeitsplätzen verbunden. Die neuesten Konjunkturzahlen spiegeln sich auf dem Arbeitsmarkt nieder und zeigen wieder einen klaren Trend nach oben.

Für ausgezeichnete Personalentwicklungen konnte Riedmann auch ganz konkrete Beispiele nennen. So konnte etwa die Firma Rauch Fruchtsäfte ihren Beschäftigungsstand innerhalb eines Jahres (Vergleichszeitraum 1. Juli 2003 bis 1. Juli 2004) um 54 auf 669 Personen erhöhen, die Hydro-Aluminium in Nenzing erhöhte von 277 auf 292 Beschäftigte, der Gewerbebetrieb Metalltechnik Bitschnau von 52 auf 64, Doppelmayr von 690 auf 723, Blum Beschläge erhöhte den Mitarbeiterstand um 335 auf 3.110 Personen (nur in Vorarlberg), auch die Firma Grass konnte den Personalstand von 495 auf 531 steigern.

 

Die berufliche Qualifizierung wird noch stärker zum Schlüsselfaktor für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Neben qualifizierter (Aus-)Bildung und hoher dauernder Lernbereitschaft wird auch die “psychosoziale Kompetenz” zu einem zunehmend wichtigen Qualifikationsfaktor. Der Zugang zu Informationen und Fragen des wirtschaftlichen Umgangs mit Informationen gewinnen weiter an Bedeutung, der Stellenwert von Informations- und Kommunikationstechnologie und die entsprechenden qualifikatorischen Voraussetzungen werden weiter zunehmen. Dies ist eine Herausforderung an das Bildungssystem und bietet zugleich erhebliche Markt- und Beschäftigungschancen.

 

Qualifizierung der Trend am Arbeitsmarkt

 

“Fachkräfte, die wir heute nicht ausbilden und von den Vorteilen eines industriellen Ausbildungsprogramms überzeugen können, werden uns in wenigen Jahren massiv fehlen! Unter dem Aspekt der demographischen Entwicklung der Erwerbsbevölkerung ist später für dieses Manko dann auch kein kurzfristiger Lösungsansatz mehr zu erwarten”, erklärte Riedmann.

Deshalb dürfen wir namens der Wirtschaftskammer den Appell an unsere Unternehmer richten, weiterhin offensiv Lehrplätze anzubieten, um damit für alle Beteiligten eine Win-win-Situation zu schaffen”, so der Präsident weiter. Wir befinden uns bereits auf einem sehr guten Weg: Ende Juli standen in Vorarlberg 176 Lehrstellensuchende 166 offen gemeldeten, sofort verfügbaren Lehrstellen gegenüber. Berücksichtigt man die beim AMS offen gemeldeten, aber nicht sofort verfügbaren Lehrstellen, so erhöht sich das Angebot auf insgesamt 386 offene Lehrplätze. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Lehrstellensuchenden in Vorarlberg um 1,1% zurückgegangen, während die Anzahl der sofort verfügbaren offenen Lehrstellen um 28,7% gestiegen ist.

 

Arbeitsplätze: gewerbliche Wirtschaft

Neuer Beschäftigtenrekord

 

In der gewerblichen Wirtschaft Vorarlbergs waren Ende Juli 2004 in 8.516 Betrieben 99.125 Arbeitnehmer beschäftigt. Verglichen mit demselben Zeitraum des Vorjahres (Ende Juli 2003) ist die Zahl der Arbeitgeberbetriebe unverändert geblieben, der Beschäftigungsstand stieg um 751 Personen oder 0,8%. Gegenüber Ende Juli 2002 bedeutet dieser aktuelle Stand eine Zunahme von 1061 Beschäftigten trotz äußerst schwieriger Rahmenbedingungen. 

Damit konnte ein neuer Höchststand an unselbstständig Beschäftigten in der gewerblichen Wirtschaft Vorarlbergs erzielt werden. Bei dieser erfreulichen Beschäftigungsentwicklung hat sich die gewerbliche Wirtschaft als „Motor“ erwiesen, denn die Zahl aller unselbstständig Beschäftigten in Vorarlberg (das heißt inklusive Öffentlicher Dienst und freie Berufe) nahm im selben Zeitraum „nur“ um 0,5% zu.

Den größten Zuwachs an Arbeitnehmern gab es neben der bereits erwähnten Tourismusbranche in den Betrieben der Sparte Gewerbe und Handwerk, und zwar um 480 Personen oder 1,6%. Bedeutende Beschäftigungszunahmen konnten weiters in den Betrieben der Sparte Information und Consulting (um 210 Personen oder 4,9%), im Handel (um 192 Personen oder 1,2%) sowie im Verkehr (um 84 Personen oder 1,3%) verzeichnet werden. Einzig in den Bereichen Industrie sowie Banken und Versicherung waren die Beschäftigungszahlen rückläufig. Dennoch zeigt auch in diesen Bereichen die Tendenz nach oben, was das Auftragsvolumen und die Beschäftigungszahlen anbelangt.


    < Zurück zur Übersicht