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Walter Ruttinger

Werbebesteuerung erreicht heuer "100 Millionen-Schmerzgrenze"

02. September 2004 | 08:45 Autor: WKÖ Vorarlberg
Ruttinger: Höchster Interventionsbedarf für alle Medienunternehmen des Landes. In den ersten 7 Monaten wurden im Finanzministerium Werbesteuereingänge von 57,123 Millionen Euro verbucht. Dies ist gegenüber dem Vergleichszeitraum 2003 ein Zuwachs von ca 9,8%.

"Damit brachte jedes Monat im heurigen Jahr ein neues Allzeithoch an Werbeabgaben" so Fachverbandsobmann Walter Ruttinger. Die von ihm prognostizierte "100 Millionen-Schmerzgrenze" im heurigen Jahr sei bereits gefährlich nahe.

 

Das Werbesteueraufkommen im Juli betrug 9,166 Mio Euro, eine Steigerung von 8,3 % zum Juli 03. Das erhebliche Mehraufkommen geht überwiegend auf die zusätzlich auf Postwurfporto ausgeweitete Steuerbasis zurück. Der Sprecher der Kommunikationsbranche sieht nicht nur für seine Mitglieder, sondern alle Medienunternehmen Österreichs höchsten Interventionsbedarf.

 

Der Fachverband Werbung analysiert, wie berichtet, monatlich die realen "Mass Media Net Spendings" auf der Basis der geleisteten Werbesteuer. Gemäss den Zahlungseingängen beim Finanzministerium für den Monat Juli, die den Werbemonat Mai abbilden, betrug die Zunahme gegenüber dem Vergleichszeitraum 8,3%. Wenn man die WA-Beträge für Postwurf herausrechnet, die die Branche heuer erstmals zusätzlich belasten, ergibt sich ein nur knappes Plus des Marktes im Mai von ein bis zwei Prozent.

 

Noch sieht Ruttinger Chancen, bei den laufenden Finanzausgleichsverhandlungen, wo die WKÖ die Abschaffung der Werbeabgabe nachdrücklich fordert, die weltweit einzigartige Steuer los zu werden. Sämtliche Verhandlungsteilnehmer - darunter viele Spitzenbeamte - wurden vom Fachverband anlässlich der bevorstehenden heißen Verhandlungsphase detailliert über die für den Standort nachteiligen Konsequenzen der Werbesteuer in Österreich informiert. Für die Medienunternehmer als primäre Zahler der Steuer bestehe höchster Interventions- und Handlungsbedarf, ebenfalls in Richtung ersatzlose Abschaffung politisch zu intervenieren, so der Fachverband. Aus Sicht der Inkassanten läuft die Steuereinhebung nämlich wie geschmiert, weil die Zahlungsverpflichteten glauben, sie verrechneten die Steuer ohnehin nur weiter, bezahlten sie aber gar nicht selber.

 


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