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Wirtschaft gegen weitere Aufsplitterung des Gesundheitssystems

01. September 2004 | 12:59 Autor: WKÖ Vorarlberg
Gesundheitsreform: Neue teure Parallelstrukturen geplant. Die Ärztekammer fordert neue Organisationsformen für ihren Berufsstand. Ärzten soll ermöglicht werden, Gesellschaften zu gründen, die nicht der sonst üblichen krankenanstaltenrechtlichen Kontrolle unterliegen.

Der Fachverband der Gesundheitsbetriebe weist diese Forderung entschieden zurück, weil in der Rechtsform des selbständigen Ambulatoriums die Forderungen der Ärztekammer bereits erfüllt sind, und zwar MIT Qualitätssicherung.

 

Gesundheitsministerin Rauch-Kallat wird von der Ärztekammer bedrängt, neue Rechtsformen für Facharztzentren zu schaffen, die es freiberuflichen Ärzten ermöglichen, andere Ärzte anzustellen und die die Haftung der einzelnen Ärzte beschränken sollen. Diese Facharztzentren könnten auch zur Ausgliederung von Spitalsambulanzen dienen.

 

Mag. Julian Hadschieff, Obmann des Fachverbands, dazu: "Zur Etablierung besonders leistungsstarker Kooperationen von Fachärzten bedarf es keiner neuen Rechtsform. Die bewährte Organisation des selbständigen Ambulatoriums ist dazu bestens geeignet. Neue Rechtsformen würden lediglich teure Parallelstrukturen darstellen, die zur weiteren Zersplitterung des Gesundheitssystems beitragen."

 

Selbständige Ambulatorien basieren auf dem Krankenanstaltenrecht und leisten, so Hadschieff, schon heute einen außerordentlich wichtigen Versorgungsbeitrag: Alle Computertomographie- und Magnetresonanztomographie-Untersuchungen außerhalb von Spitälern, sowie Radiologie, Laborleistungen, Physikalische Therapie und Rehabilitation, Gynäkologie, Augenheilkunde, Zahnmedizin u.v.a. werden von Ambulatorien erbracht.

 

"Der Wunsch nach gegenseitiger Anstellung von Ärzten ist bei den Ambulatorien schon erfüllt. Deren gesetzliche Auflagen sind weit strenger als die von Ordinationen und Gruppenpraxen. Das bedeutet zwar mehr Aufwand für die Betreiber, bringt aber auch eine höhere Sicherheit für die Patienten. Die strengen Auflagen der Ambulatorien dürfen nicht durch neue Facharztzentren unterwandert werden", erklärt Julian Hadschieff.

 

Dr. Kurt Kaufmann, Geschäftsführer des Fachverbandes, ergänzt: "Ärzte, die Partnerschaften eingehen wollen, ohne die Auflagen für Ambulatorien auf sich zu nehmen, können sich schon heute in Gruppenpraxen zusammenschließen. Die Rechtsform der OEG ist dabei ideal, da durch die solidarische Haftung der Ärzte ein besonderer Anreiz für jeden einzelnen besteht, hohe Servicequalität für den Patienten zu erbringen."

 


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