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Papierindustrie: Kritik an Ökostrom-Novelle unverständlich

09. August 2004 | 09:03 Autor: WKÖ Vorarlberg
Eindämmung der Belastungen für energieintensive Industrie unverzichtbar. Kein Verständnis für die bisher geäußerte Kritik an der von Wirtschaftsminister Bartenstein vorgelegten Novelle zum Ökostromgesetz zeigt die Papierindustrie.

Der BMWA-Novellierungsvorschlag geht in die richtige Richtung und dient zur nachhaltigen Absicherung der Ökostrom-Förderung.

 

Die wesentlichen Eckpunkte des Entwurfs - gesetzliche Verankerung des Fördervolumens, Einführung von Effizienzkriterien, gezielte Förderung der wirtschaftlichsten Anlagen, Festlegung degressiver Einspeisetarife, verbesserte Staffelung der Netzzuschläge - machen das Fördersystem berechenbar und zukunftssicher, und das bei gleichzeitiger Anhebung des Ökostromziels von 4 auf 6%, stellt Austropapier, die Vereinigung der Österreichen Papierindustrie fest.

 

"Wer den Entwurf leichtfertig als Fehlentwicklung einstuft, übersieht dabei, dass ein Fördersystem volkswirtschaftlich verträglich sein muss, und dass die Ökostrom-Förderung eine der teuersten Wege der CO2-Reduktion darstellt. Aus diesem Grund müssen Effizienz und Wirtschaftlichkeit der unterstützten Projekte weit stärker beachtet werden als bisher. Die Papierindustrie setzt bereits heute selbst 50% erneuerbare Energieträger in hocheffizienten Anlagen ein - allerdings ohne Förderung, weil industrielle Eigenanlagen von der Ökostromförderung ausgeschlossen sind !

 

An einigen Standorten betragen die Ökostrom-Kosten bereits bis zu 5% des Nettoproduktionswertes - und das, ohne dass die Betriebe den selbst erzeugten Ökostrom gegenrechnen können! Wenn von uns verlangt wird, dass wir weiterhin zur Subventionierung von grünem Strom beitragen, muss die Politik rasch die Kostenbremse ziehen. Die vorliegende Novelle ist dazu ein guter Ansatz", sagt Oliver Dworak, Umwelt- und Energieexperte von Austropapier.

 

Auch vor dem Hintergrund der Einführung des CO2-Emissionshandels ab 2005 ist der weitere Ausbau der Ökostrom-Förderung auf den Prüfstand zu stellen: bei Einsparung von CO2-Emissionen werden Ökostromerzeuger ohnedies Emissionszertifikate verkaufen können. Wenn das Fördersystem weitergeführt wird, braucht die energieintensive Industrie zur Vermeidung von Standortnachteilen eine Deckelung der öffentlich bedingten Zusatzkosten. Weiters müsse die Ungleichbehandlung öffentlicher und industrieller Anlagen aufgehoben werden.

 

Rückfragehinweis:

AUSTROPAPIER - Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie

DI Oliver Dworak

Tel.: (++43) 58886 - 234

e-mail: [email protected]austropapier.at

 


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