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Polen und das Baltikum: Eine Region, wo es noch viel zu holen gibt

09. November 2005 | 14:18 Autor: WKÖ Vorarlberg
Jährlich werden einige Milliarden Euro an Fördergeldern für Projekte in Polen und den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen vergeben.

Meist sind die Verfahren um an die Gelder heranzukommen recht umfangreich und verlangen ein spezifisches Know-how. „Zahlreiche österreichische Großunternehmen haben bereits diese Chance wahrgenommen, an mit Fördergeldern finanzierten Projekten in Polen und im Baltikum heranzukommen. Bei den Klein- und Mittelbetrieben herrscht allerdings noch Aufholbedarf", sagt Walter Resl, Regionalmanager und Experte für die vier Länder in der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ. Aus diesem Grund veranstaltet die AWO am 14. November in Wien ein Seminar für potentielle Investoren. Resl: „Ziel des Seminars ist es, den heimischen KMU den praktischen Weg zu staatlichen Förderquellen für Polen und das Baltikum zu zeigen und zu ebnen.“

 

Neben den österreichischen Handelsdelegierten für Polen, Rudolf Thaler, und das Baltikum, Johannes Brunner, werden Vertreter der vier Länder sowie österreichische Experten über die allgemeinen Wirtschaftsbedingungen, Export- und Investitionsmöglichkeiten und die rechtlichen und steuerliche Rahmenbedingungen referieren. Die bilateralen Handelsbeziehungen laufen mit allen vier Ländern hervorragend. In den ersten acht Monaten 2005 legten die österreichischen Exporte nach Polen um 17,6%, nach Lettland um 32,5% und nach Estland um starke 61,4% zu. Die Ausfuhren nach Litauen stagnierten in diesem Zeitraum. Trotz der hervorragenden Ergebnisse, darüber sind sich die Handelsdelegierten Thaler und Brunner einig, „sind die Handelsbeziehungen noch stark ausbaufähig.“

 

Die polnische Wirtschaft gehörte 2004 mit einer BIP-Wachstumsrate von 5,4% zu den Boomregionen Europas

Die polnische Wirtschaft gehörte 2004 mit einer BIP-Wachstumsrate von 5,4% zu den Boomregionen Europas. Heuer wird mit einem Wachstum von etwa 4,5% gerechnet. Thaler: „Mit dem EU-Beitritt ging ein spürbares Export- und Investitionsinteresse österreichischer Unternehmen einher und Absatzchancen bestehen nach wie vor in nahezu allen Branchenbereichen.“ Polen ist ein attraktiver Investitionsstandort und war bisher mit 40% der Gesamtinvestitionen im Kreis der mittel- und osteuropäischen Länder der Investitionsmagnet. 2004 investierten ausländische Unternehmen in Polen rund 7,86 Mrd. US-Dollar (+23% gegenüber 2003).

 

„Estland, Lettland und Litauen werden 2005 ihren Rang als die am raschesten wachsenden Volkswirtschaften der EU-25 beibehalten“, erwartet Brunner. Lettland wird heuer das höchste Wirtschaftswachstum mit 8,8% erzielen, Estland folgt mit 8,1% und Litauen mit 6,8%. Das Baltikum zählt unter den neuen EU-Ländern gemäß einer Studie des britischen „Centre for Economic Policy Research“ zu den attraktivsten Standorten für ausländische Direktinvestitionen - Litauen führt diese Rangliste vor der Slowakei und Lettland an. Alle drei baltischen Staaten und Polen bieten sich neben den hervorragenden Geschäftsmöglichkeiten in den Ländern selbst auch als ideales Sprungbrett weiter nach Osten an. Viele Unternehmen nutzen bereits diese Möglichkeit und gehen von Polen in die Ukraine oder von den baltischen Staaten nach Russland.


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