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Neue Energie für Hard: Pilotprojekt steht kurz vor Umsetzung

13. Mai 2010 | 13:30 Autor: Marktgemeinde Hard Vorarlberg
„Das innovative Projekt stellt einen erheblichen Beitrag zur nachhaltigen und umweltschonenden Wärmeversorgung unserer Marktgemeinde Hard dar“ freut sich der Harder Bürgermeister Harald Köhlmeier. Hard wird als erste Gemeinde Vorarlbergs künftig eine vorhandene Abwärmequelle als Hauptwärmelieferant nutzen.

Die Abwärme der Biostrom Erzeugungs-GmbH wird von deren Standort in Höhe des Alpla-Werks in Fussach in ein neu errichtetes Nahwärmenetz eingespeist. Diese Abwärme gelangt über eine Trasse mit Verlauf Lustenauer-Kanal, Rheinstraßenbrücke, Mockenstraße bis zur Alpla in Hard und entlang der Seestraße zum Rathaus. Vorerst können insgesamt 30 gemeindeeigene Einrichtungen und Gewerbe- und Industriebetriebe an das Netz angeschlossen werden, für die Hälfte davon gibt es bereits erste Zusagen. Die Gründung einer Betreibergesellschaft mit vier Gesellschaftern ist bereits in Umsetzung.

Kein neues Heizwerk notwendig!
Da ein vorhandenes Heizwerk genützt wird, ist keine Neuinvestition in eine Produktionsanlage notwendig. „Lediglich die Investition in die Nahwärmleitungen und Wärmübergabestationen schlägt hier zu Buche“, erklärt Christian Häusle, Geschäftsführer der Wirkungsgrad Energiecontracting GmbH und Projektplaner. Der Gesamtnutzungsgrad der Biomasse Kraft – Wärme – Kälte Anlage der Biostrom Erzeugungs-GmbH kann erheblich gesteigert werden: Es treten keine zusätzlichen Umwandlungsverluste – wie bei einem herkömmlichen Biomasse Heizwerk auf. Dies reduziert beispielsweise den Einsatz von ca. 14.000 Schüttraummeter Hackgut. In Summe können rund 1.600.000 kg CO2 jährlich eingespart werden.

Die Abwärme ist bereits Nutzenergie und wird direkt ins Netz eingespeist. Zusätzlich werden keine weiteren heimischen Biomasseressourcen, in Form von Sägerestholz und Waldhackgut, benötigt. Etwa vier Prozent fossile Spitzenenergie und Pumpenstrom sind die einzigen CO2- behafteten Energieaufwendungen.

Hohe Anlagenverfügbarkeit
Ein hohes Wärmeleistungspotential wird ganzjährig durch die Anlage der Biostrom Erzeugungsanlage sichergestellt. Die Wärme wird zu 96 Prozent ausschließlich durch das Biostrom Werk abgedeckt. Sollte es dennoch zu einem Ausfall oder zu einer Spitzenlast kommen, steht ein Öl- oder Gaskessel zur Abdeckung bereit. Der durchschnittliche Wärmepreis liegt um einiges niedriger als bei vergleichbaren Anlagen. Der Bund und das Land Vorarlberg fördern rund ein Viertel der förderbaren Investitionskosten. „Ein Pilotprojekt, das einen wesentlichen Beitrag für Vorarlbergs Energiezukunft leisten wird. Wir werden die gewonnenen Erkenntnisse evaluieren und mögliche Erweiterungen in Betracht ziehen“, erklärt der Harder Bürgermeister Harald Köhlmeier.


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